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YB sucht Spieler vom Kaliber Freis

Nach der 1:2-Niederlage beim FC Basel steht für YB-CEO Ilja Kaenzig fest: Die Young Boys brauchen Verstärkungen, um stabiler und erfolgreicher zu werden. Gesucht werden in erster Linie Entscheidungsspieler und Leaderfiguren wie FCB-Torjäger Alex Frei.

Bienvenu erzielte zwar das 0:1, abgefälscht von Basels Verteidiger Dragovic, doch wieder reichte es nicht für einen Sieg in Basel.
Bienvenu erzielte zwar das 0:1, abgefälscht von Basels Verteidiger Dragovic, doch wieder reichte es nicht für einen Sieg in Basel.
Keystone

Die gute Nachricht für YB ist: Langweilig werden die letzten sechs Runden nun doch nicht. Es gilt, zumindest Rang drei zu verteidigen. Die Verfolger Sion (1:0 in St.Gallen) und Luzern (3:2 gegen Bellinzona) liegen nach ihren Siegen über Ostern bloss noch zwei respektive vier Punkte hinter den Bernern.

Die schlechte Nachricht für YB ist: Mal wieder neigt sich eine titellose Saison dem Ende entgegen. Und mit zwei sehr ähnlichen 1:2-Niederlagen in Zürich am letzten Dienstag sowie in Basel am Ostersamstag haben die Young Boys erneut äusserst hartnäckig am wenig schmeichelhaften Ruf gearbeitet, überhaupt keine Mannschaft für grosse Spiele zu sein.

Fehlende Entschlossenheit

Katzenjammer jedoch stellt sich vielleicht beim ernüchterten YB-Anhang ein, nicht aber bei Ilja Kaenzig. Der YB-CEO blickt nach vorne und sagt im Gespräch als Erstes: «Der Trainer ist gar kein Thema. Vladimir Petkovic wird nach jeder Niederlage infrage gestellt, aber wir haben grosses Vertrauen in ihn.» Petkovic soll die Chance erhalten, YB mit einem veränderten Team zum Titel zu führen. «Die letzten Partien in Zürich und Basel haben wieder gezeigt, dass wir spielerisch gut sind, es aber einigen Spielern an Entschlossenheit und Effizienz fehlt», kritisiert Kaenzig.

Natürlich sind die Young Boys bestrebt, alle umworbenen Akteure im Sommer zu halten, doch Kaenzig rechnet mit Abgängen. Erste Kandidaten sind die talentierten Senad Lulic und Thierry Doubai, aber auch der junge Verteidiger François Affolter könnte bei starken Leistungen an der U-21-EM in Dänemark endgültig zum begehrten Objekt auf dem Transfermarkt avancieren. Auf der anderen Seite sind Kaenzig und seine Crew zielstrebig daran, eine stabilere, erfahrene Mannschaft auf die Beine zu stellen. Nach dem Schweden Alexander Farnerud, der YB im Winter erheblich verstärkte, sowie dem Dänen Michael Silberbauer, dessen Zuzug letzte Woche bekannt gegeben wurde, dürften weitere Akteure und Führungsspieler vom Kaliber der beiden Skandinavier nach Bern wechseln.

Silberbauers Wert für YB

Die Young Boys wollen im Sommer zudem mindestens zehn Akteure loswerden, die keine Rolle mehr spielen wie Issam Mardassi oder ausgeliehen sind wie Xavier Hochstrasser (Padova). Es dürfte zu zahlreichen personellen Veränderungen kommen. «Es wird in jeder Reihe neue Gesichter geben, die uns weiterbringen und auf ein höheres Level führen», sagt Kaenzig. Ihm ist am Samstag in Basel nicht zum ersten Mal aufgefallen, dass der Gegner oft zu ausgezeichneten Chancen kommt, weil das YB-Mittelfeld wenig Gegenwehr leistet und Pässe in die Spitze nicht unterbindet. Basels Verteidiger David Abraham zum Beispiel wurde vor dem Zuspiel auf 2:1-Siegesschütze Alex Frei in der 85.Minute nicht angegriffen. «Das darf nicht passieren», sagt Kaenzig. «Michael Silberbauer ist ein aggressiver, kluger Spieler, der Bälle erobern kann und uns in diesem Bereich mit seiner Routine helfen wird.»

Die Lohnstruktur als Faktor

Man darf davon ausgehen, dass die YB-Investoren bereit sind, noch einmal kräftig ins Kader zu investieren. Der Anspruch an und von Ilja Kaenzig ist ja, Titel zu gewinnen. «Weit sind wir nicht von Basel entfernt. Wir sind vielleicht spieltechnisch sogar stärker», sagt der YB-Chef, «aber uns fehlen Spieler, die Angst verbreiten und den Unterschied in engen Partien ausmachen können.»

Diese Entscheidungsspieler mit Leaderfähigkeiten sind nicht billig, der FCB hat mehrere davon, zum Beispiel Scott Chipperfield oder Marco Streller, vor allem aber Alex Frei. «Fast alle dachten doch am Samstag, dass Frei noch sein Tor machen würde. Und so war es dann auch», sagt Kaenzig. Einfach wird die Aufgabe nicht sein, solche nicht billigen Fussballer zu verpflichten. «Die Ablösesumme kann vielleicht in Ausnahmefällen ein wenig höher sein», erklärt Kaenzig. «Aber der Spieler muss auch in Sachen Lohn zu uns passen.» Ein Fussballer wie Alex Frei, der rund 1,5 Millionen Franken jährlich verdient, würde die YB-Lohnstruktur durcheinanderbringen. Die Löhne sollen weiter Schritt für Schritt angehoben werden. «Aber das geht nicht von heute auf morgen», sagt Kaenzig. Er wird in den nächsten Wochen genau beobachten, welche aktuellen YB-Grossverdiener geeignet sind, um die hohen Ziele zu erreichen. Ende Saison könnten prominente Namen auf der Streichliste stehen.

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