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Viel Zuversicht nach 38 Jahren Tristesse

Vor 38 Jahren nahm Israels an einer WM-Endrunde teil, zum einzigen Mal. Nun soll das Warten auf einen Höhenflug der Nationalmannschaft ein Ende haben. Die Schweiz kommt als Gegner gelegen.

Der Jubel war gross im letzten November, als Israel aus Topf 1 das am schwächsten eingestufte Griechenland und aus Topf 3 die Schweiz zugelost bekam. Wenn überhaupt, dann sei die Chance jetzt am grössten, endlich wieder einmal WM-Luft zu schnuppern.

Ähnlich, oder genau gleich hatte der Tenor aber bereits bei der letzten WM-Ausscheidung gelautet, und auch damals befand sich Israel mit der Schweiz in der gleichen Ausscheidungsgruppe. Das Ergebnis ist bekannt. Die Schweiz reiste via Barrage zur WM 2006 in Deutschland, während das punktgleiche Israel wegen der um sechs Treffer schlechteren Tordifferenz zu Hause bleiben musste.

Die Gedanken an das 1:1 in der Schweiz und vor allem das 2:2 in Tel Aviv vor vier Jahren sind allgegenwärtig. Ein zweites Mal aber sollen die Schweizer den Israeli nicht vor der WM-Sonne stehen. Deshalb ist die Devise für das heutige Heimspiel im gleichen Ramat-Gan-Stadion klar: Ein Sieg muss her.

Fehlende Spielpraxis

Doch die Chancen Israels, das zwar im Fifa-Ranking auf Position 19 und damit um 24 Ränge besser klassiert ist als das Team von Ottmar Hitzfeld, sind eingeschränkt. Zum einen fehlt der Mannschaft die Spielpraxis, zum anderen verfügt Trainer Dror Kashtan nicht über das international gleich erfahrene Team wie Hitzfeld.

Israel hat dieses Jahr erst drei Testspiele ausgetragen. Jene im Februar und März gegen Rumänien und Chile wurden zu Hause beide 1:0 gewonnen, das letzte Ende August in Tampere gegen Finnland 0:2 verloren. Zwischen dem Spiel gegen Chile und der Partie in Finnland lagen lange fünf Monate, in denen die Schweizer inklusive EM-Endrunde sieben Spiele absolviert haben. Und während in der Schweiz die Super League schon seit Mitte Juli läuft, hat die Meisterschaft in Israel erst am letzten Wochenende begonnen.

Zweitklassige Söldner

Zwar spielen nur drei jener Akteure, die gegen Finnland in der Startaufstellung standen, in der eigenen Liga, doch die Vereinsnamen der Söldner klingen weniger attraktiv als jene der Schweizer. Neben Liverpools Star Yossi Benayoun, der vor vier Jahren beim letzten Aufeinandertreffen beide Treffer erzielte, können einzig noch Abwehrchef Tal Ben Haim (Manchester City), Mittelfeldspieler Tamir Cohen (Bolton Wanderers) sowie die Bundesliga-Aufsteiger dga Alberman und der gebürtige Argentinier Roberto Colautti (beide Borussia Mönchengladbach) Einsätze in einer europäischen Top-Liga vorweisen.

Die Schwächen liegen klar in der Defensive. Goalie Dudu Aouate kommt bei Deportivo La Coruña nach einer Kabinen-Schlägerei kaum mehr zum Einsatz und ist somit ohne Spielpraxis. Vor ihm weisen die unerfahrenen Verteidiger Shmuel Kozokin (Beitar Jerusalem), Avi Strool (Lokeren) und David Ben Dayan (Maccabi Netanya) zusammen nur gerade 21 Länderspiele aus. Einzig der 26-jährige Ben Haim (41 Einsätze) verfügt über genügend internationale Erfahrung.

Ausgesprochen heimstark

Für Israel spricht dagegen dessen Heimstärke. Dank einem heissblütigen Publikum, das seine Mannschaft unentwegt und lautstark anfeuert, sind die Israeli zwischen 2000 und 2006 im eigenen Land ungeschlagen geblieben. Auch in der letzten EM-Qualifikation mit Gegnern wie England, Russland und Kroatien bezog Israel einzig gegen EM-Teilnahmer Kroatien eine Heimniederlage.

Probleme könnte den Schweizern heute Abend auch die ungewohnte Wärme in Tel Aviv bereiten. Tagsüber ist es in der Stadt am Mittelmeer über 30 Grad warm, am Abend sinkt die Temperatur kaum unter 25 Grad.

si/jr

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