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Wie Klopp vom HSV gekränkt wurde

Der deutsche Startrainer stand kurz vor einem Wechsel nach Hamburg. Eine schonungslose Mängelliste stoppte jedoch den Transfer.

Jürgen Klopp war mit dem Scounting-Bericht des HSV über seine Person gar nicht zufrieden.
Jürgen Klopp war mit dem Scounting-Bericht des HSV über seine Person gar nicht zufrieden.
Keystone

Es fehlte wenig und Jürgen Klopps Trainerkarriere wäre in völlig andere Bahnen gelenkt worden. 2008, als der jetzige Kult-Trainer knapp mit Mainz 05 den Aufstieg in die Bundesliga verpasst hatte, wollte er nach 18 Jahren als Spieler und Coach eine neue Herausforderung suchen. «Man sollte mich als Trainer wahrnehmen», sagte er dem «RedaktionsNetzwerk Deutschland» heute, acht Jahre später.

Da kam der Hamburger SV ins Spiel, wie Klopp ausführte: «Der HSV hat so eine Art Casting gemacht: flapsiger Umgang mit der Presse, Unpünktlichkeit, Löcher in den Jeans, Raucher.» So habe die Mängelliste über den heute 49-Jährigen ausgesehen, erstellt von einem Scout. «Rauchen stimmt leider», so Klopp.

«Kloppo» wenig autoritär?

Mit dem Rest konnte der spätere BVB-Coach aber herzlich wenig anfangen. Noch mehr, die Kritikpunkte kränkten Klopp schwer: «Unpünktlichkeit ist eine absolute Unwahrheit. Ich war in meinem Leben nie unpünktlich, wenn ich es irgendwie verhindern konnte. Was war das mit dem flapsigen Umgang mit der Presse? Was soll das? Und dann noch der Spitzname ‹Kloppo›, verbunden mit der Frage nach Autorität.»

So heuerte er bei Borussia Dortmund an, führte den Verein in den Champions-League-Final und zu zwei deutschen Meistertiteln. Der HSV hingegen verpflichtete 2008 Martin Jol – und nach ihm 14 weitere Trainer. Zuletzt wurde Bruno Labbadia entlassen und durch Martin Gisdol ersetzt.

Nie zum HSV

Könnte es künftig doch noch zu einem Klopp-Engagement beim HSV kommen? Eine Rückkehr in die Bundesliga schliesst er zwar nicht aus, niemals würde er allerdings zum einzigen Verein gehen, der seit Bestehen der Bundesliga dabei ist: «Ich habe damals gesagt: ‹So, Freunde, falls noch Interesse besteht, wollte ich nur mal sagen: No way. Ruft nie wieder an, das mache ich nicht. Ich bin Fussballtrainer, und wenn euch solche Sachen wichtig sind, seid ihr die Falschen. Dann können wir nicht zusammenarbeiten.›»

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