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Wie sich der Uefa-Chef den neuen Weltfussball vorstellt

Aleksander Ceferin stellt die Organisation der Fifa in Frage. Und findet, dass die Kontinentalverbände viele Aufgaben des Weltverbands übernehmen könnten.

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin setzt sich für seinen Verband ein: «Die Fifa kann uns nicht einfach nur wie eine Konföderation behandeln.»
Uefa-Präsident Aleksander Ceferin setzt sich für seinen Verband ein: «Die Fifa kann uns nicht einfach nur wie eine Konföderation behandeln.»
Keystone

Der Präsident des europäischen Fussball-Verbandes, Aleksander Ceferin, stellt den Fussball-Weltverband Fifa in seiner bisherigen Organisationsform in Frage. «Was den Weltfussball angeht, ist meine wichtigste Frage: Wie gross sollte die Fifa in Zukunft überhaupt sein?», fragt der Slowene im Interview mit dem Tages-Anzeiger (Samstag-Ausgabe) und führt aus: «Wofür brauchen wir so eine riesige Organisation – für Transfers? Ich denke nicht. Brauchen wir sie für ethische Fragen? Ich glaube nicht. Wir brauchen sie vielleicht, um die WM zu organisieren. Aber können das die Konföderationen nicht auch? Sie könnten!»

Ceferin steht der europäischen Konföderation seit September 2016 vor. Der 49-jährige Slowene wurde als Nachfolger des wegen diverser Affären abgelösten Franzosen Michel Platini, 62, ins Uefa-Amt gewählt. Als dringliche Vorhaben nennt Ceferin insbesondere die Regelung von Transferfragen sowie die Kontrolle über die Spieleragenten. Letzteren Bereich habe die Fifa unverständlicherweise dereguliert. Nun würden dem Fussball über die Prämien, die von Beratern und Agenten kassiert werden, Milliarden entzogen. «Heute kann einfach jeder Agent sein – niemand kontrolliert das. Und was, wenn da kriminelle Kräfte einsteigen? Ich weiss nicht, warum die Fifa das dereguliert hat, aber es war kein guter Schachzug.»

Luxussteuer für Mega-Transfers

Laut Cefrin solle die Uefa die Regulierung des Transferbereichs im europäischen Raum selbst übernehmen: «Wir sind ein wichtiger Verband», sagt der Slowene, «finanziell dreimal grösser als die Fifa. Sie kann uns nicht einfach nur wie eine Konföderation behandeln.»

Den exzessiven Geldfluss bei Clubs wie Paris St. Germain möchte Ceferin künftig mit einer Art Luxussteuer kontrollieren. «Du kannst mehr ausgeben als erlaubt, aber dann musst du eine Steuer drauf zahlen, und die wird unter all den anderen verteilt, die die Regel einhalten.» Voraussetzung ist, dass sich die Steuer mit EU-Recht vereinbaren lässt.

Der Uefa-Präsident spricht offen über die finanziellen Entwicklungen im Profifussball. Die Uefa werde die wachsende Ungleichheit nicht stoppen können, aber sie könne den Prozess zumindest verlangsamen. Geschickt moderiert Ceferin die Interessen der Geldgeber und die der Uefaund lobt die Verteilung der Gelder durch den euopäischen Fussballverband: «Würde die EU wie die Uefa funktionieren, würden wir in Europa viel besser leben.»

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