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Probleme abseits des Fussballs

Wieder einmal haben sich die die FCB-Spieler nicht unter Kontrolle. Zum Rückrundenauftakt fehlen gegen die Young Boys deswegen vier Spieler – alle sind Stammspieler.

Schon wieder wird ein Basler nach dem Schlusspfiff vom Platz gestellt. Diesmal: Eray Cömert, der wie viele andere gegen YB fehlen wird. Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)
Schon wieder wird ein Basler nach dem Schlusspfiff vom Platz gestellt. Diesmal: Eray Cömert, der wie viele andere gegen YB fehlen wird. Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)

Marius Müller weiss ganz genau, wo er hinwill. In Pink gekleidet und mit einer Nase, die blutig ist, weil er einen Schuss des Baslers Silvan Widmer mit dem Kopf abgewehrt hat, steuert der Goalie des FC Luzern auf den Boulevard-Journalisten zu, hebt seinen Zeigefinger und sagt: «Wenn Du mich jetzt nicht in die Elf der Runde nimmst, dann weiss ich auch nicht mehr!» Die Forderung des Deutschen ist berechtigt. Seine Leistung beim 2:1-Sieg gegen den Tabellenzweiten FC Basel war fabelhaft. Nicht nur seine Parade gegen Widmer, sondern auch jene gegen Arthur Cabral in der Nachspielzeit.

Auch wegen Müller verliert der FC Basel zum vierten Mal, während die Luzerner nach sechs Niederlagen in Serie wieder einmal gewinnen. Der Tabellenachte tritt aggressiver auf und schiesst doppelt so oft auf das Tor – dabei hat Luzern gerade mal 33 Prozent Ballbesitz.

Koller versteht es nicht

Nur weil YB gegen Lugano Unentschieden spielt, liegt der FCB zwei Punkte hinter dem Leader. Das hört sich fein an für einen Verein, bei dem im Sommer noch so Vieles unsicher war. Die Resultate stimmen jedenfalls, allen voran jene im Europacup. Doch in Luzern haben die Basler erneut Mühe, abseits des Fussballs ihr Verhalten zu kontrollieren. Innenverteidiger Eray Cömert beschwert sich nach dem Schlusspfiff beim Schiedsrichter Adrien Jaccottet und kriegt dafür die Gelb-Rote Karte. Stürmer Arthur Cabral gerät vor einem Eckball mit einem Luzerner aneinander und sieht seine vierte Gelbe Karte. Bei beiden Aktionen läuft das Spiel nicht. Und beide Basler fehlen damit zum Auftakt der Rückrunde gegen YB.

Ein Fussballer darf frustriert sein nach einer Niederlage. Aber am Ausgang der Partie ändert er nichts, wenn er den Schiedsrichter im Nachgang verbal angeht. Auch ein junger Spieler muss sich zurücknehmen, ob er nun wie Cömert mit dem Elfmeterentscheid nach seinem Foul einverstanden ist oder nicht.

Sportchef Ruedi Zbinden hat kein Verständnis für solche Aktionen. Und Trainer Marcel Koller sagt: «Die Ferien sind jetzt auch dazu da, dass sich das jeder Einzelne überlegen kann.»

Unnötig impulsiv

Wenn die Liga dem Rekurs nicht doch noch stattgibt, fehlt auch Valentin Stocker gegen YB, weil er sich in Genf nicht unter Kontrolle gehabt hatte. Schwer wiegt zudem, dass auch Taulant Xhaka in Bern nicht dabei sein wird. Er sah die vierte Gelbe Karte, immerhin für ein Foul und damit aus dem Spiel heraus. Aber es erstaunt, dass ein Profi in einer seiner besten Karrierephasen und mit seiner Erfahrung einem Luzerner Balljungen sekundenlang in die Augen schauen muss, weil dieser den Ball nicht schnell ­genug ins Spiel zurückgibt.

Cömert, Stocker und Xhaka sind unter Koller gesetzt, und Cabral hat zurzeit die beste Skorerquote aller Basler Stürmer. Gegen YB fehlen also vier Stammspieler, vor allem im zentralen Mittelfeld wird es eng. Denn mit Stocker fällt nicht nur ein Flügel aus, sondern auch ein Spielmacher – wegen einer unnötigen Sperre.

Die Resultate in der Vorrunde mögen also stimmen. Aber abseits des Fussballs hat Koller viel Arbeit mit dieser Mannschaft.

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