Zum Hauptinhalt springen

Luzern desolat – Lausanne qualifiziert sich für Playoffs

Die Zentralschweizer wurden in der Qualifikation für die Europa League von Utrecht vorgeführt. Lausanne hingegen blieb auf der europäischen Bühne ungeschlagen.

In die Playoffs der Europa League geschlittert: Michel Avanzini von Lausanne (unten).
In die Playoffs der Europa League geschlittert: Michel Avanzini von Lausanne (unten).
Keystone

Der FC Luzern erlebte 13 Jahre nach seinem letzten Europacup- Einsatz eine bittere Rückkehr auf die europäische Bühne. Nach dem 0:1 im Hinspiel verloren die Innerschweizer auch das Rückspiel der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Utrecht 1:3.

Das Drehbuch dieser einseitigen Partie im Letzigrund-Exil war schnell geschrieben. Nach nur 28 Minuten lagen die Luzerner gegen den Meisterschafts-Siebten aus Holland 0:3 zurück und mussten damit alle Hoffnungen auf ein Erreichen der Europa-League-Playoffs frühzeitig begraben.

Dreimal hatte sich die Luzerner Hintermannschaft auf einfachste Art und Weise ausspielen lassen. Burim Kukeli missglückte in der eigenen Platzhälfte ein einfacher Querpass, Nana Asare wurde von Dries Mertens auf die Reise geschickt und bekundete alleine vor David Zibung keine Probleme, den Ball zum wichtigen Auswärtstreffer im FCL-Tor unterzubringen.

Praktisch aussichtslos

Neun Minuten später behinderten sich die beiden Innenverteidiger Dusan Veskovac und Alain Wiss bei einem hohen Ball gegenseitig, Ricky van Wolfswinkel profitierte vom unfreiwillig verlängerten Ball und überwand den herausstürzenden Zibung mit einem gekonnten Lupfer. In der 28. Minute stand schliesslich die gesamte FCL-Abwehr Spalier, als Utrecht-Captain Michael Silberbauer losmarschierte und dem bedauernswerten Zibung mit einem weiteren Heber ins verlassene Tor keine Chance liess.

Bereits nach dem ersten Gegentreffer war das Unterfangen für die Luzerner, die 0:1-Hypothek aus dem Hinspiel noch wettzumachen, praktisch aussichtslos geworden. Die Qualität der holländischen Mannschaft kam nach der Führung noch deutlicher zum Ausdruck. Der defensiv kompakt und stilsicher agierende Gegner mit seinen brandgefährlichen Stürmern deckte die Luzerner Schwächen und Grenzen brutal auf.

Vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, wenn Nelson Ferreira nach nur vier Minuten die Führung für den FCL hätte erzielen können. Von Hakan Yakin lanciert, wurde der durchgebrochene Mittelfeldspieler jedoch knapp vor dem Strafraum von Tim Cornelisse von hinten umgerissen. Ein Foul mit Notbremse-Charakter, das vom weissrussischen Schiedsrichter Alexej Kulbakow aber nur mit einer Verwarnung bestraft wurde.

«Wir waren überfordert

Mit einer Ausnahme tauchten die Luzerner danach nie mehr derart aussichtsreich vor dem gegnerischen Tor auf. Dem zur Pause eingewechselten Nachwuchsstürmer Janko Pacar glückte in der 52. Minute nach einer präzisen Flanke von Daniel Gygax wenigstens noch der Ehrentreffer für die schwer enttäuschenden Innerschweizer, die in der Axpo Super League in den ersten drei Runden mit viel Offensivpower aufgespielt haben.

«Wir waren in der ersten Halbzeit überfordert. Der starke Gegner provozierte einen Fehler nach dem anderen und so war die Sache nach einer halben Stunde bereits erledigt. Uns wurden heute die Grenzen aufgezeigt und wir wissen jetzt, dass wir uns auch in der Meisterschaft alles mit harter Arbeit verdienen müssen», liess Fringer keine Diskussion über den hochverdienten Sieger aufkommen.

Merkwürdiger Uefa-Entscheid

Der FCL musste im Letzigrund antreten, weil die Uefa sein Ausweichstadion Gersag, wo die Innerschweizer in der Meisterschaft regelmässig für ein Offensivspektakel sorgen, für den Europacup nicht bewilligt hat. Eine sehr fragliche Entscheidung des europäischen Verbandes: Wer am TV-Bildschirm schon einmal die deutlich schlechter eingerichteten Stadien der Europacup-Teilnehmer aus dem Osten oder aus den europäischen Kleinstaaten gesehen hat, der wundert sich über die von der Uefa tolerierte Zweiklassen- Gesellschaft.

Für die Luzerner wird das erste Europacup-«Heimspiel» seit 13 Jahren wegen der hohen Stadion-Mietkosten mit grösster Wahrscheinlichkeit zu einem von der Uefa verordneten Verlustgeschäft.

Lausanne souverän

Nach vier Auftritten auf der europäischen Bühne ist Lausanne in der Europa League weiterhin ungeschlagen. Das 1:1 gegen das bescheidene Randers auf der Pontaise reichte letztlich ohne grössere Probleme für die nächste Runde; Lausanne hatte vor Wochenfrist in Dänemark 3:2 gewonnen.

Die Dänen waren relativ weit von einem Sieg mit zwei Toren Differenz entfernt. Auch nachdem sie kurz nach der Pause durch den Armenier Mowsisyan in Führung gegangen waren (49.), brachten sie Lausanne kaum in Gefahr.

Nur knapp 20 Minuten nach dem Rückstand schaffte Rodrigo Tosi kurz nach seiner Einwechslung den Ausgleich; der Mittelfeldspieler war nach einem Corner Marazzis mittels Kopfball erfolgreich (68.).

si/sam

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch