Schlug er seine Ex-Frau? Fifa-Ethiker dementiert

Wieder einmal sorgt ein Personalentscheid der Fifa für Kopfschütteln. Im Fokus diesmal: Ein eigenwilliger Este.

«Haltlos»: Aivar Pohlak (r.) weist alle Vorwürfe zurück. (Getty Images)

«Haltlos»: Aivar Pohlak (r.) weist alle Vorwürfe zurück. (Getty Images)

Aivar Pohlak, eines der neuen Mitglieder der Fifa-Ethikkommission, wartet mit einer überaus ereignisreichen Vita auf – und stand auch schon vor dem Richter. Unter anderem musste sich der Este 2004 wegen des Vorwurfs physischer Gewalt gegen seine damalige Frau verantworten. Diese sagte aus, Pohlak habe sie über 20 Jahre hinweg wiederholt geschlagen. Zwei bestimmte Vorfälle wurden untersucht, zu einer Verurteilung kam es wegen Verjährung aber nicht.

Der Website Josimar.no, die ihn mit den Vorwürfen aus der Vergangenheit konfrontierte, antwortete Pohlak wie folgt: «Meine frühere Ehefrau, mit der ich von 1984 bis 2002 verheiratet war, hat den Medien nie ein Interview gegeben. Aufgrund von Berichten in den Medien wurde dann aber eine offizielle Untersuchung gegen mich eingeleitet. Und bald wieder beendet – nachdem ich und meine Ex-Frau ausgesagt und sich die Vorwürfe als haltlos erwiesen hatten.»

In der Ethikkommission des Fussball-Weltverbands ist Aivar Pohlak eines von sechs Mitgliedern der rechtssprechenden Kammer. Den Vorsitz der Kommission haben die Kolumbianerin Maria Claudia Rojas (Untersuchungskammer) und Vassilios Skouris (rechtssprechende Kammer) inne. Rojas ersetzte im Mai den nicht zur Wiederwahl nominierten Cornel Borbély, Skouris trat an die Stelle von Hans-Joachim Eckert.

Die Chefin der Untersuchungskammer war schon kurz nach ihrer Berufung in die Negativschlagzeilen geraten. Grund dafür waren ihre Kontakte zum früheren kolumbianischen Verbandspräsidenten Luis Bedoy. Dieser soll in Betrug, Bestechung und Geldwäsche involviert gewesen sein und muss sich im Zuge der Fifa-Strafermittlungen in den USA vor Gericht verantworten. «Wie befangen ist die neue Fifa-Chefermittlerin?», fragte unter anderem der profilierte Fifa-Kritiker Thomas Kistner.

ak

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