Titelverteidiger besiegt, Peru schafft Sensation

Im Halbfinal der Copa América erleidet Chile ein herbe Niederlage gegen das Überraschungsteam.

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Peru hat den Titelverteidiger Chile bei der Südamerikameisterschaft geschlagen und zieht in den Final der Copa América gegen Gastgeber Brasilien ein. Die peruanische Auswahl gewann in der Nacht auf Donnerstag in Porto Alegre mit 3:0 gegen die Chilenen.

Die Mannschaft von Trainer Ricardo Gareca überraschte die selbstbewussten Chilenen und setzte sie mit ihrem bislang besten Spiel bei der Copa América heftig unter Druck. Peru ging in der 21. Minute in Führung. Christian Cueva flankte von rechts in den Strafraum, André Carrillo verlängerte mit dem Kopf auf Édison Flores, der schliesslich mit einem harten Schuss ins rechte Eck zum 1:0 traf. Die Chilenen reklamierten eine Abseitsstellung des Torschützen, doch die Fahne des Linienrichters blieb zu Recht unten.

Nach 38 Minuten erhöhte Yoshimar Yotún auf 2:0 für den Aussenseiter. Chiles Torhüter Gabriel Arias wollte einen Ball vor der Torauslinie klären, doch der Ausflug aus seinem Tor misslang geghörig. Der Peruaner Carrillo kam vor dem Goalie an den Ball und legte den Ball zurück an die Strafraumgrenze. Dort stand Yotún richtig und traf an vier chilenischen Verteidigern vorbei ins leere Tor.

Schwache chilenische Stars

In der zweiten Halbzeit rannten die Chilenen ein ums andere Mal vergeblich an. Doch sie scheiterten jedes Mal an den bis zum Schluss defensiv gut organisierten Peruanern. Da half auch die durchaus vorhandene individuelle Klasse des Copa-América-Champions von 2015 und 2016 nichts. Barça-Mittelfeldakteur Arturo Vidal konnte keine entscheidende Akzente setzen, Stürmer Alexis Sanchez von Manchester United scheiterte wiederholt an der starken Abwehr.

Kurz vor Ende der Partie traf Perus Starstürmer Paolo Guerrero in der 90. Minute zum Endstand. Er bekam den Ball kurz vor dem Strafraum, lief direkt auf Torwart Arias zu ging rechts vorbei und schob ein. In der Nachspielzeit vergab Eduardo Vargas vom Penaltypunkt die Chance auf den chilenischen Ehrentreffer.

«Ich bin sehr stolz auf meine Teamkameraden», sagte der frühere Bundesliga-Profi Guerrero nach dem Abpfiff. «Ich habe mich sehr über die Leistung der Mannschaft gefreut.» Mit seinem 13. Tor bei einer Copa América wurde Guerrero zum aktiven Spieler mit den meisten Treffern bei der Südamerikameisterschaft.

Dritte Finalteilnahme Perus

Damit steht Peru zum ersten Mal seit 1975 wieder im Final der Südamerikameisterschaft. Damals holte die Anden-Mannschaft auch den zweiten Titel nach 1939. 2011 und 2015 reichte es jeweils nur für Platz drei.

Am Sonntag trifft Peru im Final im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro auf Brasilien. Chile spielt am Samstag in São Paulo gegen Argentinien um den dritten Platz der Südamerikameisterschaft.

tzi/dpa

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