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Der SCB feiert – der ZSC hadert

Die ZSC Lions verlieren in der Verlängerung gegen Meister SC Bern trotz vermeintlichem Siegestreffer. Kloten kassiert die vierte Niederlage in Serie.

Hockey-Krimi: Bern bezwingt die ZSC Lions erst in der Verlängerung (4:3).
Hockey-Krimi: Bern bezwingt die ZSC Lions erst in der Verlängerung (4:3).
Alessandro d. Valle, Keystone
Eric Blum schiesst die Berner in der Verlängerung zum Sieg, nach dem er einen Abpraller bei Genoni unter der Latte versenkte.
Eric Blum schiesst die Berner in der Verlängerung zum Sieg, nach dem er einen Abpraller bei Genoni unter der Latte versenkte.
Alessandro d. Valle, Keystone
Eliot Berthon und Cory Emmerton (im Bild) drehen das Resultat in der 19. und 20. Spielminute. Im zweiten und dritten Drittel fallen keine Tore mehr.
Eliot Berthon und Cory Emmerton (im Bild) drehen das Resultat in der 19. und 20. Spielminute. Im zweiten und dritten Drittel fallen keine Tore mehr.
Davide Agosta, Keystone
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Das Ende in Bern verlief spektakulär und vor allem für die Schiedsrichter heikel. In der Verlängerung aberkannten sie den ZSC Lions beim Stande von 3:3 zuerst einen Treffer wegen Torhüterbehinderung. Patrick Geering hatte Leonardo Genoni leicht berührt. Drei Minuten später lag der Puck im Netz von Lukas Flüeler, der ebenfalls leicht touchiert wurde. Diesmal entschieden die Unparteiischen aber auf Tor.

Das Siegtor zum 4:3 erzielte Verteidiger Eric Blum. Der Schweizer Internationale bestritt seine erste Meisterschaftspartie in dieser Saison, nachdem er unter der Woche nach überstandener Handgelenk-Verletzung in der Champions League sein Comeback gegeben hatte. Den Assist zum Tor steuerte Lukas Haas bei, der nun achtmal in Serie mindestens einen Skorerpunkt realisierte.

ZSC weiter mit Mühe gegen Top-Teams

Die ZSC Lions verpassten bei der Rückkehr von Sportchef Sven Leuenberger an seine alte Wirkungsstätte erneut den ersten Saisonsieg gegen eines der Spitzenteams, obwohl sie dem SCB mindestens ebenbürtig waren.

Die Berner aber liessen sich auch durch einen 0:1-Rückstand - Mattias Sjögren erzielte nach acht Minuten den Führungstreffer für den ZSC - nicht beirren. Im Mitteldrittel drehten sie die Partie mit drei Toren aus den ersten vier Abschlüssen. Diese Effizienz und Kaltblütigkeit war der Schlüssel dafür, dass Bern es überhaupt in die Verlängerung schaffte.

Erster Auswärtssieg von Genf

Genève-Servette stoppt seine Negativserie und entscheidet in Kloten das Duell «Not gegen Elend» 2:1 für sich. Während die Genfer im achten Auswärtsspiel in der laufenden Meisterschaft erstmals gewannen, erlitt der Tabellenletzte Kloten im zwölften Saisonspiel die zehnte Niederlage.

Servette zeigte 24 Stunden nach der 0:3-Heimniederlage gegen Ambri-Piotta die richtige Reaktion. Die Genfer agierten in der Verteidigung lange Zeit sehr diszipliniert und schalteten gut um. Dass die Gäste nach 40 Minuten nicht höher als mit 2:0 führten, lag in erste Linie am Klotener Keeper Luca Boltshauser, der einige starke Paraden zeigte. Gegen den Ablenker von Juraj Simek nach einem Schuss von Henrik Tömmernes (8.) war er allerdings machtlos. Beim 2:0 (29.) bediente Tanner Richard den direkt von der Strafbank kommenden Tömmernes, der Boltshauser herrlich düpierte.

Sackschwaches Powerplay von Kloten

Tömmernes war zum zweiten Mal wegen Spielverzögerung bestraft worden. Das Powerplay der Klotener verdiente jedoch auch an diesem Abend seinen Namen nicht. Dennoch gelang dem Heimteam in der 50. Minute durch den formstarken Roman Schlagenhauf der Anschlusstreffer. In der Folge machten die Zürcher Unterländer mächtig Druck, trotz 45 Torschüssen gelang der Ausgleich aber nicht mehr.

Kloten liegt nun bereits fünf Punkte hinter den elftplatzierten SCL Tigers und sechs Punkte hinter Genf. Insofern steigt auch der Druck auf Trainer Pekka Tirkkonen. Dessen Antipode Craig Woodcroft dagegen kann nach dem ersten Sieg nach fünf Niederlagen etwas aufatmen. Die Leistung der Genfer ist umso höher einstufen, als gleich fünf Schlüsselspieler fehlten und nur zwei Ausländer zur Verfügung standen.

Torserie von Luganos Hofmann nimmt ein Ende

Luganos Stürmer Gregory Hofmann hat im achten Einsatz dieser Saison erstmals keinen Treffer erzielt. Sein Team feierte in Freiburg beim 4:1 gegen Gottéron trotzdem den fünften Sieg in Folge.

Neun Tore in sieben Partien hatte Hofmann bisher geschossen. Nicht zuletzt deshalb stehen die Tessiner im Kontakt mit der Tabellenspitze. Auch wenn er gegen Fribourg für einmal ohne persönlichen Torerfolg blieb, unbeteiligt am neunten Saisonsieg seiner Mannschaft war Hofmann dennoch nicht. In der 53. Minute leitete er den entscheidenden Konter ein, den Luca Fazzini mit einem satten Schuss unter die Torlatte zum 3:1 abschloss. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende machte Julian Walker mit einem Schuss ins leere Tor alles klar.

Bei Fribourg ist der Wurm drin

Bei Fribourg ist derweil der Schwung nach dem hervorragenden Saisonstart verloren gegangen. Das Team von Trainer Mark French, das sechs der ersten sieben Partien dieser Saison für sich entschieden hatte, gewann von den letzten sechs Spielen nur gerade noch eines.

Gottéron zeigte sich zwar bemüht, insbesondere die Schlüsselspieler aber kreierten in der Offensive einmal mehr zu wenig. Zu Beginn des Schlussdrittels besassen Roman Cervenka (41.) und mit einem Pfostenschuss Yannick Rathgeb (44.) ausgezeichnete Chancen zum 2:2. Mittlerweile sind die Freiburger in der Tabelle vom Leaderthron auf Platz 5 abgestürzt.

Zug verteidigt Leaderposition

Der EV Zug feierte im zwölften Meisterschaftsspiel der Saison den zehnten Sieg und verteidigte die Tabellenführung. Der diesjährige Playoff-Finalist bezwang Biel 3:2 nach Verlängerung.

Nach dem 2:0 von Carl Klingberg (50.), der in der 29. Minute mit einem Penalty am Pfosten gescheitert war, schien die Partie zu Gunsten der Zentralschweizer vorentschieden zu sein. Das Heimteam hatte alles im Griff. Nach einem Fehler von EVZ-Keeper Tobias Stephan fiel dann allerdings in der 54. Minute praktisch aus heiterem Himmel das 1:2; der Profiteur war Mathieu Tschantré. Die Zuger wirkten nun verunsichert, und prompt glich Fabian Lüthi in der 57. Minute zum 2:2 aus.

In der Verlängerung musste der Bieler Marc-Antoine Pouliot wegen eines Crosschecks auf die Strafbank, was EVZ-Verteidiger Robin Grossmann mit seinem fünften Saisontreffer zum viel umjubelten 3:2 nutzte. Während die Zuger zum fünften Heimsieg in Folge gegen Biel kamen, erlitten die Bieler die fünfte Niederlage in den letzten sechs Partien.

Das 1:0 für den EVZ war ein Geschenk des Bieler Keepers Jonas Hiller gewesen. Yannick Zehnder lenkte in der neutralen Zone einen missglückten Pass von Grossmann ab, worauf der Puck überraschend ins Tor ging. Es war für den 19-jährigen Zehnder der erste Treffer überhaupt in der National League.

Sarault startet mit Niederlage

Das Debüt von Yves Sarault als Trainer des Lausanne HC ist misslungen. Die Waadtländer verloren auswärts gegen Ambri-Piotta 1:2. Das Schlussresultat stand schon nach dem ersten Drittel fest.

