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«Nicht sehr positiv»

Der FC Basel gibt innerhalb von vier Minuten eine perfekte Ausgangslage aus der Hand und verliert das Hinspiel gegen den PSV Eindhoven mit 2:3.

Sam Lammers (l.) feiert seinen Treffer zum 2:2-Ausgleich gegen den FCB, sehr zum Unmut von Fabian Frei (hinten). Foto: Getty Images
Sam Lammers (l.) feiert seinen Treffer zum 2:2-Ausgleich gegen den FCB, sehr zum Unmut von Fabian Frei (hinten). Foto: Getty Images

Das letzte Spiel in Europa hatte der FC Basel am 30. August 2018 in Nikosia gegen Apollon Limassol bestritten. 328 Tage ist das jetzt her, eine ungewohnt lange Zeit für einen Club wie den FCB. Und das war ja auch ein Grund, warum das Team am Montagmorgen mit einer ordentlichen Portion Ungewissheit nach Holland gereist ist. Zumal auf dem langen Weg in Richtung Champions League mit dem PSV Eindhoven gleich zu Beginn ein stark einzustufender Gegner wartet.

Aber dann stand es im Hinspiel kurz vor dem Abpfiff im Philips Stadion plötzlich 2:1 für die Basler. Und vieles erinnerte an einen dieser typisch erfolgreichen Basler Europacup-Abende, die inzwischen ja schon etwas länger zurückliegen als nur 327 Tage.

PSV war insgesamt die bessere Mannschaft, die Holländer waren schon in der 14. Spielminute durch Bruma in Führung gegangen und hatten die ersten Minuten mit sehr viel Druck begonnen. Es gab Spieler beim FC Basel – in erster Linie Fabian Frei –, die in der ersten Hälfte im Aufbauspiel die Hände in die Luft warfen, weil sie einfach keine Anspielstation fanden. Und wenn die Basler den Ball mal verloren, dann dauerte es nicht lange, ehe die schnellen Stürmer aus Eindhoven vor Torhüter Jonas Omlin auftauchten.

Aber die Basler liessen sich trotz dem frühen Rückstand nicht beunruhigen und arbeiteten sich nach und nach in dieses Spiel. Sie beruhigten erst ihren Gegner und zwischenzeitlich auch ein ganzes Stadion

«Das Schönste»

Albian Ajeti erzielte kurz vor der Halbzeit das 1:1. Eigentlich war es eine Chance für die Gastgeber, aber Eray Cömert blockte Bruma am Basler Strafraum, Luca Zuffi sah – tief in der eigenen Hälfte – Ajeti starten und der Stürmer erzielte mit dem zweiten FCB-Torschuss den Ausgleich. Und als Omar Alderete in der 79. Spielminute dann noch einen Eckball nach einem falschen Einwurf der Gastgeber zum 2:1 verwertete, sah wirklich alles nach einem Sieg für die Basler aus. So wie es früher öfter mal der Fall war. So wie man es vom FCB zeitweise regelrecht erwartete.

Doch dann passierte in den letzten Minuten der Partie noch das, was Marcel Koller am Ende als «nicht sehr positiv» und sein Gegenüber Mark van Bommel als «das Schönste» bezeichnete. «PSV hat mit Lammers einen Stürmer gebracht, der direkt im Spiel war. Danach hatten wir keine Ruhe mehr und sind vielleicht ein, zwei Mal nicht schnell genug hinten raus gerückt», fasste Koller seine Eindrücke zusammen. Der Trainer stand in der Endphase hilflos an der Seitenlinie und wollte seine Spieler noch warnen vor den Angriffen des Gegners. Doch sie hörten ihn nicht.

«Ein 1:0 reicht»

Die Basler konnten sich nicht mehr befreien und fast schon folgerichtig erzielte PSV noch die zwei Tore zum 3:2: Lammers in der 89. Minute mit dem Kopf und Donyell Malen dann mit der Hacke in der 93. Minute.

Entsprechend gross war die Enttäuschung kurz nach dem Schlusspfiff. «Das erste Gefühl nach dem Schlusspfiff ist sicher schlecht», sagte Ricky van Wolfswinkel und auch Captain Valentin Stocker war nach den emotionalen Schlussminuten betrübt: «Wir haben eine gute Ausgangslage verspielt.» Und trotzdem waren sich mit ein bisschen Abstand alle einig, dass man doch auch positive Schlüsse aus diesem Abend ziehen kann.

«Wir hatten heute zu viele Ballverluste und sicher auch nicht die optimale Unterstützung. Ich wünsche mir, dass es in Basel in einer Woche auch so ein Stimmung gibt wie hier heute in den Schlussminuten», sagte Koller. Und wenn all das eintreten sollte und die Basler mit ein bisschen Abstand auf das Hinspiel schauen, dann werden sie sehen, dass sie durchaus nicht chancenlos sind gegen PSV.

Auch die Holländer suchen nach dem ersten Saisonspiel noch ihre Abstimmung. Und mit zwei Auswärtstoren haben die Basler sich trotz der Niederlage eine Grundlage für das Spiel in Basel am kommenden Dienstag gelegt. «Wir müssen 1:0 gewinnen, dann sind wir weiter», sagte Koller und hatte damit natürlich recht.

Dies wird nicht einfach gegen diesen Gegner aus Eindhoven und nach dem Rückschlag in den letzten Spiel Minuten. Aber es ist ja nicht so, dass die Basler solche Ausgangslagen in der Vergangenheit nicht schon erfolgreich gemeistert hätten.

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