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Uli Hoeness muss vor Gericht

Das Landgericht München liess die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung unverändert zur Hauptverhandlung zu.

Der Vorwurf gegen ihn lautet auf Steuerhinterziehung: Bayern-Manager Uli Hoeness. (Archivbild)
Der Vorwurf gegen ihn lautet auf Steuerhinterziehung: Bayern-Manager Uli Hoeness. (Archivbild)
Keystone

FC-Bayern-Präsident Uli Hoeness wird wegen seiner Steuervergehen der Prozess gemacht. Das Landgericht München liess die Anklage wegen Steuerhinterziehung unverändert zur Hauptverhandlung zu. Der Prozess soll am 10. März 2014 beginnen und ist zunächst auf vier aufeinanderfolgende Tage angesetzt, wie die Justiz mitteilte. Im Falle einer Verurteilung droht Hoeness im äussersten Fall eine mehrjährige Freiheitsstrafe.

Er hat eingeräumt, über Jahre hinweg dem Finanzamt ein Konto in der Schweiz verheimlicht zu haben. Medienberichten zufolge ging es um Millionenbeträge.

Anfang des Jahres hatte Hoeness sich selbst angezeigt. Allerdings war die Selbstanzeige, die normalerweise vor Strafe schützt, fehlerhaft. Daher erhob die Staatsanwaltschaft im Juli Anklage wegen Steuerhinterziehung.

Am Morgen des 20. März verhafteten die Strafverfolger Hoeness in seinem Haus am Tegernsee und durchsuchten seine Wohnung und Büroräume. Gegen eine Kaution in Millionenhöhe kam er wieder frei.

Aufsichtsrat stärkt Hoeness den Rücken

Der Fall löste eine breite öffentliche Diskussion über das Thema Steuerehrlichkeit aus. Ein Angebot von Hoeness, sein Amt als Aufsichtsratschef der Fussballabteilung ruhen zu lassen, lehnte das Kontrollgremium im Mai ab.

Im Aufsichtsrat sind alle massgeblichen Sponsoren des Rekordmeisters vertreten: Adidas-Chef Herbert Hainer und Audi-Chef Rupert Stadler fungieren als Stellvertreter von Hoeness, weitere Mitglieder sind Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges.

«Der Aufsichtsrat der FC Bayern München AG ist einvernehmlich der Meinung, dass Uli Hoeness das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG trotz der nun erfolgten Eröffnung des Hauptverfahrens weiter ausüben soll», erklärte das Gremium.

Zur Begründung führte der Aufsichtsrat an, die Anwälte hätten in einem Gutachten erklärt, die langjährigen Verdienste von Hoeness um den Rekordmeister und die überwältigende Unterstützung der Mitglieder seien «sachgerechte Gesichtspunkte» für die Entscheidung zu seinen Gunsten.

Nicht zu Null-Toleranz-Politik verpflichtet

Zugleich machten die Aufseher deutlich, dass Hoeness selbst nach einer Verurteilung an ihrer Spitze bleiben könne. Das Gesetz kenne «für Mitglieder des Aufsichtsrats kein Amtsverbot wegen einer strafrechtlichen Verurteilung», hiess es in der Erklärung.

Es gebe Beispiele dafür, dass Spitzenmanager selbst börsennotierter Firmen trotz strafrechtlicher Vorwürfe aus anderen Lebensbereichen ihr Mandat behalten hätten. Der FC Bayern sei ebenso wenig wie andere Aktiengesellschaften verpflichtet, einem Manager wie Hoeness gegenüber eine Null-Toleranz-Politik zu verfolgen.

AFP

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