Biel im Halbfinal – Lausanne muss nachsitzen

Biel schlägt Ambri 2:1 und zieht in den Halbfinal ein. Die SCL Tigers drehen einen frühen Rückstand zum 5:1-Sieg in Lausanne.

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Der EHC Biel hat sich als zweites Team nach dem EV Zug für die Playoff-Halbfinals qualifiziert. Die Seeländer bezwangen Ambri-Piotta 2:1 und entschieden die Best-of-7-Serie 4:1 für sich.

Die beiden Mannschaften boten den 6521 Zuschauern in der ausverkauften Arena eine hart umkämpfte Partie. Dem entscheidenden 2:1 für die Bieler durch Robbie Earl (28.) ging ein Fehlpass von Ambris Fabio Hofer voraus.

Dabei war den Gästen ein Start nach Mass gelungen. Noele Trisconi brachte die Leventiner bereits nach 114 Sekunden mit einer schönen Einzelleistung in Führung. Nur drei Minuten später glich Damien Brunner für die Bieler mit seinem ersten Tor in den laufenden Playoffs aus, in dem er Ambris Verteidiger Nick Plastino herrlich aussteigen liess und per Backhand vollendete.

Ambri wird Dominik Kubalik verlieren

An Chancen auf ein besseres Resultat fehlte es Ambri nicht. In der 4. Minute vergab Jiri Novotny eine gute Möglichkeit zum 2:0, kurz nach Spielhälfte scheiterte der Tscheche trotz eines offenen Tores am Pfosten (32.). Ausserdem rettete der viel Sicherheit ausstrahlende Bieler Keeper Jonas Hiller nach einem Ablenker von Trisconi (22.) spektakulär. Dennoch war der Sieg der Seeländer, die zum zweiten Mal in Folge im Playoff-Halbfinal stehen, nicht gestohlen.

Ambri kann trotz des Scheiterns mit der Saison zufrieden sein. Kaum einer hatte den Tessinern die erste Playoff-Qualifikation seit 2014 zugetraut. Gegen Biel gewannen sie allerdings nur eines von neun Saisonduellen.

Härter als das Ausscheiden wird Ambri etwas anderes treffen. Dominik Kubalik, einer der spektakulärsten Spieler der Liga, bestätigte nach dem Spiel, dass er sein Geld kommende Saison wohl in Nordamerika verdienen wird.

Langnau erkämpft sich ein sechstes Spiel

Die SCL Tigers verlängern ihre zweiten Playoffs in der National League auf zumindest sechs Spiele. Mit deutlichen 5:1-Erfolg und dem zweiten Auswärtssieg in Lausanne verkürzten die Emmentaler in der Viertelfinal-Serie gegen den Qualifikations-Dritten auf 2:3.

Gegen ein überaus fahriges Lausanne besassen die kaltblütigen Gäste erstaunlich leichtes Spiel. Sinnbild dafür war der Langnauer Schlusspunkt durch Chris DiDomenico, der neun Minuten vor Spielende in lockerer Trainings-Manier unbedrängt das 5:1 erzielte.

Die gesamte Lausanner Defensive inklusive Goalie Sandro Zurkirchen wirkte da schon passiv und befand sich mit den Gedanken schon bei Spiel 6 am Donnerstag in Langnau. Denn Spiel 5 war bereits mit dem haltbaren Distanzschuss von Larri Leeger entschieden, als Zurkirchen mit seiner Fanghand daneben griff (42.) und den vierten Gegentreffer kassierte.

Lausanne wirkte überheblich

Einziger Langnauer Doppeltorschütze war Nolan Diem (5./22.). Er erzielte seine ersten beiden Playoff-Saisontore (zum 1:1 und 3:1) auf identische Weise. Zweimal lenkte er eine Hereingabe in den Slot mustergültig ab und düpierte dadurch Zurkirchen.

Dabei hatte der Appenzeller Diem in 47 Spielen der Qualifikation mit drei Toren lediglich einen Treffer mehr erzielt als in seinem fünften Playoff-Spiel für die Emmentaler 2019.

Den Waadtländern bekam der schnelle Führungstreffer nach nur 60 Sekunden durch Dustin Jeffrey ganz schlecht. Ob sich Überheblichkeit beim Favoriten einschlich? Auf jeden Fall wurden die Gastgeber defensiv bedenklich anfällig. Sie wirkten im eigenen Slot gedanklich eingefroren.

Diem, der das Zuspiel von Raphael Kuonen unhaltbar ablenkte, sowie Eero Elo nutzten dies zum Doppelschlag. Sie trafen innerhalb von 134 Sekunden für die SCL Tigers und sorgten damit für die rasche Wende.

SCB siegt in der Overtime

Mit dem 56. Torschuss fand der SC Bern ins Glück. Verteidiger Yanik Burren (22) bezwang Genfs Goalie Robert Mayer, der zuvor mit 52 Paraden die Berner an den Rand der Verzweiflung gebracht hatte. Bern siegte verdientermassen.

Die Gastgeber dominierten den ersten Abschnitt mit 18:6 Torschüssen und den dritten sogar mit 19:4. In der 62. Minute hätte Gregory Sciaroni bereits alles klar machen müssen. Allerdings liess er sich wohl vom verzweifelten Hechtsprung Mayers aus der Ruhe bringen und traf bloss an den Pfosten. Der eigene Nachwuchs korrigierte für Bern das Bild. Vor Burren hatte mit André Heim (20) schon ein eigener Junior Bern in die Overtime verholfen.

Ein Auf und Ab

Die reguläre Spielzeit bot das Auf und Ab, an welches sich die Beobachter dieser Serie längst gewohnt haben. Die Stimmung kippte in der Serie zwischen Bern und Servette schon mehrmals - aber nie schneller als am Dienstagabend in der Berner Arena im zweiten Abschnitt. Nach 25 Minuten führte Bern 2:0. Daniele Grassi hatte zweimal getroffen. Die Fans lagen sich in den Armen - Riesenjubel! 10 Spielminuten später wurde Bern mit einem gellenden Pfeiffkonzert in die zweite Pause geschickt. Zweimal Arnaud Jacquemet im Powerplay (zum 1:2 und 3:2) und Noah Rod in Unterzahl (zum 2:2) machten für den Genève-Servette Hockey Club aus dem 0:2 ein 3:2.

Bern rettete sich am Ende glückhaft in die Verlängerung. Ein Puckverlust von Michael Völlmin ermöglichte Junior André Heim neun Minuten vor Schluss den 3:3-Ausgleich. Alle drei Berner Goals vor der Verlängerung gingen auf das Konto der vierten Sturmlinie. Insgesamt enttäuschte der offensive Ertrag Berns erneut (51:20 Torschüsse).

Was Bern zu denken geben muss: Während der gesamten Qualifikation gab Bern nach einer Zweitore-Führung keinen einzigen Punkt ab. In den Playoffs verspielten die Berner in Spiel 5 zum dritten Mal innerhalb einer Woche gegen Servette ein 2:0 - und beim 2:1-Auswärtssieg letzten Samstag brachten sie das 2:0 ebenfalls nicht ohne Scharmützel über die Zeit.

Resultate

Biel - Ambri-Piotta 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)
6521 Zuschauer (ausverkauft)
SR Hebeisen/Salonen, Kaderli/Gnemmi.
Tore: 2. Trisconi 0:1. 5. Brunner (Earl) 1:1. 28. Earl (Fuchs) 2:1.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Biel, 3mal 2 plus 10 Minuten (Fischer) gegen Ambri-Piotta.
PostFinance-Topskorer: Fuchs; Kubalik.
Biel: Hiller; Kreis, Salmela; Sataric, Forster; Moser, Maurer; Petschenig; Riat, Diem, Künzle; Pedretti, Kärki, Rajala; Brunner, Fuchs, Earl; Schmutz, Neuenschwander, Hügli; Tschantré.
Ambri-Piotta: Conz; Fora, Dotti; Plastino, Ngoy; Fischer, Guerra; Jelovac; D?Agostini, Novotny, Hofer; Zwerger, Müller, Kubalik; Trisconi, Kostner, Bianchi; Incir, Goi, Lauper; Mazzolini.
Bemerkungen: Biel ohne Pouliot (krank) und Fey. Ambri-Piotta ohne Lerg und Pinana (alle verletzt). - 19. Tor von Trisconi wegen hohen Stocks nicht gegeben. - Pfostenschüsse: 31. Forster, 32. Novotny. - Timeout Ambri (57:15), danach ohne Goalie.

Lausanne - SCL Tigers 1:5 (1:2, 0:1, 0:2)
6700 Zuschauer (ausverkauft)
SR Stricker/Eichmann, Castelli/Fuchs.
Tore: 2. (1:00) Jeffrey (Vermin) 1:0. 5. Diem (Kuonen) 1:1. 7. Elo (Lardi) 1:2. 22. Diem (Neukom) 1:3. 42. Leeger 1:4. 51. DiDomenico (Ausschluss Lindbohm; Elo) 1:5.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lausanne, 3mal 2 Minuten gegen SCL Tigers.
PostFinance-Topskorer:Vermin; DiDomenico.
Lausanne: Zurkirchen; Junland, Genazzi; Trutmann, Grossmann; Lindbohm, Frick; Nodari; Moy, Emmerton, Leone; Bertschy, Jeffrey, Vermin; Zangger, Froidevaux, Kenins; Antonietti, In-Albon, Herren.
SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Elo, Gagnon, Dostoinow; DiDomenico, Pascal Berger, Pesonen; Kuonen, Diem, Neukom; Rüegsegger, Randegger, Nils Berger.
Bemerkungen: Lausanne ohne Borlat, Mitchell und (beide verletzt) sowie Partanen (überzähliger Ausländer), SCL Tigers ohne Giliati (überzähliger Ausländer), Blaser, Johansson, Gustafsson und Punnenovs (alle verletzt). - 25. Leone verletzt ausgeschieden.

Bern - Genève-Servette 4:3 (0:0, 2:3, 1:0, 1:0) n.V.
16'034 Zuschauer.
SRTscherrig/Wiegand, Kovacs/Obwegeser.
Tore: 22. Grassi 1:0. 26. Grassi (Brügger) 2:0. 30. Jacquemet (Richard/Ausschluss Brügger) 2:1. 30. Rod (Jacquemet, Richard/Ausschluss Mercier!) 2:2. 40. (39:54) Jacquemet (Rod, Richard/Ausschluss Ebbett) 2:3. 52. Heim (Scherwey) 3:3. 68. (67:59) Burren (Ruefenacht) 4:3.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: Moser; Richard.
Bern: Genoni; Kruger, Blum; Andersson, Gerber; Burren, Almquist; Untersander; Boychuk, Ebbett, Bieber; Sciaroni, Haas, Scherwey; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Grassi, Heim, Berger; Brügger.
Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Martinsson; Mercier, Fransson; Völlmin, Bezina; Antonietti; Skille, Richard, Rod; Fritsche, Berthon, Bozon; Simek, Romy, Rubin; Riat, Kast, Maillard; Patry.
Bemerkungen: Bern ohne Mursak, Kamerzin und Kämpf, Genève-Servette ohne Almond, Bouma, Douay, Tömmernes, Vukovic, Wick (alle verletzt), Wingels und Winnik (beide gesperrt). - Pfostenschüsse: Grassi (51.), Sciaroni (62.).

sda

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