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«Sonst gibts Haue!»

Tim Wieses Comeback als Torhüter in der Kreisliga wirkt irgendwie wie ein Aprilscherz. In der schwäbischen Provinz aber ist der Ex-Nationalkeeper und heutige Wrestler ein Held.

Der Star und der stolze Clubchef: Tim Wiese und Christoph Nowak präsentieren das rosa Trikot mit der Nummer 99 für den Keeper. (EQ Images)
Der Star und der stolze Clubchef: Tim Wiese und Christoph Nowak präsentieren das rosa Trikot mit der Nummer 99 für den Keeper. (EQ Images)

«Wenn The Machine gerufen wird, dann ist The Machine wieder da – und wer weiss, wie lange noch», sagte Tim Wiese beim Medientermin in einer Apotheke im nordschwäbischen Städtchen Dillingen. Ganz so, als wäre er ein Superheld, der die Welt retten muss. Tatsächlich soll Wiese zum einen etwas Geld in die Kasse des Kreisligisten SSV Dillingen bringen und zum anderen helfen, am Samstag drei Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Dillingen trifft um 17.30 Uhr im heimischen Donaustadion auf den TSV Haunsheim. Für 6 Euro kann man das Spiel auf einem Stehplatz verfolgen, für 3 Euro mehr im Sitzen.

Ob er ein wenig nervös sei, erstmals seit vier Jahren wieder in einem Pflichtspiel im Tor zu stehen, wollten die Reporter von Wiese wissen. «Ich habe Bundesliga gespielt und war Nationaltorhüter, also brauche ich vor der Kreisliga keine Angst zu haben», antwortete er und bemerkte, die gegnerischen Spieler sollten besser von weitem schiessen. Denn: «Kommt nicht zu nahe, sonst gibts Haue!»

Natürlich ist die Drohung nicht ernst zu nehmen. Und Tim Wiese kann trotz Wrestlingkarriere auch ganz sanft. In der Apotheke gab er nicht nur den Medien Auskunft, sondern schrieb auch fleissig Autogramme für die Kinder, die zum Teil sogar in Wiese-Trikots Schlange standen.

Im Training machte Wiese trotz 120 Kilo Kampfgewicht – 30 Kilo mehr als früher – eine durchaus ansprechende Figur und hechtete nach den Bällen, wie es ein gewöhnlicher Kreisliga-Goalie in seinen kühnsten Träumen nicht kann. Mit dem Tore hüten sei es wie mit dem Velofahren, man verlerne es nicht. Dass der einstige Bundesliga-Star für Dillingen aufläuft, ist übrigens ein Freundschaftsdienst für Christoph Nowak, den Vorsitzenden des Clubs. Wiese und der Nowak kennen einander seit vielen Jahren.

Nach dem Match gegen Haunsheim (Wiese: «Ich habe gehört, die hätten schon grosse Töne gespuckt») gehts in eine Augsburger Nobeldisco. Am Montag haben die Dillinger Fussballer und Vereinschef Nowak noch einmal einen grossen Auftritt. Zusammen mit ihrem temporären Kollegen sind sie im Bayerischen Rundfunk in der Sendung «Blickpunkt Sport» zu Gast. Diese wird um 22 Uhr gesendet.

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