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Zürcher Meisterfeier vertagt

Den ersten von drei ZSC-Meisterpucks wehrt der HC Lugano souverän ab. Er deklassiert die enttäuschenden Lions 4:0. Der Showdown geht am Mittwoch in Zürich weiter.

Lachendes Lugano: Die Tessiner lassen in Spiel 5 nichts anbrennen und schlagen den ZSC deutlich.
Lachendes Lugano: Die Tessiner lassen in Spiel 5 nichts anbrennen und schlagen den ZSC deutlich.
Gabriele Putzu, Keystone
Konsternierte Zürcher nach der 0:4-Pleite in der heissen Resega.
Konsternierte Zürcher nach der 0:4-Pleite in der heissen Resega.
Gabriele Putzu, Keystone
Enttäuschung im Hallenstadion: Die ZSC-Fans müssen ihre Meisterfeier mindestens bis Mittwoch verschieben.
Enttäuschung im Hallenstadion: Die ZSC-Fans müssen ihre Meisterfeier mindestens bis Mittwoch verschieben.
Ennio Leanza, Keystone
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Zur umjubelten Figur der Curva Nord avancierte einer mit Ambri-Vergangenheit: Gregory Hofmann stoppte die Lions mit dem 1:0 und 2:0 praktisch solo. Der 25-jährige spielt in seiner dritten Saison bei den Bianconeri so gut wie nie zuvor. Mit 13 Treffern ist er in der aktuellen Playoff-Kampagne in die höchste Kategorie aufgestiegen.

Die Lions deklassiert: Lugano wehrt den ersten von drei ZSC-Meisterpucks souverän ab.

Dass die Luganesi eine vorzeitige Meisterfeier der Lions mit allen Mitteln verhindern wollen würden, war schon vor dem ersten Puckeinwurf klar. Mit dem Rücken zur Wand folgte ihrerseits im erneut randvollen Stadion vor 7200 Tifosi ein nächstes Signal der Stärke. Nach seinem blitzschnellen Einstieg (1:0 nach 27 Sekunden) zermürbte der HCL den Gegner mit seiner Kraft, ehe er im letzten Drittel mit einer Tor-Doublette (43./44.) im rasanten Tempo für diskussionslose Verhältnisse sorgte.

Erster Treffer nach 27 Sekunden

Dass die Resega ein heisses Pflaster ist, wissen auch die ZSC Lions. Aber seit ihrem 1:0 zum Auftakt im Sottoceneri verglühte Luganos Kontrahent tief im Süden regelrecht. Die Lions fanden in den letzten zwei Partien vor der landesweit lautesten Kulisse praktisch nicht statt. Seit total 145 Minuten sind sie auswärts torlos. Aus ihrer Sicht wäre ein weiteres Gastspiel in der Resega nicht ratsam.

Zum dritten Mal in Folge liessen sich die unerklärlich verhaltenen Lions im Startdrittel von den Tessinern düpieren - im Spiel der zunächst letzten Chance sogar früher denn je: Nach 27 Sekunden stürmte Maxim Lapierre in die Zone der konfusen Zürcher, Gregory Hofmann vollstreckte ohne das geringste Problem. Philippe Furrer hatte im Vorfeld des dritten Heimspiels ohne Umschweife eingestanden, den Overtime-Frust im Hallenstadion nur mit Mühe verdaut zu haben. Die Ansage zur Rückkehr kam dann aber praktisch zeitgleich: «Zu Hause werden wir vom Publikum getragen und werden wieder hart arbeiten.» Seinen Worten folgte dann der wunschgemässe Auftritt: Der HCL im Vorwärtsgang, wild entschlossen, die Tifoseria fing sofort Feuer.

Nervosität bei den Lions

Der «Corriere del Ticino» hatte diverse Anhaltspunkte aufgelistet, weshalb der HC Lugano die Saison um mindestens eine Partie verlängern könnte - einer davon betraf den Keeper Merzlikins: «Elvis in NHL-Form.» Der lettische WM-Goalie, im Playoff inzwischen mit über 500 Saves eine der auffälligsten Figuren, brillierte in der Tat.

Den ersten von drei Big Points haben die ZSC Lions nicht verwertet. Mit der aufsässigen Spielweise, mit dem puren Willen der Gastgeber, die Kreativität Zürichs einzuschränken, tat sich der Favorit ein weiteres Mal schwer und wirkte teilweise überfordert. Der personelle Tiefgang brachte zu wenig ein, zu viele Angriffsversuche prallten an Merzlikins ab.

Wie sehr der Abnützungskampf den Lions auch im mentalen Bereich zu schaffen machte, verdeutlichte eine Szene Sekunden nach dem Ende des zweiten Drittels. Kossmann bearbeitete Kenins verbal, worauf der Powerflügel wutentbrannt gegen die Bande kickte. Von der Nervosität liess sich selbst der bis anhin vorzügliche ZSC-Goalie Lukas Flüeler anstecken - den Untergang leitete er mit einem Fehler gleich selber ein.

Lugano - ZSC Lions 4:0 (1:0, 0:0, 3:0)

7200 Zuschauer (ausverkauft). SR Stricker/Urban, Obwegeser/Wüst. Tore: 1. (0:27) Hofmann (Lapierre) 1:0. 43. (42:25) Hofmann (Morini) 2:0. 44. (43:33) Furrer (Fazzini) 3:0. 58. Fazzini (Lapierre) 4:0. Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Lugano, 1mal 2 plus 10 Minuten (Kenins) gegen den ZSC. PostFinance-Topskorer: Lapierre; Pettersson.Lugano: Merzlikins; Johnston, Furrer; Sanguinetti, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Riva; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Walker, Sannitz, Reuille; Fazzini, Morini, Bertaggia; Vedova, Romanenghi, Zorin.ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Berni, Marti; Guerra; Pettersson, Shore, Korpikoski; Wick, Suter, Kenins; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Künzle, Prassl, Miranda; Pestoni.Bemerkungen: Lugano ohne Cunti, Chiesa, Brunner, Bürgler, Ronchetti (alle verletzt), Etem, Klasen (beide überzählig), ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren (alle verletzt), Seger, Pelletier, Hinterkircher, Karrer (alle überzählig). 12. Lattenschuss von Wick.

SDA/lif

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