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Kein Rauswurf-Effekt beim FCZ

Der FC Zürich scheidet auch mit Massimo Rizzo als Interims-Cheftrainer in der Europa League aus.

Nichts zu lachen: FCZ-Trainer Massimo Rizzo nach dem 1:1 gegen Dinamo Minsk.
Nichts zu lachen: FCZ-Trainer Massimo Rizzo nach dem 1:1 gegen Dinamo Minsk.

Am vergangenen Montag hatte FCZ-Präsident Ancillo Canepa bereits nach drei Meisterschaftsrunden in einer Schnellschuss-Aktion Cheftrainer Urs Meier abgesetzt und den bisherigen Teammanager Massimo Rizzo zum interimistischen Nachfolger ernannt. Doch der Rauswurf Meiers erzielte auch im Rückspiel der Europa-League-Playoffs gegen Dinamo Minsk nicht jenen Effekt, den sich Canepa so sehnlichst gewünscht hatte. Mit dem 1:2 und dem Ausscheiden steckt der FCZ weiter in einer Negativspirale, aus der sich die Mannschaft laut Canepa eigentlich hätte befreien sollen.

Doch das mit 0:1 verlorene Hinspiel gegen Minsk vor acht Tagen und die 2:3-Niederlage darauf im Zürcher Derby gegen die Grasshoppers sind offenbar das Sinnbild für die aktuelle Ratlosigkeit und fehlenden Aktivismus im Spiel des FCZ. Im Auswärtsauftritt in Brest, wohin Dinamo wegen Nichterfüllen von Uefa-Auflagen ausweichen musste, verlief der Start der Zürcher, wie ihn sich Interimscoach Massimo Rizzo zwar nicht besser hätte vorstellen können. Mit dem ersten Angriff machte Amine Chermiti das Handicap sogleich wett. Der Tunesier verwertete nach herrlichem Durchspiel den perfekt getimten Querpass von Mario Gavranovic zum 1:0.

Dieser Vorstoss blieb nach gutem Beginn allerdings das Highlight aus Zürcher Sicht. Besser wurde es nie mehr. Am Ende fehlten zwei Minuten, um mit Glück einen möglichen Turnaround wenigstens anzudeuten und dem ersten Saisonziel, dem Einzug in die Gruppenphase, einen Schritt näherzukommen. Womöglich ist die Konzentration auf die nationale Meisterschaft in der aktuellen Situation nicht das Dümmste, was dem FCZ passieren konnte. Auch wenn Rizzo betonte, dass das Team «unbedingt weiterkommen wollte».

In der 118. Minute gelang Fatos Beciraj, dem Penalty-Torschützen aus dem Hinspiel, der durchaus verdiente Ausgleich für Dinamo. Den folgenden Corner nach einem vergebenen Konter (durch Intervention von Goalie Yanick Brecher) köpfelte der Montenegriner zum umjubelten 1:1 ein, wobei Cabral im entscheidenden Duell keine gute Falle abgab. Das Ausscheiden des FCZ hatte sich insofern abgezeichnet, als dass die Mannschaft mit Fortdauer der Partie offensiv abbaute.

Vor dem Tor des weissrussischen Gegners wurde es vor allem dann gefährlich, wenn die Angriffe über die Flügel kamen. Das war bei allen der raren FCZ-Möglichkeiten der Fall: Zweimal vergab Christian Schneuwly, einmal kurz vor Ende der regulären Spielzeit und einmal in der Verlängerung. Dazu schoss der eingewechselte Armando Sadiku mit einem Schuss aus der Drehung (116.) darüber.

Auf welch wackligem Fundament das Team nach dem Trainerwechsel, dem Abgang von Captain Yassine Chikhaoui und dem verlorenen Derby steht, zeigte sich immer wieder. Ganz offensichtlich war Rizzos Taktik die, den Gegner möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten. «Vielleicht sind wir nach dem frühen Tor und dem guten Anfang zu defensiv gestanden», sagte Rizzo.

Der vorherige Assistent von Urs Meier liess die linke Angriffsseite von Dinamo zusätzlich zustellen, die Massnahme griff indes bedingt. Im Spiel nach vorne brachte Zürich bis auf wenige Ausnahmen ziemlich wenig zustande, auch wenn der Schweizer Vertreter das Geschehen zumindest vor dem Schlagabtausch in der zweiten Halbzeit einigermassen kontrollierte.

Telegramm:

Dinamo Minsk - FC Zürich 1:1 (0:1, 0:1) n.V. - 7000 Zuschauer (in Brest). - SR Borski (Pol). - Tore: 4. Chermiti (Gavranovic) 0:1. 118. Beciraj (Corner Neacsa) 1:1.

Dynamo Minsk: Gutor; Begunow, Politewitsch, Bangura, Weretilo; Adamovic (81. El Monir), Korsun, Tigorew (36. Neacsa), Korytko (102. Woronkow); Beciraj, Rassadkin.

Zürich: Brecher; Koch, Nef, Kukeli, Djimsiti; Cabral, Grgic; Schneuwly (102. Simonjan), Buff (73. Sadiku), Chermiti; Gavranovic (110. Sarr).

Bemerkungen: Zürich ohne Alesevic, Brunner, Chiumiento, Kecojevic, Kleiber, Schönbächler, Yapi (alle verletzt) und Etoundi (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 31. Buff (Foul). 45. Gutor (Reklamieren). 49. Politewitsch. 51. Korytko. 72. Korsun. 73. Schneuwly (alle wegen Fouls). 81. Sadiku (Unsportlichkeit). 83. Weretilo (Foul). 122. Neacsa (Foul).

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