Zum Hauptinhalt springen

«Als ob ein psychologischer Gott zu den Spielern spreche»

Larry Huras ist nach wie vor überzeugt, dass sein SCB besser ist als Kloten. Das vermittelt er innovativ. Redaktion Tamedia berichtet live ab 19.45 Uhr.

«Ich glaube an mein Team. Wir müssen nicht alles auf den Kopf stellen, eigentlich spielen wir gut»: Larry Huras.
«Ich glaube an mein Team. Wir müssen nicht alles auf den Kopf stellen, eigentlich spielen wir gut»: Larry Huras.
Keystone

Larry Huras, Sie sagten nach dem verlorenen dritten Spiel, es müsse etwas wechseln, und Sie würden voranschreiten mit Ihrer Unterwäsche. Haben Sie Wort gehalten? (lacht) Absolut. Ich habe nach dem Match sofort alles in die Waschmaschine geworfen. Socken, Unterhosen, Unterleibchen. Alles habe ich gewechselt.Und was wechselt im Team? Kehren Jean-Pierre Vigier und Simon Gamache in die Aufstellung zurück? Wir werden sicher frisches Blut im Team haben. Mehr möchte ich nicht sagen.Als Sie 2001 mit dem ZSC im Final 1:3 zurücklagen, sprachen Sie vom Elefanten, den man Bissen für Bissen esse. Aber ist der SCB noch hungrig? Natürlich. Wir sind verärgert und frustriert. Denn wir sind überzeugt, dass wir das bessere Team sind. Das Problem ist, dass wir uns bisher selber geschlagen haben. Mit Fehlern, die untypisch sind für uns, etwa mit Wechseln zur Unzeit.Passiert dies aus Nervosität? Eher aus Frustration. Meine Spieler arbeiten unheimlich viel, aber es schaut zu wenig heraus. Und dann verlieren sie kurz ihre Konzentration. Aber das gehört eben auch zum Eishockey: nicht den Fokus zu verlieren, wenn etwas mal nicht klappt.Die Serie war, was die Spielanteile angeht, ja bisher ausgeglichen . . . . . . ausgeglichen? Ich finde, dass wir meist dominiert haben. Ich habe noch nie erlebt, dass man ein Playoff-Spiel verliert, wenn man so überlegen ist wie wir am Donnerstag (in Bern). Ich glaube an mein Team. Wir müssen nicht alles auf den Kopf stellen, eigentlich spielen wir gut.Haben die Flyers Sie überrascht? Nein. Ich sehe nichts Neues in ihrem Spiel, sie sind einfach sehr effizient. Und wir müssen noch smarter und disziplinierter spielen. Schon gegen Langnau handelten wir uns dumme Strafen ein, von Kloten werden wir nun bestraft.Was haben Sie Ihren Spielern gesagt, um Sie aufzumuntern? Ich habe ihnen von Orel Hershiser erzählt, einem Baseballer. Als er einmal gefragt wurde, wie er den Druck ein ganzes Spiel lang aushalte, sagte er: «Ich konzentriere mich auf meinen ersten Wurf. Danach konzentriere ich mich auf den nächsten. Und so weiter.» Mit dieser Einstellung müssen wir unsere Aufgabe angehen, von Einsatz zu Einsatz, von Drittel zu Drittel denken. Nicht weiter.Hat Saul Miller, der Psychologe, auch zum Team gesprochen? Ja, das hat er. Ich habe ihn am Vormittag per Sykpe zugeschaltet, aus Vancouver, und ihn mit einem Beamer an die Wand projiziert. Sein Kopf war zwei Meter gross, es sah aus, als ob ein psychologischer Gott zu den Spielern spreche. Das haben wir schon letztes Jahr getan.Und, wie haben es die Spieleraufgenommen? Gut. Aber schauen wir, wie es sich auf dem Eis auswirkt. Ich erwarte, dass wir wie Champions spielen. Aber mein Haus würde ich nicht gerade auf uns setzen. In diesem Sport kann viel passieren.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.