Stockers grandiose Premiere

Valentin Stocker gelingen beim 4:0 gegen die Grasshoppers unter Schmerzmitteln vier Assists und verhilft seinem Kumpel Alex Frei zu einem vergnügten Kurzeinsatz.

Der Dank an den Vorbereiter: Torschütze Alex Frei und Valentin Stocker.

Der Dank an den Vorbereiter: Torschütze Alex Frei und Valentin Stocker.

(Bild: Keystone)

Marcel Rohr

«Das war super, wunderbar», strahlte Alex Frei, bevor er unter die Dusche verschwand. Zwei Tore gelangen dem eingewechselten Torjäger innert zwanzig Minuten. Beide trugen den Makel einer Offsidestellung; Frei quittierte die Grosszügigkeit des Schiedsrichters mit einem Lächeln, «weil ich im Gegenzug schon unzählige Male zurückgepfiffen wurde, als es kein Offside war». Nur drei Tore waren dem 33-jährigen Stürmer bis gestern in der Super League geglückt, gegen GC kamen gleich zwei dazu – und dies nur drei Tage nach seinem angekündigten Rücktritt per Sommer 2013. «Ich habe immer noch den Ehrgeiz, von Beginn an zu spielen», sagt der Mann mit der Nummer 13 dazu, «aber ich habe weiterhin leichte muskuläre Probleme.» Deshalb die Jokerrolle gegen die Grasshoppers.

Zu beiden Frei-Toren leistete Aufbauer Valentin Stocker die uneigennützige Vorarbeit. Ob auf seiner angestammten Position am linken Flügel oder im Zentrum halblinks, wohin er nach Mohamed Salahs Hereinnahme (65.) wechselte: Der Krienser spielte wie aufgedreht. Bereits das 1:0 durch David Degen (7.) bereitete er herrlich mit einer gefühlvollen Flanke vor, dazu provozierte er den spielentscheidenden Foulpenalty zum 2:0 (57.).

Valentin Stocker, gleich vier Assists in einem Spitzenkampf – eine Premiere für Sie?
Ja, das ist mir zuvor noch nie geglückt. Speziell erwähnen möchte ich das Tor zum 1:0. Steini (Markus Steinhöfer, die Red.) spielt steil auf mich, nach meiner Flanke lässt Gilles Yapi geschickt den Ball durch, hinten vollendet Dave (David Degen, die Red.) – das war sensationell.

Was gab den Ausschlag zugunsten des FCB – abgesehen von Ihren Vorlagen?
Wir haben es geschafft, in den entscheidenden Momenten besser zu sein als die Grasshoppers. Das ist ja eine unserer Qualitäten: In wichtigen Spielen haben wir viel Erfahrung, die wir einbringen können. Die Zürcher haben uns Ende der ersten Halbzeit einiges abverlangt. Aber man hat auch gesehen, dass der eine oder andere junge Profi bei GC zum ersten Mal vor einer derartigen Kulisse mit über 30 000 Zuschauern gespielt hat.

Der FC Basel hat mächtig gepowert …
Ja, an solchen Tagen spürt man dann, dass hier im St.-Jakob-Park nichts zu holen ist für die Konkurrenz.

Sie litten unter der Woche an Adduk­torenproblemen. Trotzdem spielten Sie wie aufgedreht. Weshalb?
Ich konnte ab Donnerstag wieder trainieren, heute ging es nur mit Schmerzmitteln. Ich habe vor allem Probleme beim Schiessen, deshalb habe ich wohl immer den Ball abgespielt (lacht).

Klären Sie uns auf beim Penalty – Foul oder kein Foul, als Stéphane Grichting in der 56. Minute quasi in Sie hineinstolpert und beide zu Fall kommen?
Es war eine kuriose Szene. Ich dachte, ich sei mit Michael Lang im Zweikampf, dann aber fällt mir Grichting auf den Fuss, obwohl er sicher nicht foulen wollte. Er wurde von Lang gestossen. Für mich war das eine dankbare Situation, denn der Elfmeter war vertretbar.

Später legten Sie Alex Frei zwei Tore pfannenfertig hin, bei beiden Goals jedoch lag eine Abseitsstellung vor. Wie beurteilen Sie die beiden Szenen?
Ich muss mir das zuerst in Ruhe am Fernsehen betrachten, bevor ich mich dazu äussern kann. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich im Offside stehe.

Sie haben dem abtretenden Alex Frei zu einem wunderbaren Nachmittag mit zwei Toren verholfen … Ich freue mich mega für ihn, denn ich konnte ihm etwas zurückgeben von dem, was er mir gegeben hat. Ich spiele den Ball lieber zu Alex, als selbst zu schiessen, denn Assists werden hier genauso geschätzt wie Tore.Ich hoffe für Alex Frei, er wird bis zum nächsten Sommer noch viele solcher schönen Momente erleben wie heute, das hat er verdient.

Nach dem deutlichen 4:0-Sieg ist die Liga an der Tabellenspitze eng zusammengerückt. Was liegt für den FCB bis Ende Jahr noch drin?
Der Vierkampf verleiht der Liga Schwung und Spannung. Wenn der Abstand bis zur Winterpause so bleibt wie jetzt, bin ich zufrieden.

Der FC Basel hat nun unter Murat Yakin fünfmal in Serie gewonnen. Was zeichnet den Fussball unter dem neuen Trainer aus?
Wir waren in dieser Saison lange auf der Suche nach dem idealen Fussball. Aber auch in den letzten Jahren hatten wir zu Beginn einer Saison stets unsere Probleme. Murat Yakin hat der Mannschaft nun defensive Stabilität verliehen. Er legt sehr viel Wert auf taktische Aspekte, das hilft uns. Wir sind extrem spritzig und gut in den Zweikämpfen.

Für Sie hatte Yakin zunächst eine neue Rolle gewählt, er versetzte Sie vom linken Flügel ins Mittelfeldzentrum. Heute agierten Sie wieder an der Linie …
Der Trainer wollte das Zentrum defensiv stabilisieren. In der Mitte habe ich vielleicht mehr Ballkontakte. Aber ich bin der Meinung, dass meine Fähigkeiten über aussen am besten zur Geltung kommen. Heute hat das ja ganz gut geklappt.

Basler Zeitung

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