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Hollensteins Erlösung nach 103 Minuten

Der EHC Kloten kann in der Ligaqualifikation gegen die SCRJ Lakers verkürzen. Denis Hollenstein trifft im längsten Spiel der Schweizer Playoff-Geschichte.

Entscheidung weit nach Mitternacht: Denis Hollenstein macht den Klotenern im Abstiegskampf wieder Mut. (18. April 2018)
Entscheidung weit nach Mitternacht: Denis Hollenstein macht den Klotenern im Abstiegskampf wieder Mut. (18. April 2018)
Patrick B. Krämer, Keystone
Kurz vor 00.30 Uhr beglückwünschen die Klotener ihren Topskorer zu seinem 3:2 in der dritten Overtime. So lange hat noch ein Spiel gedauert in der Schweizer Playoff-Geschichte.
Kurz vor 00.30 Uhr beglückwünschen die Klotener ihren Topskorer zu seinem 3:2 in der dritten Overtime. So lange hat noch ein Spiel gedauert in der Schweizer Playoff-Geschichte.
Patrick B. Krämer, Keystone
...der Anhang des Teams vom Obersee. Der Match ist ganz bestimmt sein Eintrittsgeld wert gewesen. Aber Kloten hat in der Serie auf 1:2 verkürzen können.
...der Anhang des Teams vom Obersee. Der Match ist ganz bestimmt sein Eintrittsgeld wert gewesen. Aber Kloten hat in der Serie auf 1:2 verkürzen können.
Petra Orosz, Keystone
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Der EHC Kloten gab in der Ligaqualifikation ein Lebenszeichen von sich. Vor eigenen Fans verkürzten die Zürcher Unterländer gegen Rapperswil-Jona dank einem 3:2-Sieg nach Verlängerung in der Serie auf 1:2 Siege.

Der entscheidende Treffer erzielte Klotens Topskorer Denis Hollenstein nach 103. Minuten in der 3. Verlängerung um 0.29 Uhr MEZ. Dabei bewiesen die Klotener mehrmals Moral. Die Mannschaft von André Rötheli geriet, obschon spielbestimmend, zweimal in Rückstand. Beide Treffer kassierten die Zürcher in Unterzahl, auf beide Treffer fanden sie eine entsprechende Antwort.

Kloten wie der EHC Biel?

Das Abstiegsgespenst wurde also vorerst vertrieben. Der EHC Kloten kam in der Ligaqualifikation gegen die Rapperswil-Jona Lakers zur Geisterstunde mit 3:2 in der dritten Verlängerung im dritten Spiel zum ersten Sieg. Ausgerechnet Denis Hollenstein entschied mit dem 66. Klotener Torschuss die Partie. Hollenstein, Klotens Captain, hatte zuvor in den Abstiegs-Playoffs noch nie getroffen.

Die Klotener hoffen nach dem ersten Sieg, das gleiche Kunststück vollbringen zu können wie der EHC Biel vor neun Jahren. Die Bieler verloren damals gegen den NLB-Meister Lausanne ebenfalls die ersten zwei Spiele der Ligaqualifikation, schafften danach aber mit 4:3 Siegen noch den Klassenerhalt.

Dem Oberklassigen fehlte die Ruhe

Die Hoffnung ist durchaus berechtigt. Denn Kloten ist besser bestückt als die Lakers. Die Klotener dominierten auch Spiel 3 wieder (66:42 Torschüsse). Sie hätten die Partie früher entscheiden müssen. In der ersten Verlängerung spielten sie vier Minuten lang Powerplay, einmal sogar zu viert gegen einen Rapperswiler, weil zwei auf der Strafbank sassen, einer keinen Stock mehr in den Händen hielt und einer kaum mehr stehen konnte, nachdem er von einem Puck getroffen worden war. Aber den Klotenern fehlte bis zur 103. Minute nach der Misère der letzten Tage die nötige Ruhe.

Schon in der regulären Spielzeit hatte Kloten das Glück gefehlt. Die Zürcher Unterländer starteten engagierter und im Vergleich zu den ersten zwei Spielen mit viel mehr Emotionen ins Spiel. Kloten erspielte sich Vorteile. Die Fehlerquote, die in den ersten beiden Partien viel zu hoch gewesen war und jeweils den Weg in die Niederlage gewiesen hatte (1:4 und 0:4), blieb tief. Dennoch musste Kloten zweimal einem Rückstand nachlaufen. 35 Minuten lang lagen die Flieger 0:1 und 1:2 zurück. Das Abstiegsgespenst befand sich längst unter den 6863 Zuschauern in der Arena. Verteidiger René Back (1:1) und der Viertlinienstürmer Patrick Obrist (2:2) brachten Kloten aber zumindest kurzfristig wieder zurück ins Geschäft.

Starkes Powerplay der St. Galler

Die Rapperswil-Jona Lakers erzielten beide Tore mit einem Spieler mehr auf dem Eis. Beide Male sass ein Spieler für ein Stockfoul in der offensiven Zone auf der Strafbank. Der Amerikaner Jeremy Morin und Leandro Profico erzielten die Powerplay-Tore. Den Lakers boten sich gute Möglichkeiten durch Florian Schmuckli (26.) und Sven Lindemann (30.) zum 2:0. Andererseits standen die Klotener vor der Overtime dem Sieg klar näher. Matthias Bieber, Vincent Praplan und Denis Hollenstein verpassten aber im Finish das mögliche 3:2.

Spiel 4 findet am Donnerstagabend in Rapperswil-Jona statt. Die Schlüsselfrage: Welches der beiden Teams erholt sich bis dann besser?

Kloten - Rapperswil-Jona Lakers 3:2 (0:1, 1:0, 1:1, 0:0, 0:0) n.3.V. 6863 Zuschauer. - SR Koch/Wehrli, Borga/Kaderli. - Tore: 7. Morin (Casutt, Knelsen/Ausschluss Trachsler) 0:1. 39. Back (Santala) 1:1. 48. Profico (Mason, Ness/Ausschluss Abbott) 1:2. 51. Obrist (Trachsler) 2:2. 103. Hollenstein 3:2. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Kloten; 5mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Knelsen. Kloten: Boltshauser; Stoop, Ramholt; Egli, Harlacher; Kellenberger, Back; Kparghai; Leone, Schlagenhauf, Praplan; Obrist, Trachsler, Bozon; Bieber, Lehmann, Hollenstein; Wetli, Sallinen, Abbott; Santala. Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Iglesias, Schmuckli; Sataric, Maier; Geyer, Büsser; Gähler, Berger; Primeau, Ness, Hüsler; Morin, Knelsen, Rizzello; Mosimann, Mason, Hügli; Profico, Lindemann, Casutt. Bemerkungen: Kloten ohne Poulin, Bäckman (überzählige Ausländer), Grassi, Weber, Lemm und Marchon. Rapperswil-Jona Lakers ohne Aulin und Brem (alle verletzt). - 5. Lattenschuss Bieber. - Timeouts: Lakers (39.); Kloten (64.).

SDA/fal

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