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Milan dominiert den FCZ und siegt mit 3:1

Verdienter Heimsieg für die AC Milan. Der FC Zürich hatte den Italienern im San Siro wenig entgegenzusetzen. Das Resultat ist für den FCZ noch das Beste.

Das Uefa-Cup-Hinspiel im San Siro: Die Milan-Spieler bejubeln Stahels unglückliches Eigentor, das die Italiener mit 1:0 in Führung bringt.
Das Uefa-Cup-Hinspiel im San Siro: Die Milan-Spieler bejubeln Stahels unglückliches Eigentor, das die Italiener mit 1:0 in Führung bringt.
Keystone
Kurz zuvor landete der Ball in Didas Tor: Stahels regulärer Treffer wird fälschlicherweise aber wegen Offside aberkannt.
Kurz zuvor landete der Ball in Didas Tor: Stahels regulärer Treffer wird fälschlicherweise aber wegen Offside aberkannt.
Keystone
Milan-Trainer Carlo Ancelotti stand nach einem schwachen Saisonstart unter Druck. Mit dem 3:1 hat sich seine Mannschaft eine ideale Ausgangslage für das Rückspiel in Zürich geschafft.
Milan-Trainer Carlo Ancelotti stand nach einem schwachen Saisonstart unter Druck. Mit dem 3:1 hat sich seine Mannschaft eine ideale Ausgangslage für das Rückspiel in Zürich geschafft.
Keystone
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Zürich war im Hinspiel der 1. Runde im Uefa-Cup gegen Milan auswärts wie erwartet chancenlos. Dank des späten Tores von Djuric (77.) fiel die Niederlage mit 1:3 aber nicht zu deutlich aus. Stahel unterlief ein Eigentor (45.), die weiteren Treffer für Milan schossen Pato (56.) und Borriello (74.).

In der Schlussphase war der FC Zürich plötzlich doch noch gewillt, einige Abdrücke im Rasen des San Siro zu hintelassen. 0:3 lag er schon hinten nach dem Eigentor von Florian Stahel (45.) und dem Freistosstor von Pato sowie dem Treffer von Marco Borriello (74.), als quasi aus dem Nichts Dusan Djuric aus 25 Metern abzog und am regungslosen Dida vorbei unter die Latte zum 1:3 traf (78.). Ob es am Ende ein wichtiges Auswärtstor war, wird man im Rückspiel am 2. Oktober sehen. Wunderbar war der Treffer allemal, und wäre Almen Abdi sieben Minuten später aus günstiger Position sogar noch der Anschlusstreffer gelungen, die Zürcher hätten von einer optimalen Ausganglage sprechen können. So können sie immerhin auf ein humanes Resultat und wenigstens auf das angestrebte Auswärtstor verweisen.

Das Stadio Giuseppe Meazza, diese gewaltige Betonschüssel im periphären Mailänder Stadtteil San Siro hat schon grosse Fussballabende gesehen. Allein Milan hat in den letzten fünfeinhalb Jahren in der so genannten Scala des Calcio drei Champions-League- Halbfinals bestritten. In seiner ruhmreichen Geschichte wird das UEFA-Cup-Spiel gegen den FC Zürich aus Mailänder Sicht nur eine Randnotiz bleiben. Gerade mal knapp 25'000 Zuschauer verloren sich auf den steilen Tribünen der imposanten Arena.

Doch aus einem freudlosem Pflichtpensum wurde für das Milan- Ensemble an diesem Abend eine selten gewordene Berührung mit dem Erfolg, und für den FCZ ein Aufwachen aus dem Traumland der Fussball-Illusionen. Den Zweiten der Axpo Super League trennte letztlich doch weitaus mehr vom derzeit punktelosen Tabellen-17. der Serie A als manch ein hoffnungsvoller FCZ-Fan vor dem ungleichen Duell wahrhaben wollte. FCZ-Coach Bernard Challandes hatte mit (Rück-)Blick auf die letztjährige UEFA-Cup-Kampagne des FCZ schon vor dem Spiel gewarnt, Milan sei nicht mit Empoli zu vergleichen. Er sollte nicht falsch liegen mit seiner Prognose.

