So erklärt der Chelsea-Goalie seine Meuterei

Kepa Arrizabalaga verweigert im Final des Ligacup seine Auswechslung, Trainer Sarri ist ausser sich. Jetzt soll alles nur ein «Missverständnis» sein.

Will den Rasen partout nicht verlassen: Chelsea-Torhüter Kepa hört weder auf Trainer Sarri noch auf Mitspieler – und verliert dann das Penaltyschiessen.
Florian Raz@razinger

Die Schlagzeilen in Grossbritannien zeichnen ein eindeutiges Bild. Da ist von «Schande» die Rede, von «Meuterei» und einem «schockierenden Krach». Es war ja auch ein irrwitziges Schauspiel, das da Chelseas Trainer Maurizio Sarri und sein Goalie Kepa Arrizabalaga beim Final des Ligacups gegen Manchester City aufführten.

Sarri, eigentlich Kepas Vorgesetzter, wollte seinen Keeper kurz vor dem Elfmeterschiessen wechseln. Aber Kepa wehrte sich so lange gegen den immer cholerischer agierenden Trainer, bis es kurz so aussah, als wolle Sarri das Stadion verlassen. Und manch einer fragte sich in dem Moment, ob der hoch erregte Italiener Chelsea gleich ganz den Rücken kehren werde.

Das Schauspiel in seiner ganzen Pracht. (Video: Sky/Twitter)

Hat Sarri nach diesem Vorfall auch nur noch einen Funken Autorität? Das war die Frage, die sich im Wembley stellte. Dann gaben die beiden Hauptpersonen ihre Erklärung für das ganze Theater ab. Und siehe da: Alles soll nur ein dummes Missverständnis gewesen sein. Die ganze Wut, die Gesten des Goalies zur Bank, das Toben des Trainers. Alles einfach dumm gelaufen.

«Es war zu keinem Zeitpunkt meine Absicht, den Anweisungen des Trainers nicht Folge zu leisten», schreibt Kepa nach dem verlorenen Penaltyschiessen auf Instagram. Der Trainer sei bloss fälschlicherweise davon ausgegangen, dass er verletzt sei: «Der Trainer dachte einfach, dass ich nicht weitermachen kann, und ich habe im Prinzip nur zu erklären versucht, dass es mir körperlich gut geht.»

Und Sarri? Der ging sogar so weit, selbst einen Fehler einzugestehen: «Der Goalie hat begriffen, dass ich ihn wegen eines physischen Problems auswechseln wollte. Aber er hatte kein körperliches Problem. Also hat er recht, denke ich.»

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Bleibt die Frage, wie es sein kann, dass der Cheftrainer eines Milliarden-Clubs wie Chelsea mehrere Minuten lang weder vom medizinischen Personal noch von einem seiner vielen Assistenten erfährt, wie es um seinen Goalie steht. Und auch, warum Kepa nicht einfach schnell zur Seitenlinie joggte, um die Sache schnell aufzuklären?

Ganz sicher ist Sarris Position durch den Eklat weiter geschwächt. Kepa war letzten Sommer für rund 90 Millionen Franken von Bilbao geholt worden. Entsprechend gross dürfte sein Standing bei der Clubführung sein.

Sarris jüngste Vergangenheit bei Chelsea dagegen war geprägt von 0:4- und 0:6-Niederlagen gegen Bournemouth und Manchester City. Und davon, dass der Trainer öffentlich die taktischen Fähigkeiten seiner Spieler bemängelte. Als entsprechend unsicher gilt seine Zukunft bei Chelsea.

Sarri habe zuletzt immer mal wieder an King Lear erinnert, schreibt der «Guardian». An einen alten, verwirrten Mann, der sich über die Undankbarkeit und Aufmüpfigkeit seiner Spieler beklage: «Aber am Ende des Finalspiels hatte er sich in etwas anderes, Endgültigeres verwandelt; er wurde stattdessen zum Narren.»

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Disgustados y tristes por no podernos llevar el titulo, hemos luchado hasta el final contra un gran equipo. Seguiremos trabajando para ser mas fuerte. También me gustaría aclarar algún hecho del partido de hoy: Lo primero de todo lamento como ha sido el final de la prorroga, quiero decir que en ningún momento ha sido mi intención desobedecer al técnico o ninguna de sus decisiones. Creo que todo ha sido un mal entendido a altas pulsaciones y en el tramo final de un partido por un titulo. El entrenador ha pensado que no estaba en condiciones de seguir y mi intención ha sido expresarle que estaba en buenas condiciones de seguir ayudando al equipo, mientras el cuerpo medico que me había atendido llegaba al banquillo y daba el mensaje. Siento de nuevo la imagen que se ha proyectado, no siendo en ningún caso mi intención dar esta imagen y pidiendo disculpas. Upset and sad for not being able to take the title, we fought until the end against a great team. We will continue working to be stronger. I would also like to clarify some facts of today's match: First of all I regret how the end of the match has been portrayed. At no time has it been my intention to disobey the coach or any of his decisions. I think everything has been misunderstood in the heat of the final part of a match for a title. The coach thought I was not in a position to play on and my intention was to express that I was in good condition to continue helping the team, while the docs that had treated me arrived at the bench to give the message. I feel the image that has been portrayed was not my intention. I have full respect for the coach and his authority.

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baz.ch/Newsnet

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