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Klopps Goalie wird von der Lachnummer zum Helden

Lapsus beim Gegentor und ein gehaltener Penalty: Liverpools Simon Mignolet erlebte gegen Chelsea einen denkwürdigen Abend. Coach Jürgen Klopp rastete aus.

Es läuft die 76. Minute im Spitzenspiel zwischen Liverpool und Chelsea. Es steht 1:1, die Reds dürfen sich gegen den souveränen Leader keine Niederlage erlauben, ansonsten wächst der Rückstand auf die Londoner auf 13 Punkte an. Chelseas Diego Costa legt sich im Strafraum hin, bekommt zum Entsetzen des Grossteils der Anwesenden an der Anfield Road den Penalty zugesprochen.

Der Gefoulte, oder vielmehr der Schwalbende, legt sich den Ball zurecht, schiesst aus seiner Sicht unten links – und scheitert an Goalie Simon Mignolet. Das Stadion bebt, Jürgen Klopp ist ausser sich, schreit den vierten Offiziellen an, und Mignolet lässt sich feiern. Ein seltener Moment für den Belgier.

Denn noch in der ersten Halbzeit war Mignolet in seiner gewohnten Rolle, derjenigen des Buhmanns. Bei einem gegnerischen Freistoss beschäftigte er sich mit dem Dirigieren seiner Vorderleute, sodass er das Wesentliche aus den Augen verlor: den Ball. Das nutzte David Luiz aus und schoss sofort aufs Tor – und traf via Innenpfosten zur 1:0-Führung.

Das Führungstor für Chelsea. Video: Youtube.

Mignolet geniesst in England ohnehin nicht den besten Ruf, seit Jahren wird er von Fans und Experten wegen gelegentlicher Aussetzer kritisiert. Dass Klopp im Sommer reagierte und von Mainz Loris Karius verpflichtete und vorerst zur Nummer 1 ernannte, half dem Standing des 28-Jährigen in der Öffentlichkeit nicht.

Weil aber auch Karius nicht restlos überzeugte, durfte in den vergangenen Spielen Mignolet wieder ran. Der Leistungsdruck, gepaart mit der Tatsache, dass jedes seiner Gegentore doppelt unter die Lupe genommen wird, machte für ihn die Aufgabe nicht leichter. Mit seinem entscheidenden Save gegen Diego Costa dürfte sich Mignolet vorerst etwas Luft verschafft haben.

Ebenfalls in den Schlagzeilen nach dem grossen Duell war einmal mehr Liverpool-Trainer Klopp. Sein Ausraster nach dem Penalty blieb den Medien nicht verborgen, sodass sich der Deutsche in der anschliessenden Pressekonferenz rechtfertigen musste. Er habe geschrien: «Niemand kann uns schlagen», erzählte der ehemalige BVB- und Mainz-Coach: «Offensichtlich stimmt das nicht, und natürlich war der Offizielle der falsche Empfänger dieser Botschaft, deshalb habe ich mich bei ihm entschuldigt.» Die Antwort überraschte Klopp positiv: «Kein Problem, ich mag deine Leidenschaft.»

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