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Zoff vor Blatters Gang vor den Fifa-Richter

Aussagen des Sprechers der Fifa-Untersuchungskammer sorgen bei Sepp Blatter für Aufregung. Derweil stimmt ein weiterer in Zürich inhaftierter Funktionär seiner Auslieferung an die USA zu.

«Das weist eine tendenziöse Dimension auf»: Sepp Blatter. (Archivbild)
«Das weist eine tendenziöse Dimension auf»: Sepp Blatter. (Archivbild)
Christophe Ena, Keystone

Diese Woche treten Sepp Blatter und Michel Platini vor den Fifa-Richter. Nur wenige Tage zuvor sorgt ein Interview in «L'Equipe» mit dem Sprecher der Untersuchungskammer der Fifa-Ethikkommission, Andreas Bantel, für Aufregung. «Platini wird sicher für mehrere Jahre suspendiert werden», schreibt die französische Sportzeitung. «Was Blatter betrifft, besteht kein Unterschied zwischen mehrjähriger und lebenslänglicher Sperre.» Allerdings bestreitet der Sprecher, je solche Aussagen getätigt zu haben.

Das liess der suspendierte Fifa-Chef Sepp Blatter nicht auf sich sitzen, wie der «Blick» schreibt: «Die Art, wie die Untersuchungskammer der Ethikkommission über das laufende Verfahren kommuniziert, die Höchststrafe fordert und die öffentliche Vorverurteilung verstärkt, weist eine tendenziöse Dimension auf.»

«Ich werde für mein Recht weiterkämpfen»

Unterstützung erhält Blatter von seinem früheren Berater, Klaus J. Stöhler, der meint, dass nach solchen Aussagen der Fifa-Richter Hans-Joachim Eckert «gar nicht mehr frei entscheiden» könne und deshalb der Prozess zu platzen drohe. Dem widerspricht der Sprecher des Richters. Marc Tenbücken bezeichnet diesen gegenüber dem «Blick» als unabhängige Instanz, die völlig unvoreingenommen sei.

Für die umstrittene Zahlung von zwei Millionen Franken an Platini habe es einen Vertrag gegeben, sagte Blatter der Zeitung: «Ich werde für mein Recht weiterkämpfen. Ich bin zwar suspendiert, aber nicht isoliert und schon gar nicht stumm.»

Weiterer Funktionär stimmt Auslieferung zu

Ein weiterer der in Zürich inhaftierten Fifa-Funktionäre hat den Widerstand gegen seine Auslieferung in die USA aufgegeben. Der ehemalige Präsident des Fussballverbandes von Costa Rica, Eduardo Li, will sich nach Angaben seiner Anwälte der US-Justiz stellen.

Lis Anwalt Simon Rosenthal kündigte den Entscheid am Montag an. Sein Mandat wolle sich den Beschuldigungen der US-Justiz direkt stellen und nicht über das Auslieferungsverfahren. Er machte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters keine weiteren Angaben.

Li war im Mai zusammen mit sechs weiteren Personen in Zürich verhaftet worden. Die USA ermitteln gegen Li wegen des Verdachts, Bestechungsgelder im Zusammenhang mit Fussball-Turnieren angenommen zu haben. Li hätte Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees werden sollen.

Zwei Funktionäre bereits in den USA

Das Bundesamt für Justiz hatte Lis Auslieferung an die USA Ende September zugestimmt. Li focht den Entscheid aber zunächst an.

Von den sieben im Mai in Zürich verhafteten Fifa-Funktionäre sind bis heute zwei in die USA überstellt worden; beide hatten ebenfalls ihren Widerstand gegen die Auslieferung aufgegeben.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte die Polizei in Zürich zwei weitere Funktionäre des Weltfussballverbandes auf Ersuchen der USA verhaftet. Die zwei FIFA-Vizepräsidenten sollen ebenfalls Bestechungsgelder angenommen haben. Insgesamt beschuldigt die US-Justiz 41 Personen und Organisationen.

SDA/chk

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