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Pechvögel, Pessimisten und Partykönige

Benjamin Siegrist ist in Schottland zur menschlichen Wand geworden, Ivan Rakitic hat endlich sein Spielzeug zurück und Andraz Sporar trifft und trifft und trifft. Eine Auswahl an ehemaligen FCB-Akteuren und was sie im letzten Halbjahr leisteten.

Treffsicherer Schär: Der Volley des Innenverteidigers gegen Everton war sehenswert, aber am Schluss nutzlos. Newcastle verlor mit 1:2.
Treffsicherer Schär: Der Volley des Innenverteidigers gegen Everton war sehenswert, aber am Schluss nutzlos. Newcastle verlor mit 1:2.
Keystone

England

Es war ein ereignisreiches Halbjahr von Timm Klose , auch wenn er nur 27 Minuten für Norwich City auf dem Platz stand. Anfang Sommer verlängerte der Basler seinen Kontrakt bei den Kanarienvögeln, die den Aufstieg in die Premier League geschafft hatten. Und Klose schien bereit, auch auf der grössten Fussballbühne Europas mit starken Leistungen aufzufallen. Doch dann verletzte sich der Innenverteidiger im EFL Cup nach nicht mal einer halben Stunde so schwer am Knie, das bald klar war, dass diese Saison nicht die Saison von Timm Klose sein würde. Auch neben dem Fussballplatz sorgte der 31-Jährige für Schlagzeilen, als er im clubinternen Fernsehen offen darüber sprach, dass er in seiner Jugend mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt hatte. Auch Fabian Schär erlitt in der Vorrunde der Premier League eine Verletzung am Knie, aber bereits nach wenigen Wochen war der Innenverteidiger wieder bereit, bei den Magpies seine Rolle als gesetzter Abwehrspieler einzunehmen. In den letzten fünf Saisonpartien spielte Schär dreimal durch und traf am Samstag beim 1:2 gegen Everton per Volley. Einen sicheren Platz im Sturm von West Ham United konnte sich Albian Ajeti noch nicht erkämpfen. Zwar besserte sich seine Lage, da er im Gegensatz zum Saisonstart zuletzt immer wieder zu Kurzeinsätzen kam. Doch ein Treffer gelang dem 22-jährigen Basler bisher nicht. Hoffnung darf Ajeti aber nun geben, dass sein Trainer Manuel Pellegrini nach einer schwachen Vorrunde entlassen und David Moyes zurückgeholt wurde.Und die anderen ehemaligen FCB-Spieler in England? Granit Xhaka weiss nicht so recht, ob seine Zukunft weiterhin in London liegt, Edelreservist Xherdan Shaqiri feierte mit Liverpool den Club-WM-Titel an vorderster Front und ist erneut leicht verletzt. Und Teamkollege Mohamed Salah ist nach wie vor einer der gefährlichsten Stürmer Europas.

Schottland

In der Premier League nicht durchsetzen konnte sich Mohamed Elyounoussi . Also wurde der Norweger vom FC Southampton an Celtic Glasgow verliehen. Und dort gelang dem 25-Jährigen im Sommer ein Blitzstart. In den ersten sechs Partien erzielte er sechs Treffer. Celtic-Trainer Neil Lennon sagte: «Was man nun sieht, ist der Spieler, für den Southampton damals 16 Millionen Pfund auf den Tisch gelegt hat.» Doch seit November plagt Elyounoussi eine Fussverletzung, seither stand er nicht mehr im Aufgebot.Bald auch in der höchsten schottischen Liga wird wohl Benjamin Siegrist auflaufen. Der Torhüter von Dundee United erlebte eine perfekte Vorrunde: In 19 Partien stand Siegrist stets auf dem Feld, während man 15 Siege einfuhr. Das reicht für Platz 1 mit 14 Punkten Vorsprung. Der «Courier» schrieb: «United seem to always find a way to win.» Und am ständigen Gewinnen hatte Siegrist grossen Anteil: In den letzten zehn Partien blieb er siebenmal ohne Gegentor.

Deutschland

Michael Lang wagte mit dem Wechsel von Gladbach zu Bremen einen Neufang. Und zu Beginn schien sich dieser Wechsel auszuzahlen. In den ersten Partien war Lang als Aussenverteidiger gesetzt, der «Bild» sagte er: «Ich will mich hier festspielen und bleiben.» Doch dann ging alles ein wenig schief beim 28-Jährigen: Er kam weniger zum Einsatz, und wenn er mal eine Chance von Anfang an erhielt, dann hiess der Gegner entweder Bayern München (1:6) oder seine Vorderleute stellten den Betrieb komplett ein (0:5 gegen Mainz). Zurzeit stehen die Bremer auf dem zweitletzten Platz in der Bundesliga. Dort hätte man eigentlich Union Berlin erwartet. Doch nach einer starken Vorrunde und Siegen gegen Dortmund und Gladbach hat sich das Team von Urs Fischer im soliden Mittelfeld eingenistet, worauf die «NZZ am Sonntag» titelte: «Wie machen sie das bloss?» Doch als Urs Fischer gefragt wurde, ob sein Team nun sogar um die Europa-Cup-Plätze mitspiele, sagte dieser gar ein wenig pessimistisch: «Da bin ich noch ganz, ganz weit entfernt. Solche Gedanken, unmöglich. Nein, das ist nicht die Denkweise.»

