Zum Hauptinhalt springen

Kloten mit Rückschlag – HC Davos siegt in Bern

Die Kloten Flyers unterliegen Fribourg-Gottéron zuhause 2:3. Gardner entscheidet die Partie in seinem 1000. NLA-Spiel. Der HC Davos siegt im Klassiker gegen den SC Bern.

Fribourg-Gottéron entführt aus Kloten drei Punkte und lässt die Flyers weiter um die Playoff-Teilnahme bangen.
Fribourg-Gottéron entführt aus Kloten drei Punkte und lässt die Flyers weiter um die Playoff-Teilnahme bangen.
Steffen Schmidt

Das Drehbuch ist beinahe schon kitschig. Das Game-Winning-Goal zum 3:2 erzielte in der 48. Minute ausgerechnet Gardner, der seine 1000. Partie in der NLA bestritt, eine Marke, die neben ihm erst sechs Spieler erreicht haben. Es war ein typischer Treffer für den kanadisch-schweizerischen Doppelbürger, lenkte er doch vor dem Tor einen Schuss von Marc Abplanalp unhaltbar ab. Zuvor hatte Gardner in der laufenden Meisterschaft erst viermal getroffen. In der Endphase drückten die Klotener mächtig auf den Ausgleich. In der 58. Minute hatten sie Pech, als Denis Hollenstein den Puck mit dem Körper an die Latte lenkte. Allerdings passt dies zur Saison der Zürcher Unterländer.

Mit dem Sieg baute Fribourg den Vorsprung auf das neuntplatzierte Ambri-Piotta auf zwölf Punkte aus. Für die im Mitteldrittel klar überlegenen Flyers war die Niederlage im zweiten «wegweisenden» Spiel des Wochenendes ein herber Dämpfer. Sie verpassten es nach dem 3:1-Auswärtssieg gegen Ambri am Freitag, erstmals seit Mitte Oktober zwei Spiele hintereinander zu gewinnen und erlitten die vierte Heimniederlage in Serie. Kloten hätte mit drei Punkten Ambri und Bern überholt und den Sprung über den Strich geschafft.

Wer gedacht hatte, dass die beiden Teams angesichts der Wichtigkeit des Spiels vorsichtig beginnen würden, wurde eines Besseren belehrt. Das erste Drittel war höchst attraktiv und endete mit 2:2. Nachdem Sakari Salminen die Gäste in der 5. Minute in Führung gebracht hatte, wendeten Vincent Praplan (9.) und Tommi Santala (15.) die Partie zwischenzeitlich mit zwei Powerplay-Toren. Für den erstaunlichen Praplan war es bereits der 14. Saisontreffer. In der 18. Minute glich Martin Réway ebenfalls in Überzahl zum 2:2 aus, wobei es wohl ein Eigentor von Lukas Frick war.

Die SCL Tigers überraschen erneut positiv

Können die SCL Tigers plötzlich noch in den Kampf um die Playoff-Plätze eingreifen? Es ist zumindest nicht auszuschliessen, wenn sie weiterhin so fleissig punkten. Denn inzwischen haben die Langnauer sechs der letzten acht Partien gewonnen. In Genf realisierten sie den vierten Auswärtssieg in Folge.

Für den entscheidenden Treffer (zum 4:3) war Jewgeni Schirjajew nach einer schönen Einzelleistung in der 43. Minute besorgt. Bereits davor waren die Emmentaler zweimal in Führung gegangen. Den Schlusspunkt eine halbe Minute vor dem Ende setzte in seinem zweiten Spiel für Langnau der neue Kanadier Kyle Wilson mit seinem ersten NLA-Treffer. Der letzte Langnauer Sieg in Genf datierte vom 28. Oktober 2008.

Servette musste ausgerechnet bei seiner schon fast legendären «Plüschtier-Aktion», die zum zweiten Mal in dieser Saison für eine ausverkaufte Les-Vernets-Halle gesorgt hatte, wieder einmal eine Niederlage einstecken. Servette hatte davor sechs Partien in Folge und vor heimischem Publikum gar zehnmal in Serie gewonnen. Dass ihre Serien rissen, hatten sich die Tabellendritten aber auch selbst zuzuschreiben. Mit zahlreichen Fehlern «schenkten» sie Langnau gleich die ersten drei Treffer.

Berner Misere geht weiter

Die letzte Szene war symptomatisch. Keiner der SCB-Akteure wollte offenbar zum letzten Penalty antreten. Als sich schliesslich Thomas Rüfenacht aus Eis begab, verschoss dieser kläglich. Davos, das selbst auf dem Zahnfleisch läuft und in diesen Tagen eigentlich ein dankbarer Gegner wäre, entführte den Zusatzpunkt ins Bündnerland. Die 17'031 Zuschauer in der zum zweiten Mal ausverkauften Arena quittierten die Vorstellung einmal mehr mit einem Pfeifkonzert.

Kämpferisch war den Bernern nicht viel vorzuwerfen, spielerisch aber weist der grosse SCB derzeit aber unerklärlich viele Defizite auf. Kaum einmal gelingt den Bernern ein schöner Spielzug, der den Gegner in Schwierigkeiten bringt. Immerhin das Powerplay funktioniert noch einigermassen: In der 22. Minute brachte Rüfenacht mit dem 44. Tor in Überzahl in dieser Saison in Führung; kein anderes NLA-Team traf bisher im Powerplay öfters.

