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«Memoiren? Das ist eine schöne Idee»

Mark Streit erklärt, wie sein Entschluss zum Rücktritt reifte. Und der NHL-Pionier blickt zurück auf seine illustre Karriere.

Simon Graf
Kehrt nicht mehr als Profispieler aufs Eis zurück: Mark Streit Mitte September 2017 im Trainingscamp der Montreal Canadiens.
Kehrt nicht mehr als Profispieler aufs Eis zurück: Mark Streit Mitte September 2017 im Trainingscamp der Montreal Canadiens.
Ryan Remiorz, Keystone
Die Heim-WM in der Schweiz im Frühling 1998 ist Streits erstes grosses Turnier mit der Nationalmannschaft. Die Schweiz stösst in den Halbfinal vor, scheitert dort aber am späteren Weltmeister Schweden.
Die Heim-WM in der Schweiz im Frühling 1998 ist Streits erstes grosses Turnier mit der Nationalmannschaft. Die Schweiz stösst in den Halbfinal vor, scheitert dort aber am späteren Weltmeister Schweden.
EPA
1999 zieht es Streit nach Nordamerika, er versucht sein Glück bei Teams in den Minor Leagues. 2000 kehrt er zurück in die Schweiz und unterschreibt bei den ZSC Lions – Matthias Seger (links) wird sein Teamkollege. Und im Frühling 2001 ist er dabei, wie die Zürcher zum zweiten Mal in Folge Meister werden.
1999 zieht es Streit nach Nordamerika, er versucht sein Glück bei Teams in den Minor Leagues. 2000 kehrt er zurück in die Schweiz und unterschreibt bei den ZSC Lions – Matthias Seger (links) wird sein Teamkollege. Und im Frühling 2001 ist er dabei, wie die Zürcher zum zweiten Mal in Folge Meister werden.
Dieter Seeger
Zum Abschluss seiner Zürcher Zeit wird Streit 2005 als bester Verteidiger der Saison ausgezeichnet. Fünf Jahre bleibt der Berner den ZSC Lions erhalten, ehe endgültig die grosse Welt des Eishockeys ruft.
Zum Abschluss seiner Zürcher Zeit wird Streit 2005 als bester Verteidiger der Saison ausgezeichnet. Fünf Jahre bleibt der Berner den ZSC Lions erhalten, ehe endgültig die grosse Welt des Eishockeys ruft.
Keystone
Im NHL-Draft 2004 hat ihn der Traditionsclub Montreal Canadiens in der neunten Runde gezogen, auf die Saison 2005/06 folgte der Übertritt nach Übersee.
Im NHL-Draft 2004 hat ihn der Traditionsclub Montreal Canadiens in der neunten Runde gezogen, auf die Saison 2005/06 folgte der Übertritt nach Übersee.
Getty Images
In der hockeyverrückten Stadt in Kanada avanciert Streit zur Teamstütze, gleich in seiner ersten Saison erreicht er mit den Canadiens das NHL-Playoff. Im dritten Jahr stiess Montreal gar in den Conference-Halbfinal vor.
In der hockeyverrückten Stadt in Kanada avanciert Streit zur Teamstütze, gleich in seiner ersten Saison erreicht er mit den Canadiens das NHL-Playoff. Im dritten Jahr stiess Montreal gar in den Conference-Halbfinal vor.
Getty Images
Im Juli 2008 erfolgt der Wechsel mit einem Fünfjahresvertrag zu den New York Islanders. Beim viermaligen Stanley-Cup-Sieger erhält der Verteidiger die Rückennummer 2 und soll das angegraute Team zurück zum Glanz von einst führen.
Im Juli 2008 erfolgt der Wechsel mit einem Fünfjahresvertrag zu den New York Islanders. Beim viermaligen Stanley-Cup-Sieger erhält der Verteidiger die Rückennummer 2 und soll das angegraute Team zurück zum Glanz von einst führen.
Keystone
Schon nach kurzer Zeit ist Streit der statistisch beste Verteidiger der Islanders. Vor der Saison 2011/12 wird er zum Captain des Teams ernannt.
Schon nach kurzer Zeit ist Streit der statistisch beste Verteidiger der Islanders. Vor der Saison 2011/12 wird er zum Captain des Teams ernannt.
Keystone
Streit nutzte seiner Freizeit während der fünf Jahre in New York, um auch die Stadt besser kennen zu lernen. Beispielsweise den Times Square.
Streit nutzte seiner Freizeit während der fünf Jahre in New York, um auch die Stadt besser kennen zu lernen. Beispielsweise den Times Square.
David Lobel/Visionlink
Ein Highlight seiner Karriere ist das All-Star Game im Jahr 2009 – an alter Wirkungsstätte in Montreal. Er ist bis dahin der erste Schweizer Spieler im All-Star Game der NHL.
Ein Highlight seiner Karriere ist das All-Star Game im Jahr 2009 – an alter Wirkungsstätte in Montreal. Er ist bis dahin der erste Schweizer Spieler im All-Star Game der NHL.
Getty Images
Erst während der Lockout-Saison 2012/13 spielt Streit erstmals überhaupt als Profi für seinen Juniorenclub. Er schliesst sich temporär dem SC Bern an, absolviert 32 Spiele und erzielt 7 Tore sowie 19 Assists.
Erst während der Lockout-Saison 2012/13 spielt Streit erstmals überhaupt als Profi für seinen Juniorenclub. Er schliesst sich temporär dem SC Bern an, absolviert 32 Spiele und erzielt 7 Tore sowie 19 Assists.
Keystone
Im Juni 2013 transferieren die Islanders Streit zu den Philadelphia Flyers. Er unterschreibt einen Vierjahresvertrag.
Im Juni 2013 transferieren die Islanders Streit zu den Philadelphia Flyers. Er unterschreibt einen Vierjahresvertrag.
Keystone
In den folgenden vier Jahren steht Streit 274-Mal für die Flyers auf dem Eis. Er erzielt insgesamt 30 Tore und kommt auf 110 Assists.
In den folgenden vier Jahren steht Streit 274-Mal für die Flyers auf dem Eis. Er erzielt insgesamt 30 Tore und kommt auf 110 Assists.
Keystone
Zeit für Sightseeing auch in seiner neuen Umgebung: Mark Streit auf den Spuren von Rocky Balboa in Philadelphia.
Zeit für Sightseeing auch in seiner neuen Umgebung: Mark Streit auf den Spuren von Rocky Balboa in Philadelphia.
Cédric von Niederhäusern
Zum vierten Mal nimmt Streit an Olympischen Spielen teil, 2014 in Sotschi führt er das Nationalteam als Captain aufs Eis. Noch vor dem Viertelfinal scheitert die Schweiz an Lettland.
Zum vierten Mal nimmt Streit an Olympischen Spielen teil, 2014 in Sotschi führt er das Nationalteam als Captain aufs Eis. Noch vor dem Viertelfinal scheitert die Schweiz an Lettland.
Keystone
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Mark Streit, gemäss «Blick» haben Sie sich entschieden, nicht mehr in der Schweiz zu spielen, womit Ihre Karriere vorbei ist. Stimmt das?

