Meyer zeigt 51 Paraden und eine mit der blossen Hand

Servette-Goalie Robert Mayer versucht mit allen Mitteln, den Heimsieg der Berner zu verhindern. Am 56. Schuss scheitert er.

Was für eine Parade: Servette-Goalie Robert Mayer glänzt beim Soloangriff des Berners Thomas Rüfenacht und hält den Puck ohne Fanghand. (Video: SRF)

Mit gesenkten Köpfen und leeren Händen stehen die Genfer am Ende da. 67:59 Minuten lang haben sie dem SC Bern vor dessen Anhang die Stirn geboten. Beinahe wäre ihnen der dritte Auswärtserfolg in dieser packenden Viertelfinal-Serie gelungen. Nun liegt das Team von Coach Chris Mc Sorley mit 2:3-Siegen im Hintertreffen und muss am Donnerstag im eigenen Stadion versuchen, das Playoff-Aus abzuwenden. Verteidiger Yanik Burren erwischte Robert Mayer mit einem Weitschuss. Dem Servette-Torhüter tat das 3:4 besonders weh, hatte er doch mehrfach brilliert.

Mit seinen 52 Paraden brachte Mayer die Berner schier zur Verzweiflung. 18 Torschüsse wehrte der gebürtige Tscheche allein im Startdrittel ab, ohne sich bezwingen zu lassen. Im Mittelabschnitt musste er innert drei Minuten zwei Treffer durch Daniele Grassi (23./26.) hinnehmen, wobei ihm vor allem beim 0:2 keine Abwehrchance blieb. Danach war Mayer wieder zur Stelle, wenn es brenzlig wurde.

Wortwörtlich der «nackte Wahnsinn» war jene Szene in der 53. Minute, als Thomas Rüfenacht alleine auf den Genfer Schlussmann losziehen konnte und dieser sich dem Angreifer stellte. Mayer schnellte aus dem Tor, fuhr seinen Stock aus und versuchte den Puck mit der Fanghand unter Kontrolle zu bringen. Rüfenacht flog über den Goalie hinweg, wobei er dessen Fanghandschuh mit dem Schlittschuh abstülpte. Doch Mayer konnte den Puck mit der nackten Hand sichern.

Auch gegen Sciaroni bestanden

Nachdem seine Vorderleute den Rückstand durch Jacquemet (30.) im Powerplay und Rod in Unterzahl (36.) wettgemacht und das Spiel sogar gedreht (Jacquemets 3:2 fiel 6 Sekunden vor Ablauf des zweiten Drittels) hatten, glänzte der Keeper weiter. Erst ein Puckverlust ermöglichte Bern in der 51. Minute den Ausgleich, wobei Mayer bei Heims Schussabgabe die Sicht verdeckt war. Alle anderen 18 Torschüsse im dritten Abschnitt parierte der Goalie.

2,8 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit lagen die Scheibe und Mayer im Tor. Doch die Unparteiischen aberkannten den vermeintlichen 4:3-Treffer des SCB nach der Videokonsultation. So kam es zur Verlängerung, in der Servettes Schlussmann weiter überzeugte. In der 62. Minute brachte er Sciaroni mit einem Hechtsprung aus dem Konzept, sodass der SCB-Stürmer nur den Pfosten traf. Und im Anschluss verfehlte Scherwey aus spitzem Winkel das offene Tor. Erst Junior Burren brachte die Scheibe am bis zuletzt tapfer kämpfenden Goalie vorbei. Mayer bleibt ein kleiner Trost: Wenn er am Donnerstag wieder so stark auftritt, kann er die Berner ein nächstes Mal zur Verzweiflung bringen.

Video: Robert Mayer kassiert das 3:4

Die Entscheidung in der 68. Minute: Der Berner Yanik Burren bezwingt den Servette-Goalie mit einem Slapshot. (Video: SRF)

ddu

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