Weil es auch dem HCD derzeit nicht läuft, entwickelte sich eine zerfahrene Partie. Es verwunderte deshalb nicht, dass die Bündner den Ausgleich ebenfalls in numerischer Überlegenheit erzielten. Enzo Corvi vollendete in der 44. Minute zum 1:1. Corvi war es auch, der den einzigen Penalty verwertete und dem HCD damit den vierten Sieg im vierten Duell dieser Spielzeit sicherte. Bern auf der anderen Seite kassierte die vierte Pleite in den letzten fünf Partien. Von den letzten elf Heimspielen gewannen die Berner nur gerade deren drei.

Kloten Flyers - Fribourg-Gottéron 2:3 (2:2, 0:0, 0:1) 4734 Zuschauer. - SR Eichmann/Koch, Kohler/Küng. - Tore: 5. Salminen (Kamerzin) 0:1. 9. Praplan (Santala/Ausschluss Schilt) 1:1. 15. Santala (Gustafsson/Ausschlüsse Collenberg; Plüss, Rathgeb) 2:1. 18. Réway (Ausschluss Schelling) 2:2. 48. Gardner (Abplanalp) 2:3. - Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Schelling) gegen die Kloten Flyers, 5mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. - PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Sprunger. Kloten Flyers: Gerber; Frick, Gustafsson; Stoop, Back; Collenberg, Schelling; Praplan, Santala, Hollenstein; Leone, Sheppard, Kolarik; Guggisberg, Liniger, Bieber; Hasani, Kellenberger, Casutt; Lemm, Obrist. Fribourg-Gottéron: Conz; Rathgeb, Ngoy; Ellerby, Schilt; Kamerzin, Abplanalp; Sprunger, Réway, Plüss; Mauldin, Gardner, Mottet; Neuenschwander, Schmutz, Salminen; Neukom, Rivera, Vauclair. Bemerkungen: Kloten Flyers ohne Olimb (überzähliger Ausländer), Harlacher und von Gunten. Fribourg-Gottéron ohne Bykow, Pouliot, Picard II und Fritsche (alle verletzt). - 1000. NLA-Spiel von Gardner. - Timeouts: Fribourg (32.), Kloten (59:36). - 58. Lattenschuss Hollenstein. - Kloten ab 57:40 ohne Goalie.

Genève-Servette - SCL Tigers 3:5 (1:1, 2:2, 0:2) 7135 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Massy, Kaderli/Stuber. - Tore: 2. Zryd 0:1. 20. (19:31) Douay (Jacquemet) 1:1. 26. Sven Lindemann 1:2. 32. Bezina (Loeffel, Douay) 2:2. 36. Douay (Rubin, Jacquemet) 3:2. 39. DiDomenico (Zryd) 3:3. 43. Schirjajew (Haas) 3:4. 60. (59:26) Wilson 3:5 (ins leere Tor). - Strafen: keine gegen Genève-Servette, 1mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers. - PostFinance-Topskorer: D'Agostini; DiDomenico. Genève-Servette: Mayer; Vukovic, Fransson; Loeffel, Bezina; Antonietti, Iglesias; Chuard; Wick, Pyatt, Pedretti; D'Agostini, Lombardi, Rod; Simek, Romy, Riat; Douay, Jacquemet, Rubin; Roland Gerber. SCL Tigers: Punnenovs; Müller, Koistinen; Weisskopf, Kim Lindemann; Zryd, Adrian Gerber; Gossweiler, Ronchetti; DiDomenico, Wilson, Claudio Moggi; Bucher, Gustafsson, Clark; Haas, Schirjajew, Sven Lindemann; Wyss, Albrecht, Sandro Moggi. Bemerkungen: Genève-Servette ohne Bays, Slater, Kast, Traber, Mercier und Almond, SCL Tigers ohne Hecquefeuille, Stettler, Nüssli, Murray, Berger, Bärtschi und Tom Gerber (alle verletzt). Genève-Servette von 58:20 bis 58:40 und von 58:45 bis 59:27 ohne Torhüter.

Bern - Davos 1:2 (0:0, 1:0, 0:1, 0:0) n.P. 17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Stricker/Vinnerborg, Fluri/Tscherrig. - Tor: 22. Rüfenacht (Krueger, Conacher/Ausschluss Axelsson) 1:0. 44. Corvi (Ambühl, Lindgren/Ausschluss Roy) 1:1. - Penaltyschiessen: Luca Hischier -, Corvi 0:1; Moser -, Axelsson -; Krueger -, Du Bois -; Pascal Berger -, Marc Wieser -; Rüfenacht. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Conacher; Lindgren. Bern: Stepanek; Krueger, Untersander; Jobin, Gerber; Helbling, Flurin Randegger; Dubois; Bodenmann, Plüss, Moser; Conacher, Roy, Rüfenacht; Alain Berger, Luca Hischier, Pascal Berger; Müller, Reichert, Gian-Andrea Randegger; Nico Hischier. Davos: Genoni; Heldner, Forster; Kindschi, Du Bois; Guerra, Jung; Forrer, Paschoud; Ambühl, Corvi, Jörg; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Setoguchi, Walser, Picard; Kessler, Aeschlimann, Dino Wieser. Bemerkungen: Bern ohne Bergenheim, Blum, Bührer, Ebbett, Kobasew, Kousa, Kreis, Ness, Smith (alle verletzt) und Scherwey (gesperrt), Davos ohne Simion, Sciaroni, Paulsson (alle verletzt), Schneeberger (gesperrt) und Brejcak (überzähliger Ausländer). Dubois mit Innenbandverletzung ausgefallen (18.). Timeouts Davos (27.) und Bern (34.).

si

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch