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Walliser Infantino will Landsmann Blatter ablösen

Nun ist es fix: Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino kandidiert als Präsident des Fussball-Weltverbands Fifa.

Seine Ambitionen sind kein Geheimnis mehr: Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino im Hauptquartier in Nyon. (18. Oktober 2015)
Seine Ambitionen sind kein Geheimnis mehr: Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino im Hauptquartier in Nyon. (18. Oktober 2015)
Jean-Christophe Botte, Keystone

In den letzten Tagen waren es nur Gerüchte, jetzt ist es definitiv: Gianni Infantino, der Walliser Generalsekretär der Uefa, möchte die Nachfolge von Sepp Blatter antreten.

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fussball-Union (Uefa) habe einstimmig beschlossen, Infantino bei der Wahl am 26. Februar 2016 zu unterstützen, teilte die Uefa heute mit. Die Bewerbung des derzeit gesperrten französischen Kontinentalpräsidenten Michel Platini liess der Verband unerwähnt.

Infantino wurde vor 45 Jahren in Brig geboren, arbeitet seit 15 Jahren für die Uefa, ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Er spricht Deutsch, Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch und besitzt neben der Schweizer auch die italienische Staatsbürgerschaft.

Platini wohl chancenlos

Am Morgen wurde die Kandidatur von Scheich Salman bekannt. Protegiert wird er von einem der einflussreichsten Männer im internationalen Sport: dem kuwaitischen Scheich Ahmad al-Fahad al-Sabah, der schon als wichtiger Wahlhelfer für den Deutschen Thomas Bach auf dem IOK-Parkett unterwegs war.

Gerüchte machen die Runde, wonach Salman schon erstaunliche 100 Stimmen auf sicher haben soll. Der Bahrainer wollte ursprünglich den im Moment von der Ethikkommission der Fifa für 90 Tage gesperrten Uefa-Präsidenten Michel Platini unterstützen. Platinis Wahlchancen erscheinen nach Auffliegen des 2-Millionen-Franken-Bonus, den der Franzose von Sepp Blatter erhalten hat, aber nur noch gering.

Frist läuft ab

Erst am Dienstag werden alle Kandidaturen bekannt sein, denn die Bewerbungsfrist läuft am Montag um Mitternacht ab. Mindestens ein halbes Dutzend Kandidaten werden sich der Prüfung der Fifa-Kommissionen unterziehen. Vor Infantino und Salman kandidierten schon trotz seiner Sperre Michel Platini, plus der zuletzt bei der Fifa-Wahl gegen Blatter unterlegene Jordanier Prinz Ali bin al-Hussein und auch David Nakhid aus Trinidad und Tobago, ein früherer GC-Profi. Am Wochenende hatte zudem der Südafrikaner Tokyo Sexwale seine Kandidatur angekündigt. Auch der frühere stellvertretende Fifa-Generalsekretär Jérôme Champagne soll seine Unterlagen eingereicht haben.

Der frühere brasilianische Superstar Zico wollte kandidieren, ob er aber die für eine Kandidatur benötigte Unterstützung von fünf Landesverbänden erhält, steht noch nicht fest. Ähnliches gilt für den früheren Fifa-Generalsekretär Michel Zen Ruffinen (56). Der Walliser hat im Westschweizer Fernsehen am Sonntag bestätigt, dass er für eine Kandidatur bereit wäre. Die fünf Unterstützerstimmen zusammen hat der liberische Verbandspräsident Musa Bility. Seine Kandidatur scheint aber ohne Chance, sogar sein eigener Kontinentalverband will ihn nicht unterstützen.

Der ehemalige Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen wird nicht kandidieren. Verschiedene Medien berichteten zuvor, er ziehe eine Kandidatur als Fifa-Präsident offenbar in Betracht.

(SI)

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