Frankreich

Charles Pickel musste einen Schritt zurück machen, um vorwärtszukommen. Nach dem Abstieg von GC flüchtete der ehemalige FCB-Junior nach Frankreich, in die Ligue 2 zu Grenoble Foot. Doch dort kam der Mittelfeldspieler regelmässig zum Zug: In 19 Partien stand er 17-mal in der Startelf.

Bulgarien

Auch Ivan Ivanov hat es in die Zweitklassigkeit verschlagen. Doch nach seiner Glückssuche durch halb Fussballeuropa in Russland, Litauen und der Türkei scheint er nun am richtigen Ort zu sein. Beim FK Etar ist der 31-Jährige fester Bestandteil in der Abwehr.

Türkei

Offenbar grassiert in der Türkei eine äusserst ansteckende Grippe. Jedenfalls fehlten der zuletzt äusserst treffsichere Giovanni Sio (drei Treffer für Genclerbirligi in den letzten drei Einsätzen) und der eher nicht treffsichere Eren Derdiyok (Göztepe) zuletzt krankheitshalber. Während Sio massgeblichen Anteil am Kampf seines Teams gegen einen Abstiegsplatz hat, durfte Derdiyok in den letzten Monaten meistens nur zusehen. Der Stürmer brachte es in der Hinrunde auf gerade mal 266 Einsatzminuten. Nicht mehr allzu viele Einsatzminuten wird wohl Mohamed Elneny in der türkischen Liga sammeln. Der Besiktas-Mittelfeldspieler steht vor einem Wechsel zur AC Milan, wie sein Vater gegenüber dem TV-Sender «Sada Al Balad» bestätigte: «Die Gespräche zwischen Mohamed und Milan sind in einer fortgeschrittenen Phase.»

Spanien

In diesen Tagen postete Tomas Vaclik auf den Sozialen Medien ein Bild mit Frau und Kind, lächelnd vor dem Weihnachtsbaum und wünschte seinen Instagram-Freunden schöne Festtage. Grund zur Freude hatte der Sevilla-Torhüter auch als sportlicher Sicht: Sein Team steht auf Platz 3, und der Tscheche ist neben Atlético-Keeper Jan Oblak der statistisch gesehen beste Torhüter der Primera División.Nicht ganz klar ist die Situation bei Ivan Rakitic . Lange standen die Zeichen auf Abschied zwischen dem FC Barcelona und dem Möhlemer. Unter anderem Juventus soll an den Diensten des Kroaten interessiert gewesen sein, und Rakitic selber sagte in einem Interview Anfang November: «Wie fühlt sich meine kleine Tochter, wenn man ihr ein Spielzeug wegnimmt? Traurig. So ergeht es mir derzeit. Sie haben mir den Ball weggenommen.» Doch zuletzt erhielt Rakitic wieder mehr Einsatzzeit, im Dezember durfte er in fünf Partien viermal das Spielzeug verteilen. Und die Zeichen deuten nun sogar darauf hin, dass Rakitic bis im Sommer bei den Katalanen bleiben wird, wie die «Mundo Deportivo» zu wissen scheint.

Polen

Immer mal wieder lud Darko Jevtic in den vergangenen Monaten Bilder auf Instagram hoch, die ihn beim Einmarsch aufs Feld oder beim Jubeln mit seinen Teamkollegen zeigten. Und dabei sah man immer eine knallrote Binde an seinem Arm leuchten. Seit dieser Saison ist der Mittelfeldspieler Captain bei Lech Posen, und diese Rolle scheint ihm persönlich gut zu tun. Während sein Team lediglich auf Platz 5 steht, hat Jevtic bereits elf Skorerpunkte auf seinem Konto.

Katar

Vor zwei Wochen sah die Welt von Birkir Bjarnason noch verschneit und isländisch kalt aus. Doch leider handelte es sich beim Abstecher in seine Heimat nur um einen Kurzurlaub. Seine neue Realität sieht mit Sonne, Hitze und ziemlich viel Sand ein wenig anders aus. Seit Oktober spielt Bjarnason in der Wüste von Katar, beim Al Arabi Sports Club. Viel von der höchsten Liga in Katar ist nicht überliefert, aber klar ist: Bjarnasons Team dribbelt im Tabellen-Mittelfeld herum, und er selber kommt regelmässig zum Einsatz.

Slowakei

Und Andraz Sporar trifft und trifft und trifft. Mit zwölf Treffern in elf Partien ist er in der Skorer-Rangliste der höchsten Profiligen Europas auf Rang drei klassiert, hinter Erik Haaland von RB Salzburg (16 Treffer in 14 Spielen) und Robert Lewandowski von den Bayern (19 Treffer in 17 Spielen).

Japan

Morgen könnte das Jahr für Thorsten Fink mit einem Triumph perfekt oder mit einer Niederlage ganz ärgerlich beginnen. Mit Vissel Kobe steht der Deutsche im Final des Emperor’s Cup und trifft dort auf die Kashima Antlers.

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