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Offensiv gegen die Wundertüte Gabun

Heute um 18.15 Uhr startet die Schweizer Auswahl in Newcastle ins olympische Fussballturnier. Gegner der SFV-Equipe ist der unberechenbare Afrika-Cup-Sieger Gabun.

Muskeln zeigen: Pajtim Kasami im Training der Schweizer Olympia-Equipe. (23. Juli 2012)
Muskeln zeigen: Pajtim Kasami im Training der Schweizer Olympia-Equipe. (23. Juli 2012)
Keystone
Hier lang: Trainer Pierluigi Tami weist seinen Spielern den Weg. (23. Juli 2012)
Hier lang: Trainer Pierluigi Tami weist seinen Spielern den Weg. (23. Juli 2012)
Keystone
Bester Laune: Innocent Emeghara (l.) und Ricardo Rodriguez beim Stadtbummel. (25. Juli 2012)
Bester Laune: Innocent Emeghara (l.) und Ricardo Rodriguez beim Stadtbummel. (25. Juli 2012)
Keystone
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Mit dem Olympiavirus hat sich im Norden Englands irgendwie noch keiner richtig infiziert. Die klassischen Symbole der Spiele zieren das Strassenbild der Premier-League-Stadt Newcastle nur vereinzelt. Es herrscht Ruhe. Das gilt auch für das temporäre Camp der Schweizer Fussballer. Sie haben sich fernab des olympischen Zentrums ohne Nebengeräusche auf ihren ersten Einsatz vorbereitet.

Fabian Frei stört sich am etwas tristen Rahmen nicht gross: «Darauf haben wir uns einstellen können. Wir erzeugen das Olympia-Feeling im Hotel gleich selber.» Der Double-Gewinner aus Basel will vor allem positive Eindrücke und Erfahrungen des Turniers aufsaugen. Er plant einen längeren Aufenthalt in England: «Unser Ziel ist der Viertelfinal in London.»

Den Konkurrenten der Gruppenphase ist Frei seit dem Flug auf die Insel täglich mehrfach begegnet. Die Teams von Gabun, Mexiko und Südkorea logieren im gleichen Hotel wie die Schweizer. An einer EM oder WM wäre das undenkbar, dort wird der Abschottung oberste Priorität eingeräumt. Olympia aber ist anders. Für Frei ist die ungewohnte Wohngemeinschaft kein Thema: «Sie sind ja nur auf dem Platz Gegner. Daneben kann man sich anständig Hallo sagen.»

«Es sieht relativ gut aus»

Frei verbreitet – wie die übrigen SFV-Vertreter auch – Zuversicht. Vor dem kämpferischen und unbequemen Stil der Afrikaner fürchtet sich der robuste Mittelfeldspieler nicht: «Sie werden defensiv gut stehen. Aber ich rechne nicht damit, dass sie uns spielerisch dominieren können.» Es müsse im Interesse der Schweizer sein, ihnen das eigene Spiel aufzudrängen.

In den letzten zweieinhalb Wochen hat die neu formierte Equipe von Pierluigi Tami hart und zielstrebig gearbeitet. Der akribische Tessiner vermittelte den Spielern seine Vorstellung vom dominanten Spiel täglich. Die Botschaft und die taktischen Ideen sind angekommen: «Es sieht relativ gut aus, was wir bis jetzt erarbeitet haben. Es war nicht allzu schwierig, in der kurzen Zeit etwas einzustudieren.»

Den Tami-Stil schätzt Frei ohnehin. Der Ostschweizer passt optimal zur couragierten Strategie – möglichst viel Ballbesitz und das konsequente Bestreben, in der Offensive Akzente zu setzen. Anzunehmen ist, dass sich die Schweizer in einem flexiblen 4-1-4-1-System, das im Angriff zum 4-3-3 mutiert, formieren werden. Mit der kontrollierten Offensive seien sie vor einem Jahr an der U-21-EM in Dänemark vorzüglich gefahren, sagt Frei – ohne Gegentor bis zur 0:2-Niederlage im Final gegen die Spanier, mit denen auch in diesem Sommer bis zum letzten Turniertag zu rechnen ist.

Es ist damit zu rechnen, dass Tami in etwa mit jener Equipe starten wird, die im einzigen Test gegen den Senegal 0:1 verloren hat. Der Tessiner hat die elf Namen im Kopf: «Das Team erfährt am Spieltag davon.» Tamis Augen leuchteten, als er den imposanten St. James' Park betrat, jene der Spieler auch. Jeder spazierte ehrfürchtig über den frisch gemähten Rasen und knipste ein paar iPhone-Bilder für das private Olympia-Album.

Die voraussichtliche Aufstellung der Schweizer Mannschaft: Benaglio (Wolfsburg); Morganella (Palermo), Affolter (Bremen), Klose (Nürnberg), Rodriguez (Wolfsburg); Wiss (Luzern); Frei (Basel), Hochstrasser (Luzern), Kasami (Fulham), Emeghara (Lorient); Mehmedi (Dynamo Kiew).

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