«Wir spielten gegen Slowenien, nicht gegen Kanada»

Damien Brunner verwertete im WM-Auftakt als einziger seinen Penalty. Trotzdem ist er alles andere als glücklich.

Damien Brunner (links) traf als einziger im Penaltyschiessen und sicherte der Schweiz den Sieg.

Damien Brunner (links) traf als einziger im Penaltyschiessen und sicherte der Schweiz den Sieg.

(Bild: Keystone)

Simon Graf@SimonGraf1

Wie konnte es passieren, dass die Schweizer gegen Slowenien eine 4:0-Führung aus der Hand gaben?
Es ist mir nicht ganz klar, wieso wir uns im dritten Abschnitt so viele Strafen einhandelten. Vor allem in der Offensivzone. Wenn man 4:0 führt, sollte es nicht passieren, dass man den Fuss etwas vom Gaspedal nimmt. Aber es kann passieren. Trotzdem hatten wir alles unter Kontrolle, selbst nach dem 4:2. Aber zehn Minuten Boxplax im letzten Drittel ist zu viel. Die Slowenen haben eine gute Linie, diese Spieler wissen, wie sie den Puck hin- und herspielen müssen, und schossen so zwei Powerplaytore.

Im Guten wie im Schlechten sah man von den Schweizern in diesem Auftaktspiel fast alles. Einverstanden?
Im ersten Drittel lief es uns vielleicht fast zu gut. Wenn wir nur 1:0 oder 2:0 führen, wissen wir, dass wir unbedingt so weiterspielen müssen. 4:0 war vielleicht fast zu viel. Aber nach 40 Minuten stand es immer noch 4:1. Und wir spielten gegen Slowenien, nicht gegen Kanada.

Haben die Slowenen Sie überrascht?
Sie schossen zwei Powerplaytore und einen Shorthander und nützen einen Rush aus zu einem Tor. Sonst sah ich aber nicht viel von den Slowenen. Dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren. Also, wir haben es ja nicht verloren. Aber wir dürfen keinen Punkt abgeben.

Was können die Schweizer aus diesem Match mitnehmen?
Wenn wir normal spielen und nicht all diese Strafen nehmen, gewinnen wir 4:2 oder 4:1. Es war völlig unnötig, wie wir das Spiel aus der Hand gaben.

Waren Sie nervös beim Penalty?
Nein, ich war nicht nervös.

Gingen Ihnen nicht durch den Kopf: Was, wenn wir diesen Match noch verlieren?
Nein. Ich dachte: Jetzt haue ich den Puck rein.

Wie weh tut dieser Punktverlust?
Es ist schwierig, das als Sieg zu sehen. Aber jetzt sind wir im Turniermodus. Da kann man nicht lange über solche Spiele nachstudieren. Jetzt gehen wir in die Garderobe, analysieren, was falsch gelaufen ist, und wenn wir im Bus sitzen, ist das schon wieder abgehakt. Und dann geht es bald weiter gegen die Norweger.

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