Es war zu erwarten gewesen, dass die Mailänder nach den zwei Auftaktniederlagen in der Serie A wie ein angeschossenes Raubtier, wild und ohne Verzögerung, über den FCZ herfallen würden. In der Tat mussten sich die Zürcher von Beginn weg weitgehend im Rückwärtsgang bewegen. Erdrückt wurden sie trotzdem lange Zeit nicht richtig. Die Abwehrreihe verrichtete vorzügliche Arbeit und verlor zumindest vor der Pause die Übersicht nicht.

Hannu Tihinen, Heinz Barmettler und Silvan Aegerter schlossen die Räume im Zentrum und degradierten Kaka so beinahe zur Wirkungslosigkeit. Und weil die Flanken der Mailänder meist unpräzise in den Strafraum flogen, hatte Johnny Leoni im Zürcher Tor bis in die Schlussphase der ersten Halbzeit hinein gemessen an der frappanten territorialen Dominanz von Milan einen überaus ruhigen Abend. Doch dann blitzte die Klasse der einzelnen Milan- Stars doch noch auf. Erst traf Andrej Schewtschenko nach einer Körpertäuschung nur die Latte, danach lief er nach Zuspiel von Kaka alleine auf Leoni zu, scheiterte am Goalie, ehe Stahel den Nachschuss von Marek Jankulovski unglücklich ins eigene Tor lenkte.

Die schwierigste Phase durchlebte der FCZ zu Beginn der zweiten Halbzeit, als die Mailänder auf die schnelle Entscheidung drängten. Jetzt kombinierten sie mit mehr Zug, direkter auch. Es waren die Momente, in denen der eine oder andere Zürcher Grenzerfahrungen im internationalen Fussball machte. Ein erster gefährlicher Abschluss von Massimo Ambrosini flog noch knapp über das Tor (47.). Aber Sekunden nachdem der FCZ Pech hat bei einem Pfostenschuss von Alphonse war die Entscheidung gefallen. Pato drosch einen Freistoss aus 25 Metern unter die Latte (56.)

Abgesehen von der Phase zwischen der 46. bis 60. Minute verteidigte sich der FC Zürich also meist durchaus geschickt. Nach vorne versuchte er die so genannten Nadelstiche zu setzen. Doch es blieb beim Versuch. Ausser einem Schuss von Dusan Djuric schon in der sechsten Minute bot der Stadtklub in der gegnerischen Platzhälfte zumindest bis in die Schlussviertelstunde wenig Kreatives. Vor allem Almen Abdi, im gemächlichen Alltag der Axpo Super League das gute Gewissen (fast) aller offensiven Bemühungen des FCZ, kam auf der Bühne des Giuseppe Meazza kaum zur Geltung. Erschwerend kam für den ASL-Topskorer jedoch dazu, dass meist ausgerechnet Massimo Ambrosini, der formstärkste und auch an diesem Abend beste Mailänder, seine Kreise störte.

Letztlich war der FC Zürich an diesem Abend auf einen Gegner getroffen, der zwar ein europäisches Schwergewicht ist, der aber auch sichtlich Probleme hat. Milan ist verunsichert, die Abwehr wirkte zu jedem Moment verwundbar, das zeigten die wenigen Standardsituationen, zu denen der FCZ kam. Vielleicht hat der FC Zürich an diesem Abend eine grosse Chance verpasst, sich mit einem zumindest achtbareren Resultat auf einer grossen Bühne zu präsentieren. Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie sich die verunsicherten Milanisti und die angespannten Tifosi aus der Affäre gezogen hätten, wären sie mehr bedrängt worden.

si/cal

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