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Vom Sitzstreik bis hin zu Petardenwürfen

In der Schweiz sind Spielabbrüche gar nicht so selten – und deren Gründe oftmals bizarr.

Die Mannschaft des FC Basel posiert nach dem Sieg im Cupfinal gegen Lausanne-Sports am 15. Mai 1967 im Wankdorf-Stadion in Bern inmitten von Fans und Funktionären. Wegen eines Sitzstreiks der Lausanner wurde das Spiel forfait gewertet.
Die Mannschaft des FC Basel posiert nach dem Sieg im Cupfinal gegen Lausanne-Sports am 15. Mai 1967 im Wankdorf-Stadion in Bern inmitten von Fans und Funktionären. Wegen eines Sitzstreiks der Lausanner wurde das Spiel forfait gewertet.
Keystone
Das Licht fehlt: Die Spieler des FC Basel stehen am Mittwoch, 6. März 2002 auf dem Rasen herum. Das  Spiel FC St. Gallen- FC Basel im Stadion Espenmos wurde abgesagt.
Das Licht fehlt: Die Spieler des FC Basel stehen am Mittwoch, 6. März 2002 auf dem Rasen herum. Das Spiel FC St. Gallen- FC Basel im Stadion Espenmos wurde abgesagt.
Keystone
Beim Spiel Sion gegen Servette explodiert eine Petarde neben Genf-Goalie Eric Pedat. Das Spiel wird zwar zu Ende gespielt, danach aber wiederholt.
Beim Spiel Sion gegen Servette explodiert eine Petarde neben Genf-Goalie Eric Pedat. Das Spiel wird zwar zu Ende gespielt, danach aber wiederholt.
Keystone
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Die Uhr zeigt 19.27 Uhr an im Brügglifeld, als die Musik erstummt und das Licht erlöscht. Stromausfall. Wenig später gehen die Lichter wieder an. Aarau-Präsident Alfred Schmid, ein gelernter Elektriker, ist es gewesen, der den Stromausfall eigenhändig behoben hat. Es wird 27 Sekunden gespielt - und wieder versiegt der Strom. Wieder fliegen die Sicherungen raus. Das Spiel wird abgebrochen.

Das Licht mit samt Flutlicht im ganzen Stadion geht vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Zuerich im Stadion St. Jakob-Park in Basel aus. Einen ähnlichen Fall gab es vor bald einem Jahr im Brügglifeld.
Das Licht mit samt Flutlicht im ganzen Stadion geht vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Zuerich im Stadion St. Jakob-Park in Basel aus. Einen ähnlichen Fall gab es vor bald einem Jahr im Brügglifeld.
Keystone
Aufgrund von zwei Stromausfällen in Folge muss die Partie im März 2017 zwischen Aarau und dem FCZ abgebrochen werden.
Aufgrund von zwei Stromausfällen in Folge muss die Partie im März 2017 zwischen Aarau und dem FCZ abgebrochen werden.
Urs Flueeler, Keystone
Das Brügglifeld versank in der Dunkelheit. Einzig die Handy-Bildschirme und Pyros der Fans sorgten für ein wenig Beleuchtung.
Das Brügglifeld versank in der Dunkelheit. Einzig die Handy-Bildschirme und Pyros der Fans sorgten für ein wenig Beleuchtung.
Urs Flueeler, Keystone
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Die Liga debattiert nun, wie sie das Spiel werten soll. Wenn die Verantwortlichen entscheiden, dass «höhere Gewalt» dem Ganzen ein Ende gesetzt hat, bedeutet das: Spielwiederholung. Liegt aber eine Nachlässigkeit des Veranstalters vor, kommt Artikel 62 des Wettspielreglements zur Anwendung. Und das hiesse: Forfaitsieg für den FCZ.

Die Vergangenheit zeigt, der Abbruch ist kein Einzelfall. Hier eine Übersicht über kuriose Spielabsagen und -verschiebungen.

Der Sitzstreik

Lausanne-Basel

Es läuft die 88. Minute im Cupfinal 1967, es steht 1:1, die Basler können flanken, ein Pfiff ertönt – Penalty. Der Basler Hasler verwandelt sicher, dann kommt es zu einem Novum: Fünf Lausanne-Spieler um Gabet Chapuisat sitzen auf den Rasen und weigern sich weiterzuspielen. Ein Sitzstreik. Schiedsrichter Göppel pfeift die Partie ab, am grünen Tisch gewinnt Basel 3:0, Lausanne bekommt eine Busse von 10 000 Franken, Referee Göppel wird in die 4. Liga strafversetzt.

Lichtausfall

St. Gallen-Basel

Am 6. März 2002 schreibt der St. Galler Präsident Thomas Müller im Matchprogramm vom «Lichterlöschen». Er spricht damit den Stadionkonflikt mit der Stadt an. Doch es ist an diesem Abend wörtlich zu nehmen: Die Lichter für die Platzmitte wollen nicht angehen, das Spiel kann nicht angepfiffen werden. Es gibt aber keine Forfait-Wertung, sondern ein Wiederholungsspiel, weil St. Gallen für den Ausfall nicht verantwortlich gemacht werden kann. Alle in Betracht zu ziehenden elektrotechnischen Vorschriften wurden erfüllt, schrieb die Liga.

Schlechtes Terrain

Xamax-GC

Xamax spielt damals auf dem Acker Charrière in La-Chaux-de-Fonds, weil der Club ein neues Stadion baute. Es ist Frühling und der 8. Mai (!) 2005, als der Club das sechste Spiel in Folge absagen muss. Grund: Unbespielbares Terrain. Die Tausend Meter Höhenmeter von La-Chaux-Fonds sind zu viel für den Fussball.

Keine Linien

Xamax-Basel

Und wieder Xamax in La-Chaux-de-Fonds: Der Rasen ist im November 2005 mit viel Schnee bedeckt. 40 Helfer befreien den Platz vom Weiss. Angepfiffen wird trotzdem nicht: Auf dem Rasen fehlen die roten Linien. Die Markierungsmaschine war defekt, sie soll eingefroren sein. Es kam zu einem Wiederholungsspiel in Lausanne. Hätte Basel dieses nicht verloren, sie wären in jener Saison Meister geworden.

Höhere Gewalt war auch in den vergangenen Jahren immer wieder Grund für Spielabsagen. Zuletzt in Sion 2015, als der Schneefall zu stark wurde und das Spiel in der 68. Minute abgebrochen werden musste. Oder 2014 in Aarau, als sich das Brügglifeld nach einem Wolkenbruch in eine Pfütze verwandelte.

Tumulte

GC-FC Zürich

Ein Petardenwerfer hat im Oktober 2011 zum Abbruch das Stadtzürcherderbys geführt. Als in der 70. Minuten die GC-Fans FCZ-Wappen in Brand steckten, brennen einem Zürcher Fan die Sicherungen durch. Er springt über die Leichtathletikanlage und wirft eine Petarde in die GC-Ränge. Danach kommt es zu Schlägereien zwischen den beiden Fangruppen. Das Spiel wird abgebrochen, GC gewinnt forfait 3:0. Das Spiel bekommt den Namen «Die Schande vom Letzigrund» verpasst.

Übrigens wurde auch 2001 im Spiel Sion gegen Servette eine Petarde geworfen. Die Partie wurde damals fertig gespielt, Sion gewann zwar 2:1 – doch das Spiel wurde wiederholt.

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