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Kim Källström ist ein Egoist

Er hat keine Lust mehr auf den Sparkurs, der GC nicht Richtung Tabellenspitze, sondern längst ins biedere Mittelmass geführt hat.

Källström macht einen Abgang.
Källström macht einen Abgang.
Gian Ehrenzeller, Keystone

Bei den Fussballern des Grasshopper Club Zürich herrscht wieder einmal Katzenjammer. Dabei haben sie doch in diesem Jahr noch kein Liga-Spiel verloren – die Rückrunde beginnt an diesem Wochenende. Die grosse Enttäuschung diesmal setzt sich aus zwölf Buchstaben zusammen: Kim Källström. Knall auf Fall ist der 35-jährige Schwede zurück in seine Heimat abgehauen. Er hatte keine Lust mehr auf den Sparkurs, der GC nicht Richtung Tabellenspitze, sondern längst ins biedere Mittelmass geführt hat. Es gab falsche Versprechungen, Källström fühlte sich verschaukelt. Dazu muss man wissen: Der Ballverteiler im defensiven Mittelfeld war einer der einflussreichsten Ausländer, die je in der Schweiz gespielt haben. Ein Vorzeige-Schwede, still, aber tüchtig und erfahren.

Nun darf man – zu Recht – die GC-Vorstandsspitze tadeln. Manuel Huber, einst ein unbekannter Geschäftsführer, ist der führende Kopf im Tagesgeschäft. Dabei wirkt er chronisch überfordert, bei Transfers hat er einfach kein gutes Händchen. Und Präsident Stephan Anliker? Der Provinzfürst aus Langenthal scheint sich in Luft aufgelöst zu haben. Krisenmanagement gehört wohl nicht zu seinen Kernaufgaben.

Unschöner Abgang

Doch der Fall Källström offenbart auch eine andere Seite – die des egoistischen Fussballers, der sich einen Deut um Anstand, Moral oder Verträge schert. Natürlich hat GC finanzielle Probleme. Dennoch wäre es nichts als anständig und vor allem professionell gewesen, wenn er wenigstens bis Sommer 2017 weitergespielt hätte. Das hätte dem Club Zeit gegeben, einen Nachfolger zu suchen. Stattdessen verweigerte sich Källström und verschwand durch die Hintertüre. Als ob es nichts Schlimmeres gibt auf der Welt, als für rund 700 000 Franken Jahresgage vier weitere Monate in Zürich Fussball zu spielen.

Gerade in der Öffentlichkeit fordern die Spieler ständig Anstand und Respekt ein. Verträge dagegen werden nach Lust und Laune interpretiert. In der normalen Arbeitswelt müsste Källström mit gravierenden Konsequenzen rechnen. Im Fussball wird ihm da und dort sogar noch applaudiert.

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