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Traum und Trauma

München unter Schock, durchfeierte Nacht in London: Das Champions League-Finale weckte in beiden Städten grosse Emotionen. Auch Angela Merkel und David Cameron liess die Partie nicht kalt, wie Bilder vom G-8 Gipfel zeigen.

Auch der G-8-Gipfel wurde vom Fussballfieber gepackt: Angela Merkel fieberte mit Bayern, ihr britischer Amtskollege David Cameron litt mit Chelsea.
Auch der G-8-Gipfel wurde vom Fussballfieber gepackt: Angela Merkel fieberte mit Bayern, ihr britischer Amtskollege David Cameron litt mit Chelsea.
Reuters
Am Ende jubelte überraschend Cameron.
Am Ende jubelte überraschend Cameron.
Reuters
Für diesen Erfolg haben die Chelsea-Fans gebetet.
Für diesen Erfolg haben die Chelsea-Fans gebetet.
Reuters
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Im Münchner Olympiastadion herrscht nach dem Public Viewing kollektive Stille. Nach der hochdramatischen Champions-League-Pleite gegen den FC Chelsea im Elfmeterschiessen platzt für den FC Bayern und für über 100'000 Anhänger gestern Abend der Traum vom Pokal. Bayern hätte als erste Mannschaft in der Geschichte der Champions League den europäischen Fussballthron im eigenen Stadion erklimmen können. Doch alles kommt anders: Die Bayern-Fans verlassen schnell die Public-Viewing-Stätten und trotten fassungslos nach Hause, während die rund 30'000 mitgereisten englischen Fans in München auf den Sieg anstossen. Wie Spiegel online berichtet, hätten die Fans nach der Partie die Leinwände in der Public-Viewing-Zone mit Steinen beworfen.

Doch die meisten Fussballfans seien ruhig nach Hause gegangen, bestätigt der Münchner Polizeisprecher Sven Müller gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Abwarten mussten die Beamten dagegen, wie sich die Chelsea-Fans verhielten. «Schauen wir mal, was die Engländer tun werden.» Die Polizei schätzte zunächst, dass sich viele von ihnen auf der Leopoldstrasse zum Feiern treffen werden. Das sei eben Tradition. Einige Chelsea-Anhänger werden aber auch direkt von der Allianz-Arena zum Flughafen eskortiert. Für die schnelle Heimreise der Fans ist das Nachtflugverbot am Flughafen aufgehoben. Über grössere Randale ist bis jetzt nichts bekannt.

Auch der G-8-Gipfel im Banne des Champions League

Die hochdramatische Niederlage der Bayern hat auch die Staats- und Regierungschefs der G-8 in ihren Bann gezogen. Auf dem Landsitz von US-Präsident Barack Obama in Camp David stahlen sich am Samstag Kanzlerin Angela Merkel und der britische Premier David Cameron aus dem Konferenzraum - und verzogen sich nach nebenan zum Fussballgucken. Nach und nach gesellten sich immer mehr Staatenlenker hinzu, sodass beim Elfmeterschiessen gegen Chelsea unter anderem Obama, der kanadische Premier Stephen Harper sowie EU-Ratspräsident Herman van Rompuy sowie zahlreiche enge Mitarbeiter mitfieberten.

Merkel befürchtet nun, dass die frustrierten Bayern-Stars ihren Kopf nicht freihaben für die wichtige EM-Vorbereitung der Nationalelf. «Da ist viel psychologische Aufbauarbeit notwendig», sagte die Regierungschefin auf dem Weiterflug zum Nato-Gipfel nach Chicago. Cameron habe zunächst vorhergesagt, dass das deutsche Team sowieso «wie immer» das Elfmeterschiessen gewinnen werde. Als schliesslich Chelsea siegte, sei ihr Cameron um den Hals gefallen. «Da hatte ich dann auch nichts von», kommentierte Merkel trocken.

Im lockeren Rahmen über die Probleme der Welt diskutieren

Zuvor, während der dramatischen Schlussphase, sei Obama spasshaft dazwischen gegangen, um einen deutsch-britischen Fussball-Streit auf höchster Ebene zu verhüten, berichtete Merkel.

Die Staats- und Regierungschefs wichtiger Industriestaaten hatten sich zwei Tage lang in Camp David getroffen, Gastgeber war erstmals US-Präsident Barack Obama. Im Mittelpunkt standen aussenpolitische Fragen und die Diskussion über die richtige Wachstumspolitik für die kriselnde Eurozone.

Artikel mit Material der Agenturen dapd und si.

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