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Servette wendet Konkursverfahren ab

Ein Gläubiger, der gegen Servette einen Konkursantrag androhte, hat nach der Zahlung von 30'000 Franken auf rechtliche Schritte verzichtet.

Servettes Gläubiger erhöhen den Druck: Präsident Majid Pishyar.
Servettes Gläubiger erhöhen den Druck: Präsident Majid Pishyar.
Keystone

Der Anwalt der Reinigungsfirma Cleantonic, welche für den Super-League-Verein das Stadion wartet, hat laut der Genfer Zeitung «Tribune de Genève» angekündigt, am Montag ein Konkursgesuch einzureichen. Die Firma wurde nach Angaben des Anwalts seit August nicht mehr für ihre Dienstleistungen bezahlt. So sollen um die 90'000 Franken ausstehend sein.

Servette-Präsident Majid Pishyar reagierte darauf und zahlte gemäss einer vorherigen Vereinbarung 30'000 Franken an den Gläubiger. Deshalb hat dessen Anwalt in der Folge auf den Konkursantrag verzichtet.

«Man hat meine Gefühle ausgenutzt»

Das Gesuch wäre an ein erstinstanzliches Gericht gehen, wo nach einer Anhörung entschieden worden wäre, ob Servette in Konkurs geht. Ironischerweise ist der Chef der Genfer Reinigungsfirma Stéphane Guex, der zwischen 1985 und 1992 selbst für Servette Fussball spielte. Gegenüber der «Tribune de Genève» meinte Guex: «Ich musste mich enorm überwinden, diesen Schritt zu tun. Man hat meine Gefühle ausgenutzt. Aber meine Firma wird in Konkurs gehen, da 60 Prozent der Aktivitäten das Stade de Genève betreffen.»

Dass das Vorgehen ohne vorherige Betreibung geschehen sollte, wurde damit gerechtfertigt, dass der Schuldner die Zahlungen ausgesetzt hatte und mangels Liquidität auch andere Gläubiger kein Geld mehr von Servette erhalten haben. Der Anwalt glaubt, dass ein solcher allgemeiner Fall vorliegt.

Die Reaktion von Pishyar

Der Genfer Klub zeigte sich enttäuscht über das Vorgehen der Firma. Doch gestand Servette-Funktionär Cédric Tonoli ein: «Wir haben ein Liquiditätsproblem.» In einem auf der Homepage von Servette veröffentlichten Brief, nahm Servettes Präsident Majid Pishyar noch am selben Morgen Stellung zu den Medienberichten über die Androhung eines Antrags auf Konkurseröffnung. Der Iraner zeigte sich enttäuscht über das Vorgehen von Stéphane Guex.

«Die fehlenden Einnahmen wegen der Winterpause und der Absenz von Heimspielen haben einen beachtlichen Einfluss auf unseren Finanzplan», klagte Pishyar bezüglich der mangelnden Liquidität. Darüber hinaus versicherte der Servette-Präsident, dass Guex eine vereinbarte Zahlung von 30'000 Franken am 2. Februar erhalten habe.

Alves will eine Million

Pishyar vermochte mit seiner Anzahlung einen möglichen Konkurs vorerst abzuwenden, doch es droht weiteres Ungemach. Der von ihm entlassene Trainer Joao Alves (Por) fordert von Servette eine Million Franken für Löhne und Prämien, da sein Vertrag noch bis Sommer 2013 gültig ist. Zudem soll Servette den Stadtwerken noch immer rund 100'000 Franken für Strom- und Wasserkosten im Stadion schulden. Auch ein Dutzend Angestellte der Nachwuchs-Akademie soll noch immer auf seine Gehälter warten.

si/ot

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