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«Wollte in Richtung Tribüne klären»

Bei YB ist man mit dem beschwingten Start grösstenteils zufrieden – einzig Milan Gajic kann über sein Eigentor nach wie vor nur selber staunen.

Die Szene des Abends kam so unverhofft, viele Zuschauer hatten gar nicht richtig hingesehen. Und so wurde es später, an den TV-Geräten und im Internet, zur wohl meistgesehenen Szene des Fussballwochenendes, dieses kuriose Eigentor von Milan Gajic. Zwischen St.Gallen und YB lief am Samstag die 52.Minute, Dzengis Cavusevic näherte sich dem Berner Strafraum zögerlich, er wusste gar nicht richtig, was er mit dem vielen Platz anfangen sollte, den er dort, etwa 18 Meter vor dem Tor, plötzlich vorfand.

Da kam Milan Gajic angebraust und nahm ihm diese Entscheidung generös ab. Der Serbe drosch den Ball weg, weit weg, so schien es zunächst, bevor sich der unfreiwillige Kunstschuss hinter YB-Goalie Yvon Mvogo unhaltbar ins Tor senkte.

«Ich wollte den Ball Richtung Tribüne klären, bin aber abgerutscht», erklärte sich Gajic, der mit 26 Jahren zum ersten Mal als Profi ins eigene Tor traf. «Das war das Fifa-Eigentor des Jahrhunderts», scherzte sein Trainer Uli Forte, der seinem Spieler das Malheur aber nachsah. «Das passiert ja wohl so schnell nicht wieder.»

St.Gallen hat aufgerüstet

«So einen Treffer habe ich noch nie gesehen», gab Moreno Costanzo zu. Zusammen mit Gajic bildete er die Schnittstelle zwischen einer wackligen YB-Abwehr und einem spielfreudigen YB-Angriff. «Die Abstimmung ist noch optimierbar, es ist ja auch das erste Spiel», meinte Costanzo zu den Unstimmigkeiten in der Defensive, «andererseits ist hier in St.Gallen der Gegner halt auch immer enorm druckvoll.»

Gajics Eigentor läutete bei den Young Boys eine Phase der Unsicherheit ein. «Das brachte uns für etwa 20 Minuten ziemlich aus dem Konzept», bestätigt Forte. Geoffrey Tréand, früher bei Xamax, später bei Servette, flankte gefährlich vor Mvogo, dann flog ein Freistoss des Ex-Thuners Muhamed Demiri knapp übers Tor. Die St.Galler, die in der Defensive ähnlich den Young Boys noch Abstimmungsprobleme bekundeten, haben nach enttäuschender Rückrunde in der Offensive aufgerüstet. Neben Tréand kam aus Kaiserslautern Albert Bunjaku; der einstige Nationalspieler vermochte im Sturm Akzente zu setzen.

Heimpremiere gegen Aarau

St.Gallen - YB war also ein Schlagabtausch mit weit offenen Visieren. Dass die YB-Schlussoffensive mit Samuel Afums Schuss ins Glück dann doch noch den Minimallohn von einem Punkt einbrachte, ist für Renato Steffen ein wichtiges Zeichen. «Das spricht doch für uns, noch letzte Saison hätten wir vielleicht nicht zweimal in einer Partie einen Rückstand aufgeholt», sagte der Flügelspieler im Nachgang zur Partie. Nächster Gegner ist am Sonntag im ersten Heimspiel der neuen Saison der FC Aarau.

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