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WM 2010: Marokko als geprellte Nation?

Die Fifa kommt weiter in Bedrängnis: Ein Tonband soll beweisen, dass bei der WM-Vergabe an Südafrika manipuliert worden ist.

Auch die WM-Vergabe 2004 ist unter Verdacht: Sepp Blatter gratuliert in Zürich Nelson Mandela zur Wahl von Südafrika als WM-Destination. (15. April 2004)
Auch die WM-Vergabe 2004 ist unter Verdacht: Sepp Blatter gratuliert in Zürich Nelson Mandela zur Wahl von Südafrika als WM-Destination. (15. April 2004)
Michael Probst, Keystone

Der Weltfussball-Verband kommt nicht zur Ruhe. Gemäss der britischen «Sunday Times» ging es auch bei der Vergabe für die WM 2010 in Südafrika nicht mit rechten Dingen zu. Das britische Medium zitiert aus geheimen Tonbandaufnahmen und beweist, dass eigentlich Marokko die Abstimmung im Jahr 2004 hätte gewinnen müssen.

Offenbar sollen nicht nur Schmiergelder zugunsten von Südafrika geflossen worden sein - auch bei der Abstimmung selbst hat es anscheinend Unregelmässigkeiten gegeben. Das berichtet focus.de und bezieht sich dabei auf die «Sunday Times».

Marokko als geprellte Nation

Ismail Bhamjee, Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees aus Botswana, soll demnach auf dem Tonband sagen: «Ich habe mit allen darüber gesprochen, wohin die Stimmen gegangen sind. Ich fand heraus: Marokko hätte mit zwei Stimmen Vorsprung gewinnen müssen.» Der Fifa-Funktionär schliesst im Gespräch nicht aus, dass damals absichtlich falsch ausgezählt wurde und erklärt: «Das ist streng geheim.»

Die Tonbandaufnahmen sollen ausserdem beweisen, dass der ehemalige Fifa-Vizepräsident Jack Warner seine Stimme für eine Million Dollar an Marokko verkauft haben soll. Warner stimmte hinterher jedoch trotzdem für die Südafrikaner.

Die Frage steht im Raum, ob Südafrika Warner noch mehr Geld geboten hat. Die Fifa scheint an einer Aufklärung offenbar nicht wirklich interessiert. Die Tonbänder seien bereits vor fünf Jahren an die Fifa übergeben worden – bisher ohne Konsequenzen.

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