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Streikgefahr zum Auftakt in Spanien

Die Spielergewerkschaft der Primera Division hat zum Protest aufgerufen, Gehälter in der Höhe von 50 Millionen Euro stehen noch aus. Derweil rüstet sich Malaga zum Kampf gegen Barça und Real.

Einer der vielen Neuzugänge von Malaga: Ruud van Nistelrooy.
Einer der vielen Neuzugänge von Malaga: Ruud van Nistelrooy.
Keystone

Ein Streik wird den Kick-off wohl um eine Woche verzögern. Den spanischen Fans hätte man nach den schlechten Wirtschaftsnachrichten der letzten Monate ihren Fussball gegönnt. Doch wie auf dem Arbeitsmarkt müssen sich die Iberer nun auch bei ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung in Geduld üben.

Die Spielergewerkschaft hat wegen ausstehender Lohnzahlungen dazu aufgerufen, die ersten beiden Runden der Primera und Segunda Division zu bestreiken. Damit dürfte der am Wochenende geplante Meisterschaftsauftakt ins Wasser fallen. Die Spielervereinigung (AFE) und die Liga (LFP) haben sich bis dato nicht einigen können.

Die Spieler fordern von den hoch verschuldeten Klubs eine Lohngarantie sowie die Möglichkeit, bei ausstehenden Zahlungen in der Höhe von drei Monatslöhnen den Vertrag einseitig auflösen zu können. Eine weitere Verhandlungsrunde ist zwar heute geplant, doch findet diese zu knapp vor dem geplanten Meisterschaftsstart statt. Sollte erneut kein Konsens gefunden werden, ist auch die zweite Meisterschaftsrunde in Gefahr.

Den Gürtel enger geschnallt

Die Sparwut macht auch vor den beiden Schwergewichten Real Madrid und dem FC Barcelona nicht Halt. Real gab vor zwei Jahren 250 Millionen für neue Spieler aus, 2010 waren es noch 80 Millionen und in diesem Jahr nur noch rund 55 Millionen. Teuerster Einkauf der Liga war der portugiesische Verteidiger Fabio Coentrao, der für 30 Millionen von Benfica Lissabon zu den Königlichen stiess. Spektakuläre Transfers blieben in diesem Jahr fast vollständig aus. Am meisten zu reden gab die Rückkehr des verlorenen Sohns Cesc Fabregas, der für 29 Millionen Euro von Arsenal zu seinem Stammklub Barcelona zurückkehrte.

In sportlicher Hinsicht hat sich wenig geändert. Die Übermannschaft bleibt der FC Barcelona. Der Meister, Champions-League-Gewinner und neuerdings auch Supercup-Sieger strebt praktisch in unveränderter Formation den vierten spanischen Meistertitel in Serie an – etwas, das die Katalanen bereits in den 90er-Jahren (1991 bis 1994) einmal geschafft haben.

Real Madrid versucht schon seit Jahren, die Phalanx des Erzrivalen zu durchbrechen. Auch mit dem umstrittenen Trainer José Mourinho ist dies bisher nicht gelungen. Auf dem Transfermarkt holte der Portugiese erneut Verstärkung aus der Bundesliga. Mit den Türken Nuri Sahin (Borussia Dortmund) und Hamit Altintop (Bayern München) will Mourinho Barcelona das Leben schwer machen.

Malaga tritt ins Rampenlicht

In Zeiten, in denen sogar Real Madrid und Barcelona sparen müssen, fordert nun Malaga die beiden Grossen heraus. Die Andalusier sind seit Juni 2010 im Besitz des katarischen Scheichs Abdullah Bin Nasser Al Thani, einem millionenschweren Verwaltungsratsmitglied der Bank von Doha und Angehörigen der katarischen Königsfamilie. Der 43-Jährige kaufte Malaga für 36 Millionen Euro und übernahm auch eine Schuldenlast von siebzig Millionen. Sein Ziel ist es nun, die dritte Macht in Spanien zu werden.

Malaga gab in den letzten zwölf Monaten rund sechzig Millionen Euro aus. Die Transfers von Martin Demichelis (Bayern München) und Julio Baptista (AS Roma) im Winter hatten nicht den gewünschten Effekt. Malaga beendete die Saison auf dem elften Platz.

Budget ohne Limit

Danach ging Al Thanis Shopping-Tour erst richtig los. Trainer Manuel Pellegrini kann mit Spielern wie Ruud van Nistelrooy, Jérémy Toulalan, Joaquin oder Santi Cazorla in die neue Saison starten. 31 Spieler umfasst Malagas Kader – offenbar sind das noch nicht genug. Gerüchten zufolge sollen auch Didier Drogba (Chelsea) und Diego (Wolfsburg) Kandidaten für Malaga sein.

Die Scheichs haben grosse Visionen. «Unser Budget hat kein Limit», so Al Thani und fügt eine Kampfansage an Real und Barça an: «Der Clasico wird die Leute bald langweilen.» Malaga kann bereits zum Meisterschaftsauftakt beweisen, dass es nicht nur grosse Töne spuckt. Am Sonntag ist Meister Barcelona im Stadion La Rosaleda zu Gast, wenn denn nicht gestreikt wird. Der schmucke Rosengarten wird übrigens abgerissen und durch das drittgrösste Stadion Spaniens (65'000 Zuschauer) ersetzt. Wann das «Qatar Stadium» fertig sein wird, steht noch nicht fest.

si/Muriel Fiechter

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