Was, schon wieder Weltfussballerwahl?

Die Fifa kürt heute die besten Fussballer 2017. In London, nicht mehr in Zürich. Und nicht nur der Austragungsort der Gala ist neu.

  • loading indicator

Es ist wieder so weit: Die Fifa kürt die besten Fussballer der Welt. Dabei überraschen die Organisatoren einmal mehr mit Änderungen. Wir klären die wichtigsten Fragen. Achtung, Spoiler: Wie viel Sinn solche individuellen Auszeichnungen in einem Mannschaftssport machen, gehört nicht dazu.

Wer organisiert «The Best»?
Die Fifa. Und zwar alleine. Zwischen 2010 und 2015 spannte die Fifa noch mit der französischen Fachzeitschrift «France Football» zusammen, um aus dem Weltfussballer und dem europäischen Fussballer des Jahres den «Fifa Ballon d'Or» zu machen. Schliesslich macht es Sinn, aus zwei halbgrossen Galas eine richtige zu machen. Seit der Ausgabe 2016 ist diese Kooperation jedoch Geschichte und die Fifa vergibt wieder ihren eigenen Preis: «The Best». So gewann Cristiano Ronaldo Ende 2016 (France Football) respektive Anfang Januar 2017 (Fifa) den «Ballon d'Or» und «The Best».

Aber ist die Wahl eigentlich nicht immer im Januar?
Richtig, so war es bisher. Doch neuerdings wird nicht mehr der beste Fussballer des Jahres gekürt, sondern der Beste der Saison. Weil im vergangenen Jahr bis November 2016 gewählt werden durfte, beträgt die aktuelle Periode, die berücksichtigt werden soll, 20. November 2016 bis und mit 2. Juli 2017. Ab kommender Ausgabe dürfte also die Periode Juli bis Juli (nach der WM) massgebend sein.

Wieso ist die Gala nicht mehr in Zürich?
Das fragten sich insbesondere auch die Hoteliers. Schliesslich sorgte der glamouröse Event für Tausende zusätzliche Übernachtungen im umsatzschwachen Januar. Martin von Moos, Präsident des Verbands Zürcher Hoteliers, sagte dem SRF: «Es war eine Veranstaltung, von der die gesamte touristische Wertschöpfungskette profitiert hat.» Fifa-Sprecher Giovanni Marti begründete den Umzug damit, dass die Gala künftig in verschiedenen Städten stattfinden soll – möglicherweise in den kommenden Jahren auch wieder in Zürich.

Wie wurde abgestimmt?
Auch hier gibt es Neuerungen: Erstmals konnten die Fans – die ja im Fussball bekanntlich immer alles am besten wissen – mitbestimmen. Ihre Meinung zählte zu 25 Prozent, genauso viel wie die von 200 ausgewählten Sportjournalisten. Stärker gewichtet, mit 50 Prozent, wurde die Wahl der Captains und Trainer aller Nationalteams.

Welche Preise werden vergeben?
Fifa-Weltfussballer(in): Damit werden der beste Spieler und die beste Spielerin – «The Best» – der Saison 2016/17 ausgezeichnet.
Fifa-Welttrainer(in): Sowohl ein Preis für den besten Coach im Männer- wie auch im Frauenfussball wird verliehen.
Fifa-Welttorhüter: Der beste Torhüter der vergangenen Saison.
Puskás-Preis:Er ist nach der ungarischen Stürmerlegende Ferenc Puskás benannt. Das schönste Tor der vergangenen Saison wird gewürdigt.
Fanpreis: Erst zum zweiten Mal gibt es eine Auszeichnung für unvergessliche Auftritte der Fans.
Fairplay-Preis: Sportliches Verhalten in unerwarteten Momenten, schöne Gesten – sie machen den Fussball speziell. Letztes Jahr ging der Preis an Atlético Nacional, das den Titel der Copa Sudamericana an Chapecoense weitergab. Auf dem Weg zum Hinspiel des Finals kam fast das gesamte Team von Chapecoense bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
Fifpro World 11: Fussballer weltweit wählten ihr «Dream Team» – die beste Startelf des Jahres.

Wer ist nominiert?
Als Weltfussballer des Jahres haben es Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Neymar auf die Shortlist geschafft. Ronaldo gilt als grosser Favorit, mit seinem 5. Titel würde er mit seinem grossen Rivalen Messi gleichziehen. Mit Real Madrid gewann der Portugiese sowohl die Meisterschaft als auch die Champions League.

Bei den Frauen sind die erst 18-jährige Stürmerin Deyna Castellanos (VEN), die letztjährige Titelträgerin Carli Lloyd (USA) und Europameisterin Lieke Martens (NED) nominiert.

Die Auszeichnung des besten Trainers des Jahres ist ein Kampf zwischen zwei Italienern und Zidane. Antonio Conte gewann in seiner ersten Saison mit Chelsea den Meistertitel. Massimiliano Allegri, Contes Nachfolger bei Juventus, gewann in den letzten drei Jahren das Double. Zidane hat heute Abend wohl die grössten Chancen, ausgezeichnet zu werden: Als erstes Team, seit es die Champions League in diesem Format gibt, konnte Real den Titel verteidigen.

Als erfolgreichster Coach im Frauenfussball steht nur eine Frau auf der Shortlist. Es ist Sarina Wiegman, die Holland an der Heim-EM zum Titel führte. Ihre Konkurrenten sind der dänische Nationalcoach Nils Nielsen. Im direkten Duell mit Wiegman im EM-Final zog er den kürzeren. Lyon-Trainer Gerard Precheur ist der Dritte im Bunde. Er führte seinen Club zum zweiten Mal in Folge zum Triple (Meisterschaft, Cup, Champions League).

Die Wahl kann ab 20.30 Uhr auf dem Youtube-Kanal und der Website der Fifa oder SRF Info live mitverfolgt werden.

baz.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt