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Knäbel und die temporäre Ohnmacht

Den direkten Fall ins Bodenlose hat der HSV am letzten Bundesliga-Spieltag verhindert. Sportchef Peter Knäbel äussert sich zur brenzligen Lage des Liga-Sauriers.

Die schwierigen Tage stehen noch bevor: Peter Knäbel und der HSV müssen mit dem KSC um den letzten Bundesliga-Platz stechen.
Die schwierigen Tage stehen noch bevor: Peter Knäbel und der HSV müssen mit dem KSC um den letzten Bundesliga-Platz stechen.
Keystone

Seit Oktober ist der frühere SFV-Direktor Peter Knäbel beim Hamburger SV im Amt und stand schon mehrfach im Zentrum der Kritik. Den grössten Druck hatte er am Samstag aber erst nach dem Schlusspfiff auszuhalten, beim Fernblick zur Auswärtspartie der abgestiegenen Freiburger: «Von der 93. bis zur 95. Minute in Hannover spürte ich die Ohnmacht. Da war der Grad des Unangenehmen am höchsten, weil man es nicht mehr selber in der Hand hatte.»

Die Leistung der eigenen Equipe hat Knäbel so erwartet: «Aber wir lagen ja auch schon daneben mit unseren Überlegungen.» Dass sie auf den «ersten massiven Einbruch» (1:2 in Stuttgart) seit Bruno Labbadias Einstieg gut reagierte, stimme ihn im Hinblick auf das schwierige Relegationsduell mit dem Bundesliga-Dritten Karlsruhe positiv, erklärt er gegenüber der Sportinformation.

Die Ruhe in Malente – und die Aktion der Fans

Der Entscheid habe sich gelohnt, das Team in Malente etwas vor dem «gewaltigen Traffic in der Millionen-Stadt abzuschotten». Richtig sei auch gewesen, Mitte April Labbadia das Vertrauen zu schenken: «Sein Commitment zur Stadt, in der er mit seiner Familie lebt, ist riesig. Seine Authentizität ist entsprechend hoch, seine Glaubwürdigkeit ebenfalls.»

Beeindruckt zeigt sich Knäbel von der Aktion von mehreren Tausend Fans, welche die Mannschaft ins Stadion eskortierten: «Das war eine fantastische Geste und die Basis für uns. Selbst die Hardcore-HSVer in der Mannschaft hatten so etwas noch nie erlebt.»

Karlsruher Spruch

Auf die nächste Aufgabe haben sich die Hamburger Verantwortlichen seit Wochen akribisch vorbereitet. Mit dem KSC treffe der HSV auf eine «sehr stabile Mannschaft, auf einen Verein, der sich toll entwickelt hat und dessen A-Jugend im Halbfinal der deutschen Meisterschaft steht. Es ist kein Zufall, dass Karlsruhe so weit gekommen ist.»

2009 hatte der KSC seinen Platz in der Elite verloren, vor drei Jahren tauchte er noch tiefer. Die Tumulte sind vergessen, die Lust auf das grosse Comeback ist gross. «Ich glaube es ist an der Zeit, dass wir die Uhr abstellen», liess sich der KSC-Verteidiger Philippe Max in Anspielung auf die seit der Bundesliga-Gründung tickende HSV-Uhr zitieren.

Bundesliga. Relegation. Hamburg (16. der Bundesliga) - Karlsruhe (3. der 2. Bundesliga). Hinspiel am 28. Mai in Hamburg, Rückspiel am 1. Juni.

si

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