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Wettskandal in England?

Bei einem Spiel in der zweiten englischen Liga in Norwich wurde auffällig viel Geld auf Überraschungssieger Derby County gesetzt. Ein Parlamentarier fordert Aufklärung.

Die Football Association (FA) hat angekündigt, das Zweitliga-Spiel zwischen Norwich City und Derby County vom 4. Oktober unter die Lupe zu nehmen, nachdem ein Verdacht auf Manipulationen aufgetaucht war.

Anscheinend sind während der Halbzeitpause unüblich hohe Summen auf einen Sieg von Norwich gesetzt worden. Die Wetten sind vor allem von Spielern aus dem fernen Osten platziert worden.

In England ansässige Buchmacher sind von Gesetzes wegen verpflichtet, bei Manipulations-Verdacht mit den Sportbehörden zu kooperieren. Noch sind aber weder die Wettbüros, die die auffälligen Wett-Einsätze öffentlich gemacht haben, noch die beiden involvierten Klubs von der FA kontaktiert worden. Verbandschef David Triesmann kündigte bereits an, dass die Untersuchung «gründlich» sein werde. Da die Büros, über die die Wetten abgewickelt wurden, ihren Sitz in Asien haben, dürfte aber auch die Offenlegung der Bücher der britischen Buchmacher wenig Erhellung in den mysteriösen Fall bringen.

«Wir haben nichts zu verbergen»

Derby-Trainer Paul Jewell erklärte, er habe von der FA noch nichts gehört und erwarte das auch nicht: «Wenn es etwas zu untersuchen gibt, sollen sie es untersuchen, wir haben nichts zu verbergen. Soviel ich weiss, ist das absoluter Unsinn. Es ist für die halt eine grosse Überraschung, dass Derby nur noch zehn Mann auf dem Platz hatte und das Spiel doch noch gewann.»

Fünf Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit sah der Derby-Torhüter wegen eines Fouls die rote Karte, Norwich City gelang per Penalty der Ausgleich. Fünf Minuten vor Schluss sicherte sich Derby aber in Unterzahl den Sieg.

Parlamentarier fordert Aufklärung

Publik wurde der Fall erst durch die Intervention des Norwicher Parlaments-Abgeordneten, Ian Gibson, der vom Sportminister sofortige Aufklärung verlangte.

Norwich-Präsident Neil Doncaster ist enttäuscht, dass Gibson sich an die Medien wendete, anstatt sich zuerst bei den Vereinen zu melden. Jewell wunderte sich darüber, dass das Parlament Zeit hätte, um über einen solchen «Nonsens» zu debattieren: «Vielleicht versuchen die Politiker einfach, von ihrem Versagen in der Finanzkrise abzulenken.»

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