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Im Schweizer Eishockey muss härter gearbeitet werden

Die Schweizer Nationalmannschaft hat an der A-WM die Erwartungen nicht erfüllt. Jetzt müssen die Lehren aus dem Turnier gezogen werden, sonst droht der nationalen Eishockey-Bewegung ein Rückschlag.

Das Team von Sean Simpson hat den Sprung unter die Top Acht nicht geschafft, obwohl es nominell stärker besetzt war als die letztjährige B-Auswahl, die Rang 5 erreicht hatte. Platz 9 in der Slowakei ist nach einer guten Vorbereitung eine Enttäuschung, weil der Fan zu Recht den Anspruch hat, dass die gut entlöhnten Schweizer Profis dem Minimalziel Viertelfinal aufgrund von Status und Renommee gerecht werden müssen. Verdorben hat sich die Schweizer Delegation die Tage in Kosice wegen der ungenügenden Vorstellungen in den beiden Partien gegen die Mittelklass-Nationen Frankreich und Norwegen, in denen nur gerade zwei Punkte und drei Tore herausschauten. Dass Simpsons Männer durchaus Potenzial für höhere Ziele hätten, deuteten sie in den Partien gegen Weissrussland, Kanada und auch Schweden an. Im bedeutungslosen Duell gegen die USA bewies das Team zumindest Charakter.

Spieler, Coaches und der Verband tun gut daran, das frühe Scheitern in der Slowakei ernsthaft zu analysieren. Auch Simpson muss über die Bücher, er muss überlegen, ob er in personeller Hinsicht alles richtig gemacht hat. Jetzt aber auf den Nati-Trainer einzuprügeln, wäre nicht der richtige Ansatz. Der Kanadier hat der Mannschaft ein taktisch modernes Konzept verpasst, das sich wohltuend vom Marignano-Stil seines Vorgängers abhebt. Simpson wird zukünftig ein rauerer Wind entgegenblasen, aber das gehört zu seinem Job. Das Hauptproblem der Landesauwahl ist neben mentalen Defiziten die Torflaute von Schweizer Stürmern – ein altes Lied. Und noch immer wartet man in einem Land, das im Vergleich zu anderen Nationen über eine dichte Infrastruktur verfügt, auf einen gebürtigen Schweizer Forward, der in der National Hockey League Fuss fassen kann. Deshalb bedarf auch die Arbeit im Nachwuchsbereich einer ernsthaften Prüfung. Es muss schon ganz früh intensiver und präziser gearbeitet werden – mit Trainern, die über ein enormes Fachpotenzial verfügen. Diese Lehrmeister dürfen auch ruhig aus den grossen Eishockey-Nationen stammen.

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