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National League verschiebt Playoffstart

Nach dem Zuschauer-Bann wegen des Coronavirus ist der Start der entscheidenden Meisterschaftsphase verschoben. Beschlüsse für Worst-Case-Szenarien sind aufgeschoben.

Ligadirektor Denis Vaucher informierte an einer Medienkonferenz über die Entscheidung der Ligavertretung, das Playoff vorerst zu verschieben.
Ligadirektor Denis Vaucher informierte an einer Medienkonferenz über die Entscheidung der Ligavertretung, das Playoff vorerst zu verschieben.
Mealnie Duchene, Keystone

Der Playoff-Start wird vorerst zumindest auf den 17. März verschoben. Dies ist der einzige tragende Beschluss an der Eishockey-Ligaversammlung.

Das Playoff und das Abstiegsrunde der National League beginnen definitiv nicht diesen Samstag. Dies entschied die ausserordentliche Ligaversammlung heute Montag. Nachdem der Bundesrat alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen verboten hatte, wurden die letzten beiden Runden der Qualifikation vor leeren Rängen ausgetragen. Weitere Geisterspiele wollen die Liga und die Clubvertreter unbedingt verhindern.

Vaucher hatte am vergangenen Freitag und Samstag die Geisterspiele in Bern und Lugano besucht. «Was ich angetroffen habe, macht keinen Spass. Es ist grotesk, wenn im Eishockey die heisseste Phase gespielt wird ohne Emotionen neben dem Feld. Unsere Fans sind neben den Spielern der wichtigste Bestandteil unseres Sports», erzählte er. Die finanziellen Auswirkungen für die Clubs seien immens, führte er aus. «Die Kosten entstehen trotzdem, die Erträge sind quasi null. Wenn es so weitergeht, werden sich die Verluste bis auf siebenstellige Beträge summieren.» Das Epidemiegesetz schliesse Zuwendungen des Staates aus. Sollte das Veranstaltungsverbot länger andauern, würden sich die Verantwortlichen an die Behörden wenden. «Aber die Aussicht auf Erfolg erachte ich als gering», gab Vaucher zu.

«Wir sitzen alle im selben Boot»

Mit den TV-Partnern und Sponsoren sei schon gesprochen worden, führte er aus. «Wir sitzen alle im selben Boot. Wir sind gemeinsam in der Krise, und diese Krise müssen wir gemeinsam meistern.» Über weitere Szenarien wurde an der Ligaversammlung zwar diskutiert, Entscheide wurden aber keine getroffen. «Deshalb können wir die Frage, ob es einen Meister geben wird, zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten», sagte Vaucher.

Wann es wirklich losgeht, ist noch nicht klar. Die Verantwortlichen der Liga und der Clubs wollen wieder konferieren (per Telefon oder einer weiteren ausserordentlichen Sitzung), wenn der Bundesrat entschieden hat, wie es nach dem 15. März weitergeht und ob das Grossveranstaltungsverbot bestehen bleibt oder aufgehoben wird. Sollte dieses Verbot seitens der Behörden nicht verlängert werden, beginnen die Playoff-Viertelfinals in der National League, die Playoff-Halbfinals in der Swiss League sowie die Ranking Round in beiden Ligen am Dienstag, 17. März. Ein angepasster Spieldatenplan wird zu gegebener Zeit publiziert. Entwürfe liegen bereits vor.

Worst-Case-Szenarien noch offen

Szenarien für den Worst Case, von dem aufgrund der aktuellen Entwicklung im Land eher auszugehen ist, als von einer Beruhigung, wurden an der Versammlung diskutiert. Aber noch keine Beschlüsse, die in diese Richtung gehen, gefasst. «Diese werden wir treffen, wenn sie nötig werden sollten. Unser primäres Ziel ist es in dieser Saison noch Eishockey zu spielen und zwar mit Zuschauern», erklärte Liga-Direktor Denis Vaucher.

Auch hat die Versammlung noch keine Beschlüsse getroffen, was geschehen wird, wenn sich ein Spieler oder sonstiger Clubvertreter mit dem Coronavirus infiszieren sollte. «Wir würden auch hier dann beschliessen, was zu tun ist, wenn dieser Fall eintreten würde und dann anschauen, ob die gesamte Mannschaft unter Quarantäne gesetzt werden müsste», so Vaucher.

Auf den Stufen U-20- und U-17 wird der Eishockey-Meisterschaftsbetrieb bis auf Weiteres gemäss Spielplan und unter Ausschluss von Zuschauern oder gemäss der kantonalen Auflagen weitergeführt. Vaucher dazu: «Das Eishockey darf nicht komplett stillstehen, das normale Leben muss auch irgendwie weitergehen.»

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