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Wofür YB die neuen Millionen gebrauchen kann

Nach dem Coup in der Champions League warten auf YB rund 30 Millionen Franken. Das bringt den FCB aber nicht ins Zittern.

Moritz Marthaler

Die Nacht war kurz, der Flug war es auch, und auf die Young Boys wartet wieder ein langer Tag. Nach dem Coup am Dienstagabend, dem Sieg bei Dinamo Zagreb und der ersten Qualifikation für die Champions League der Vereinsgeschichte, sind die Berner um 13.30 Uhr auf dem Flughafen Bern-Belp gelandet. Am Nachmittag warten auf sie Pressetermine – und bereits morgen Abend erfahren sie an der Auslosung ihre Gegner.

Bereits jetzt lässt sich sagen: Die Champions League wird ihnen Einnahmen von zirka 30 Millionen Franken bringen, zusammengesetzt aus Antrittsgage, dem Anteil der TV-Gelder und den geschätzten Punkteprämien.

Das ist im Schweizer Fussballgeschäft, in dem die allermeisten Vereine am Ende des Rechnungsjahres ein strukturelles Defizit zu bewältigen haben, ein Segen. Nach Abzug der Ausgaben, welche die Königsklasse etwa mit Prämien an die Spieler oder Reisekosten mit sich bringt, dürften den Young Boys noch über 20 Millionen Franken bleiben – das bei einem geschätzten Jahresbudget von 25 bis 30 Millionen.

Basels Budget ist dennoch höher

Das neue Geld hat Sportchef Christoph Spycher aber nicht direkt irgendwo eingeplant. «Wir sind uns bewusst, dass wir nicht jede Saison mit solchen Einnahmen budgetieren können», sagt er.

Ein finanzielles Langzeitprojekt bei YB ist der Aufbau eines neuen Trainingszentrums. Seit Jahren laufen Abklärungen, wo dies stehen könnte, die Young Boys sind in Verhandlungen mit der Stadt Bern und umliegenden Gemeinden.

Dass die Young Boys mit dieser einen Teilnahme an der Königsklasse zum in den letzten Jahren stets sehr lukrativ geschäftenden FC Basel aufschliessen, ist unrealistisch. Der FCB haushaltet jährlich mit einem geschätzten Budget von rund 45 Millionen Franken.

Die Folgen des YB-Erfolgs

In Bern bleibt die Bescheidenheit das höchste Gut, gerade auch was Transfers angeht. «Fünf, sechs Millionen für einen Spieler auszugeben, liegt bei uns weiterhin nicht drin», sagt Christoph Spycher. Der FCB verpflichtete im Sommer Silvan Widmer für eine Ablöse dieser Grössenordnung, installierte zudem zusammen mit dem neuen Trainer einen komplett neuen Staff. Bei YB arbeitet der neue Coach Gerardo Seoane mit dem bestehenden zusammen, Matteo Vanetta stieg vom Nachwuchs- zum Assistenztrainer auf.

Der YB-Erfolg weckt auch Begehrlichkeiten – die den Young Boys in diesem Herbst womöglich noch mehr Einnahmen bescheren. Um Kevin Mbabu bemühen sich seit längerem Clubs aus dem Ausland – wechselt er nicht in den nächsten zwei Tagen, dann womöglich im Winter. Sein Wert dürfte sich durch die Champions League weiter steigern, ebenso wie der von weiteren interessanten Jungspielern der Berner wie Djibril Sow oder Roger Assalé.

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