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«YB muss sich nicht vor Brügge fürchten»

Seit Winter ist Belgien die fussballerische Heimat von Mario Cantaluppi. Der 34-Jährige will mit St. Truiden wieder aufsteigen.

Spielt im Belgien: Mario Cantaluppi Als es im Winter nicht mehr ging in Luzern und das Zerwürfnis mit Trainer Ciriaco Sforza endgültig war, suchte Mario Cantaluppi nach einer Alternative. 33 war er, weg wollte und musste er. Aus Belgien bot sich St. Truiden an, ein Verein in Abstiegsnot, aber ein geeigneter Ausweg für den Schweizer. Cantaluppi wechselte in die Jupiler League und stieg Ende Saison ab. Aber das bedeutete nicht das vorzeitige Ende: Der gebürtige Zürcher blieb. Er wollte seiner Familie nicht schon wieder einen Umzug zumuten. Und der Inhalt seines Vertrages blieb auch nach dem Fall in die Zweitklassigkeit der gleiche. Das macht das Leben halt doch erträglicher, zumal der Arbeitsort strategisch günstig liegt: Aachen erreicht Cantaluppi in 40 Minuten mit dem Auto, Köln in 90. Nach Amsterdam sind es keine zwei Stunden. Und in zweieinhalb Stunden ist er in Paris.

Vorsicht vor Sonck

Cantaluppi blieb auch, weil er mit seinem Klub St. Truiden ein klares Ziel verfolgt: den sofortigen Wiederaufstieg. Für die finanziellen Rahmenbedingungen sorgt ein reicher Präsident mit einem angeblich gigantischen Vermögen. Für den sportlichen Teil ist eine Mannschaft aus lauter Profis zuständig. Das ist deshalb eine Notiz wert, weil sich viele andere Zweitligisten einen vollprofessionellen Betrieb nicht leisten können. Das Budget des Klubs beträgt fast acht Millionen Franken und ist ein untrügliches Indiz dafür, dass der Weg nur zurück in die Erstklassigkeit führen kann. «Normalerweise steigen wir auf», sagt Cantaluppi, weiss aber, dass reichlich Widerstand geleistet wird: «Die Belgier sind sehr diszipliniert. Die können richtig rennen.» Den Fussball in Belgien stuft er niveaumässig zwischen der Bundesliga und der Super League ein: «Alle Schweizer Vereine ausser Basel, Zürich und YB hätten Mühe, sich in Belgien zu behaupten.»

YB-Gegner Brügge bezeichnet Cantaluppi als «Topklub» des Landes. Aber: «YB muss sich nicht vor Brügge fürchten. Die Mannschaft ist nicht in Topform. Sie ist solid, aber in jeder Hinsicht anfällig», sagt der Schweizer und folgert: «YB hat auf jeden Fall gute Chancen, die sind zu packen.» Auf einen Belgier sei allerdings besonders zu achten: «Wesley Sonck ist der beste Stürmer, ein richtiges Schlitzohr und in Belgien ein Star.» Cantaluppi wird beim Rückspiel in Brügge Zuschauer sein. Im Fall des Aufstiegs bleibt er noch ein Jahr, «danach ist langsam, aber sicher Schluss». Ein weiteres Jahr in der belgischen zweiten Liga mit 19 Vereinen und schlechten Plätzen möchte er sich nicht antun. Klar ist aber auch, dass er – was immer passiert – in der Schweiz nicht mehr spielen wird: «Dieses Kapitel ist abgeschlossen.» Vorstellen kann er sich später als Trainer, er arbeitet gerade am B-Diplom. Für seine Zukunft erachtet er das Abenteuer in St. Truiden als sehr wichtig. «Ich will Profi sein und die Sache hier durchziehen.» Und einen Vorteil hat das Ganze nebenbei auch noch: Mario Cantaluppi hat seine Ruhe.

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