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Nati vor dem Gang in den Hexenkessel

Die Schweiz hat schlechte Erinnerungen an das letzte Spiel in Israel, Tranquillo Barnetta wurde brutal gefoult. Der Respekt vor der ruppigen Gangart ist allgegenwärtig.

Israels Fussball-Aushängeschild: Yossi Benayoun ist Teamkollege von Philipp Degen beim FC Liverpool.
Israels Fussball-Aushängeschild: Yossi Benayoun ist Teamkollege von Philipp Degen beim FC Liverpool.
Keystone
Sowohl Ball und Gegner im Griff: Tal Ben Haim wechselte diesen Sommer von Chelsea zu Manchester City.
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Keystone
Ben Dayan im Zweikampf: Wie Klemi Saban spielt auch Dayan bei Maccabi Netanya.
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Keystone
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Als am 9. Oktober 2004 Tranquillo Barnetta von Omri Afek umgemäht wurde und einen Kreuzbandriss erlitt, war dies der traurige Höhepunkt des hitzigen Spieles im Ramat Gan Stadion. Die aufgepeitschte Atmosphäre und die wenig zimperlichen Israelis machten den Schweizern zu schaffen.

Auch vier Jahre später hat sich Israel noch nicht zu den Brasilianern des Nahen Ostens entwickelt. Die Trümpfe der Mannschaft von Dror Kashtan sind nach wie vor die Zweikampfhärte, die Heimstärke und der offensive Alleinunterhalter Yossi Benayoun.

Ottmar Hitzfeld prognostiziert einen harten Match. «Israel ist als aggressive Mannschaft bekannt», zudem erwarte er «einen Hexenkessel mit heissblütigen Fans.» Trotz allem muss die Schweiz am Samstag eine gute Leistung abliefern und Vergangenes zurücklassen. Auch Barnetta schaut nach vorne: «Die Sache mit der Verletzung ist abgehakt.»

Hitzfeld mit Verletzungssorgen

Doch den Nationaltrainer plagen Verletzungssorgen. Derdiyok muss mit einem Muskelfaserriss passen, Senderos ist ebenfalls nicht dabei und Captain Alex Frei, der mit seiner Erfahrung in der Hitze des Gefechts sehr wertvoll gewesen wäre, kehrt erst gegen Luxemburg in die Mannschaft zurück.

Nun sollen es also die formstarken Tranquillo Barnetta, Gökhan Inler und Benjamin Huggel richten. Die Qualität, um erfoglgreich aus Israel zurückzukehren, ist immer noch vorhanden. Die Chancen, eine erfolgreiche WM-Kampagne einzuläuten, gut. Denn mit schnellem Passspiel, Defensivarbeit und kühlem Kopf sind auch Israels Rauhbeine zu bezwingen.

In Israel herrscht Euphorie

In Israel sieht man dies freilich anders. Die Fussballer wollen sich erstmals seit 1970 wieder für eine WM-Endrunde qualifizieren. Mit der Auslosung für die Gruppenphase sind sie mehr als zufrieden. Griechenland aus Topf eins und die Schweiz aus Topf drei, da jubelten selbst die Zeitungen.

Die «Ha’aretz» meinte, so schnell erhalte Israel keine bessere Chance, sich für ein grosses Turnier zu qualifizieren. Und auch Benayoun ist überzeugt: «Dieses Mal sind die Erwartungen realistisch. Wir sollten uns für diese WM qualifizieren.»

Unter dem neuen Trainer Kashtan, der den damals zu Chelsea abgewanderten Avram Grant ersetzte, hat sich das Spiel verändert. Der Coach ist als Taktiker bekannt, der eher vorsichtig spielen lässt. Nicht zuletzt wegen dem Druck von offizieller Seite – der Verband hat Kashtans Entlassung bei einem allfälligen Scheitern schon angekündigt – ist auch eine offensivere Variante zu erwarten. Israels Fussballgemeinschaft ist anspruchsvoll.

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