Zum Hauptinhalt springen

Sexvideo wird Benzema zum Verhängnis

Der Präsident des französischen Fussballverbands zieht nach dem Erpressungsskandal die Konsquenzen.

Heile Welt: Mathieu Valbuena und Karim Benzema beim Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Jamaika im Sommer 2014.
Heile Welt: Mathieu Valbuena und Karim Benzema beim Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Jamaika im Sommer 2014.
Philippe Huguen, AFP
Das Objekt der Begierde: Das Handy von Mathieu Valbuena mit einem Sexvideo von ihm und seiner Freundin ist über Umwege in den Kreis von Benzema gelangt.
Das Objekt der Begierde: Das Handy von Mathieu Valbuena mit einem Sexvideo von ihm und seiner Freundin ist über Umwege in den Kreis von Benzema gelangt.
Laurent Cipriani, Keystone
Französische Behörden haben den Franzosen wegen Verdachts auf Erpressung festgenommen.
Französische Behörden haben den Franzosen wegen Verdachts auf Erpressung festgenommen.
Lionel Cironneau, Keystone
1 / 6

Noel Le Graet hat keine andere Wahl. So sagt er das zumindest. «Solange sich die Situation nicht verändert, können wir Karim Benzema für die Nationalmannschaft vorläufig nicht berücksichtigen», sagt Le Graet, Präsident der Fédération française de football. Im Klartext: Die Euro 2016 in Frankreich findet mit grosser Wahrscheinlichkeit ohne den Starstürmer von Real Madrid statt.

Der Entscheid ist insofern überraschend, als zuvor diverse prominente Exponenten aus dem Umfeld von Benzema dem Stürmer die volle Unterstützung zugesprochen hatten. Florentino Pérez, Präsident von Real Madrid, legte ein starkes Wort für Benzema ein, so auch Zinedine Zidane, die Clublegende der Königlichen.

Sogar Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hatte sich zuletzt für Benzema ausgesprochen. Angesichts der drohenden Gefängnisstrafe von fünf Jahren ist der französische Fussballverband allerdings zur Überzeugung gelangt, dass während des laufenden Verfahrens im Fall Benzema kein Zuspruch für den Angeklagten möglich ist.

Eine dreckige Kampagne

Benzema wird angeklagt, den französischen Teamkollegen Mathieu Valbuena mit einem Sexvideo und entsprechender Summe von 150'000 Euro erpresst zu haben – zumindest als Komplize soll er involviert sein. Die besagte Aufnahme mit Valbuena und seiner Freundin war auf dessen Smartphone abgespeichert, das Handy ging allerdings verloren und tauchte später offenbar im Freundeskreis von Benzema auf.

Den Ausschluss von Benzema aus der Equipe tricolore hatten in den vergangenen Tagen unter anderem Premier Manuel Valls und auch der Boss der Profiliga LFP, Frédéric Thiriez, mehr oder weniger direkt gefordert. Ein grosser Sportler müsse Vorbild sein, hiess es.

In einem Interview hatte Benzema vergangene Woche seine Unschuld beteuert und eine Vorverurteilung beklagt. Man ziehe ihn durch den Dreck und behandele ihn wie einen Verbrecher, sagte der mit 27 Toren in 81 Länderspielen erfolgreichste aktive Torschütze der Nationalmannschaft zum TV-Sender «TF1».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch