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Verrieten die Spieler ihren Märchenmacher?

Meistertitel, Welttrainer des Jahres, dann die Entlassung: Nach Claudio Ranieris Rauswurf tobt Lineker, tröstet Mourinho – und böse Gerüchte machen die Runde.

Entlassen: Leicester City trennt sich von Meistertrainer Claudio Ranieri.
Entlassen: Leicester City trennt sich von Meistertrainer Claudio Ranieri.
Keystone
Noch vor fast zehn Monaten feierte der Club dank dem Italiener den grössten Erfolg in seiner Vereinsgeschichte.
Noch vor fast zehn Monaten feierte der Club dank dem Italiener den grössten Erfolg in seiner Vereinsgeschichte.
Keystone
Deshalb entschied die Vereinsführung, Claudio Ranieri zu entlassen.
Deshalb entschied die Vereinsführung, Claudio Ranieri zu entlassen.
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Es war ein Stück Fussballgeschichte. Am Montagabend, dem 2. Mai 2016 wurde Leicester City erstmals in seiner 132-jährigen Historie englischer Meister. Ein Jahr, nachdem die Foxes beinahe abgestiegen wären. Der Jubel war weit über die Insel hinaus grenzenlos. Es gibt sie also noch, die Märchen im sonst so kalt und berechenbar werdenden modernen Fussball. Aussenverteidiger Christian Fuchs liess die Fussballfans auf sozialen Medien sogar hautnah miterleben, wie das Team die Sensation feierte.

Das war vor fast zehn Monaten. Jetzt steht Leicester zwar im Achtelfinal der Champions League, in der Meisterschaft kämpft der Titelverteidiger aber gegen die Relegation. Nur noch ein Punkt trennt Leicester vor den Abstiegsrängen, Schlusslicht Sunderland ist nur zwei Punkte entfernt. Dies veranlasste die Vereinsführung, sich von Trainer Claudio Ranieri, dem Baumeister des Märchens, zu trennen. Vizepräsident Aiyawatt Srivaddhanaprabha sagte: «Das war die schwierigste Entscheidung, die wir in unserer knapp siebenjährigen Zeit hier treffen mussten.»

Vereinslegende Gary Lineker reagierte verständnislos. Auf Twitter schrieb der ehemalige englische Nationalspieler: «Nach allem, was Claudio Ranieri für Leicester City gemacht hat, ihn jetzt zu entlassen, ist unerklärlich, unverzeihlich und herzzerreissend traurig.» Und auch José Mourinho zeigte sich solidarisch mit seinem Berufskollegen: «Englischer Meister und Fifa-Trainer des Jahres. Entlassen. Das ist der moderne Fussball, Claudio. Lächle weiter, Amico. Niemand kann die Geschichte löschen, die du geschrieben hast.»

Auch der Verein fand in seinem Statement warme Worte für den Italiener: «Sein Status als erfolgreichster Trainer in unserer Geschichte steht ausser Frage.» Allerdings bleibt der schale Beigeschmack, dass die Clubführung noch vor wenigen Wochen Ranieri öffentlich den Rücken stärkte.

Der «Mirror» will nun den Grund erfahren haben, weshalb der 65-Jährige gehen musste. Nach dem 0:3 gegen Manchester United sollen die Spieler sich beim Vorstand gegen ihren Trainer ausgesprochen haben. Dem Blatt zufolge habe einer der Stars gesagt: «Das wars. Wir haben keinen Plan, was wir machen – wir sind erledigt.» Dass ausgerechnet die Fussballer Ranieri nun verraten, die durch sein taktisches Korsett vergangene Saison zu Helden aufgestiegen sind, soll ein harter Schlag für den italienischen Gentleman sein, schreibt der «Mirror» weiter.

Zuletzt hatte sich Ranieri öffentlich mit Stürmer Leonardo Ulloa überworfen, weil er ihm im Januar den Transfer zu Sunderland verweigert hatte. Der Argentinier schimpfte via Twitter: «Ich fühle mich von Ranieri betrogen und vom Club im Stich gelassen.» Medienberichten zufolge befürchtete Ranieri damals, die Gunst seiner Spieler zu verlieren, nachdem er im Sommer schon Mittelfeldmotor N'Golo Kanté an Chelsea abgeben musste.

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