Lausanne erwischte zwar einen ausgezeichneten Start und ging bereits nach 58 Sekunden durch Sandro Zangger in Führung. Es konnte aber den Schwung nicht mitnehmen. Ambri reagierte mit einem Doppelschlag am Ende des ersten Drittels. Innerhalb von 57 Sekunden drehten Eliot Berthon mit seinem ersten Saisontreffer und im Powerplay Cory Emmerton mit dem Bein die Partie.

Umstrittenes zweites Tor der Leventiner

Der zweite Treffer der Tessiner war nicht unumstritten, die Schiedsrichter gaben ihn erst nach der Konsultation des Videos. Auf diesem erkannten sie, dass Emmerton den Schuss von Matt D'Agostini nicht absichtlich mit dem Bein über die Linie abgelenkt hatte. In der Folge - insbesondere bei den vier Powerplay-Gelegenheiten im Mitteldrittel - verpasste es Ambri, die Partie vorzeitig zu entschieden.

Lausanne, das drei Tage nach dem 8:4 gegen Genève-Servette wieder in alte Fahrwasser geriet, scheint in der Leventina nicht mehr gewinnen zu können. Den letzten Erfolg in Ambri feierten die Romands vor rund dreieinhalb Jahren (2:1 im März 2014). Seither setzte es im Tessin acht Niederlagen ab.

Bern - ZSC Lions 4:3 (0:1, 3:1, 0:1, 1:0) n.V. 16'342 Zuschauer. - SR Hebeisen/Wiegand, Bürgi/Fluri. Tore: 8. Sjögren (Pestoni) 0:1. 24. Scherwey (Bodenmann) 1:1. 29. (28:36) Moser (Untersander) 2:1. 30. (29:47) Suter (Sutter, Nilsson) 2:2. 31. (30:39) Rüfenacht (Ebbett, Noreau/Ausschluss Shore) 3:2. 45. Geering (Pestoni) 3:3. 64. Blum (Haas) 4:3. Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 5mal 2 plus 10 Minuten (Shore) gegen die ZSC Lions. PostFinance-Topskorer: Ebbett; Nilsson. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Kamerzin, Noreau; Andersson, Krueger; Burren; Bodenmann, Haas, Scherwey; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Kämpf, Ebbett, Pyörälä; Meyer, Heim, Randegger. ZSC Lions: Flüeler; Klein, Geering; Karrer, Marti; Sutter, Phil Baltisberger; Blindenbacher; Wick, Schäppi, Kenins; Pettersson, Suter, Nilsson; Künzle, Sjögren, Pestoni; Chris Baltisberger, Shore, Herzog; Prassl. Bemerkungen: Bern ohne Gerber, Berger, Hischier (alle verletzt) und Raymond (überzähliger Ausländer), ZSC Lions ohne Seger (verletzt) und Guerra (überzählig). Lattenschuss Chris Baltisberger (38.).

Kloten - Genève-Servette 1:2 (0:1, 0:1, 1:0) 4429 Zuschauer. - SR Eichmann/Müller, Gurtner/Obwegeser. Tore: 8. Simek (Tömmernes, Jacquemet) 0:1. 29. Tömmernes (Richard) 0:2. 50. Schlagenhauf (Leone, Marchon) 1:2. Strafen: je 4mal 2 Minuten. PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Simek. Kloten: Boltshauser; Stoop, Bäckman; Egli, Andersen; Weber, Back; Hollenstein, Sallinen, Praplan; Leone, Schlagenhauf, Marchon; Grassi, Trachsler, Bader; Bozon, Obrist, Bieber; Lemm. Genève-Servette: Mayer; Loeffel, Petschenig; Jacquemet, Tömmernes; Vukovic, Fransson; Mercier, Bezina; Wick, Hasani, Riat; Schweri, Richard, Simek; Holdener, Heinimann, Impose; Traber, Rubin, Kyparissis. Bemerkungen: Kloten ohne Ramholt, Kellenberger, Santala, von Gunten und Harlacher. Genéve-Servette ohne Bays, Gerbe, Spaling, Romy, Almond und Rod (alle verletzt). - Kloten ab 58:56 ohne Goalie. - Timeout Kloten (59:25).

