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Sforza und die rasende Schnecke

Die Clubführung geht bei der Begrüssung des neuen Thun-Trainers unkonventionelle Wege.

Sforzas Engagement bei den Oberländern dauerte nur drei Monate.
Sforzas Engagement bei den Oberländern dauerte nur drei Monate.
Keystone
Nach ausbleibendem Erfolg wurde er nach 10 Spieltagen wieder entlassen.
Nach ausbleibendem Erfolg wurde er nach 10 Spieltagen wieder entlassen.
Patric Spahni
Thuns Sportchef Andres Gerber hatte sich damals von Bernard Challandes getrennt.
Thuns Sportchef Andres Gerber hatte sich damals von Bernard Challandes getrennt.
Keystone
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Die Welt der Inszenierung ist auch in der kleinen, beschaulichen Welt des FC Thun angekommen mit Ciriaco Sforzas offiziellem Arbeitsbeginn in der Stockhorn-Arena. Präsident Markus Lüthi hat am Wochenende spontan zwei befreundete Künstler organisiert für die Präsentation des ehemaligen Weltklassespielers und 79-fachen Ex-Internationalen, der zuletzt beim Challenge-League-Verein Wohlen tätig war. Ein Saxofonist jammt vor dem Eingang zum Spielertunnel. Der Stadionspeaker kündet den neuen Trainer an. Den Rasen betritt der Berner Komiker Baldrian, welcher sich als ersten Entschleunigungskünstler der Schweiz anpreist. Nicht fehlen darf sein treuer Begleiter, die Schnecke Botox, festgezurrt auf einem umgebauten ferngesteuerten Mini-Formel-1-Gefährt.

Baldrian fällt die Ehre zu, Sforzas Einmarsch zu kommentieren. Die Spieler, die kurz zuvor eingelaufen sind, und die rund 30 Thun-Fans auf der Tribüne spenden warmen Applaus. Der Neuankömmling, in schwarze Trainingsjacke und -hose gekleidet, klatscht kurz in die Hände und bedankt sich via Mikrofon für das Vertrauen, welches ihm der Club geschenkt habe. Dann spricht der neue FCT-Coach ein paar wenige Sätze in hingestreckte Mikrofone. «Ich freue mich. Ich freue mich wirklich, hier zu sein.» Die Chemie zwischen ihm, dem Sportchef und dem Präsidenten habe auf Anhieb gestimmt. Thun habe sich einen sehr guten Namen geschaffen in den letzten Jahren. «Das Team hat viel Talent», sagt Sforza. Ob er schon mal irgendwo ohne Vertrag gearbeitet habe, empfand er als «nicht relevant im Moment».

Dann eilt Sforza davon – die erste Übungseinheit mit seinem neuen Team ruft. Zurück bleibt Sportchef Andres Gerber, um den sich nun die zahlreichen Journalisten scharen. Der FC Thun sei «genau das, was Sforza gesucht habe», verkündet Gerber. Der Aargauer habe bewusst ein Umfeld gesucht, wo er in Ruhe seiner Coachtätigkeit nachgehen könne. Bezüglich Transfers habe er keinerlei Forderungen gestellt: «Er ist von der Qualität des vorhandenen Kaders überzeugt.» Gerber, dem gute Menschenkenntnis nachgesagt wird, hat in den Gesprächen mit Sforza «rasch gespürt, dass wir vom gleichen reden». Dass dieser bereit ist, die Arbeit aufzunehmen, ohne bereits alles schriftlich geregelt zu haben, ist für den Sportchef ein weiterer Vertrauensbeweis. «Es zeigt mir, dass Ciri diesen Job unbedingt wollte.»

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