Ja, es ist so. Ich nahm mir Zeit, überlegte es mir gut. Es wäre sehr reizvoll gewesen, nochmals in er Schweiz zu spielen. Meine Karriere beim SCB zu beenden, wo ich mit sechs mit dem Eishockey begann. Ich hatte mit Alex Chatelain (dem SCB-Sportchef) auch mehrere Gespräche, aber es passte nicht so recht. So entschied ich mich für den Rücktritt.

Was passte nicht?

Schwer zu sagen. Ich bin jedenfalls überzeugt, den richtigen Entscheid getroffen zu haben. Auch wenn er mir nicht leicht fiel. Zuletzt trainierte ich noch alleine auf dem Eis, ich fühlte mich eigentlich gut. Ich sagte immer, ich wollte meine Karriere in der NHL beenden. Dem bin ich nun treu geblieben.

Wie geht es für Sie nun weiter?

Ich bin derzeit mit meiner Familie in Philadelphia, wo ich immer noch eine Wohnung habe. Ich werde hier in den nächsten Tagen die linke Schulter operieren lassen, die ich mir vor einem Jahr wieder verletzte. Es ist ein Riss in der Rotorenmanschette. Es war immer klar, dass ich die Schulter operieren würde, wenn ich die Karriere beende. Wir bleiben dann noch eine Weile in Philadelphia, in der ich das Familienleben geniessen und meine Zeit in Nordamerika Revue passieren werde. Erst im Dezember geht es zurück in die Schweiz.

Haben Sie sich schon Gedanken über Ihre Zukunft gemacht? Gibt es den Sportchef oder den Trainer Streit?

Mal schauen. Ich habe zwei, drei Projekte, die mit Eishockey zu tun haben oder auch nicht. Aber ich stürze mich jetzt nicht gleich ins nächste Abenteuer. Ich lasse es auf mich zukommen. Jetzt möchte ich zuerst einmal alles setzen lassen. Die abrupte Vertragsauflösung mit Montreal war schon ein ziemlicher Schock. Aber es ist naheliegend, dass ich weiter im Eishockey wirken werde. Ich habe eine grosse Erfahrung in diesem Sport.

Worauf sind Sie am meisten stolz?

Darauf, dass ich so zielstrebig, so beharrlich war. Ich war nie zufrieden, versuchte mich jeden Tag zu verbessern. Es war für mich ein Traum, in der NHL zu spielen. Und ich spielte da viel länger, als ich mir hätte erträumen können. Ich bin sehr dankbar, dass ich all das erleben und zuletzt sogar noch den Stanley-Cup gewinnen konnte. Und dass ich mit absoluten Topstars wie Sidney Crosby spielen konnte.

Wann erscheinen Ihre Memoiren?

Ich habe mir auch schon überlegt, meine Geschichte niederzuschreiben. Ich habe so viel erlebt, und vieles ist noch sehr präsent. Ja, das ist eine schöne Idee. Schauen wir einmal.

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