Fribourg-Gottéron - Lugano 1:4 (0:1, 1:1, 0:2) 5754 Zuschauer. - SR Massy/Mollard, Abegglen/Rebetez. Tore: 12. Sanguinetti (Bertaggia, Cunti) 0:1. 28. Rivera (Rathgeb) 1:1. 38. Klasen (Lajunen) 1:2. 53. Fazzini (Hofmann) 1:3. 58. Walker 1:4 (ins leere Tor). Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 5mal 2 Minuten gegen Lugano. PostFinance-Topskorer: Rossi; Bürgler. Fribourg-Gottéron: Brust; Kienzle, Stalder; Holös, Chavaillaz; Rathgeb, Schilt; Glauser; Sprunger, Cervenka, Birner; Neuenschwander, Meunier, Mottet; Rossi, Bykow, Marchon; Fritsche, Rivera, Tristan Vauclair; Schmutz. Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Furrer; Ulmer, Wellinger; Chiesa, Ronchetti; Riva; Bürgler, Lajunenh, Klasen; Fazzini, Lapierre, Hofmann; Walker, Sannitz, Romanenghi; Morini, Cunti, Bertaggia; Reuille. Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Abplanalp (verletzt) und Slater (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Julien Vauclair und Brunner (beide verletzt). Pfostenschuss Rathgeb (44.) Fribourg-Gottéron von 57:27 bis 57:35 ohne Torhüter.

Zug - Biel 3:2 (0:0, 1:0, 1:2, 1:0) n.V. 7046 Zuschauer. - SR Urban/Vinnerborg, Gnemmi/Wüst. Tore: 27. Zehnder (Grossmann) 1:0. 49. Klingberg (Roe, Stalberg) 2:0. 54. Tschantré (Pouliot) 2:1. 57. Fabian Lüthi (Wetzel) 2:2. 63. Grossmann (McIntyre/Ausschluss Pouliot) 3:2. Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 plus 10 Minuten (Pouliot) gegen Biel. PostFinance-Topskorer: Stalberg; Earl. Zug: Stephan; Morant, Grossmann; Diaz, Geisser; Schlumpf, Helbling; Fohrler, Stadler; Klingberg, Roe, Stalberg; Martschini, McIntyre, Suri; Zehnder, Kast, Senteler; Schnyder, Nolan Diem, Haberstich. Biel: Hiller; Lofquist, Forster; Fey, Jecker; Kreis, Dufner; Steiner; Nussbaumer, Earl, Rajala; Tschantré, Dominik Diem, Pouliot; Schmutz, Fuchs, Pedretti; Fabian Lüthi, Joggi, Wetzel. Bemerkungen: Zug ohne Lammer und Alatalo. Biel ohne Maurer, Valentin Lüthi, Neuenschwander und Micflikier (überzähliger Ausländer). - 29. Klingberg schiesst Penalty an den Pfosten. - Timeout Zug (32.).

Ambri-Piotta - Lausanne 2:1 (2:1, 0:0, 0:0) 4651 Zuschauer. - SR Stricker/Tscherrig, Castelli/Kovacs. Tore: 1. (0:58) Zangger (Froidevaux, Pesonen) 0:1. 19. (18:18) Berthon (Goi) 1:1. 20. (19:15) Emmerton (D'Agostini/Ausschluss Froidevaux) 2:1. Strafen: keine gegen Ambri-Piotta, 7mal 2 plus 10 Minuten (Danielsson) gegen Lausanne. PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Danielsson. Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Zgraggen; Ngoy, Jelovac; Fora, Pinana; Collenberg; Incir, Kostner, Bianchi; D'Agostini, Emmerton, Zwerger; Lauper, Goi, Berthon; Mazzolini, Taffe, Müller; Lhotak. Lausanne: Zurkirchen; Junland, Borlat; Genazzi, Fischer; Trutmann, Frick; Gobbi; Danielsson, Jeffrey, Ryser; Zangger, Froidevaux, Pesonen; Schelling, Miéville, Herren; Nodari, Kneubühler, In-Albon; Simic. Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Stucki, Trisoni (beide verletzt), Monnet und Guggisberg (beide überzählig), Lausanne ohne Walsky, Vermin (beide verletzt) und Huet (überzählig). Lausanne ab 58:45 ohne Torhüter. Timeout Lausanne (59:27).

SDA/jul

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