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Keine Nervosität vor dem Millionenspiel

FCB-Trainer Thorsten Fink will sich vor dem Spitzenspiel in Zürich nur auf sein Team konzentrieren. Wenig beeindrucken lässt sich Gegner FCZ hingegen von der Statistik.

Basels Erfolgstrainer Thorsten Fink will wieder in die Champions-League.
Basels Erfolgstrainer Thorsten Fink will wieder in die Champions-League.
Keystone
«Wir wollen in Zürich unser Spiel durchsetzen», sagt der Deutsche.
«Wir wollen in Zürich unser Spiel durchsetzen», sagt der Deutsche.
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Die Spiele zwischen dem FCZ und Basel sind stets emotionsgeladen. Fink (l.) muss die Gemüter beruhigen.
Die Spiele zwischen dem FCZ und Basel sind stets emotionsgeladen. Fink (l.) muss die Gemüter beruhigen.
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«Heute habe ich kurze Hosen an – morgen hoffentlich nicht», meint ein gutgelaunter Thorsten Fink im blütenweissen Hemd bei der Pressekonferez am Tag vor dem Spitzenspiel gegen Zürich. Und entspannt gab sich Fink auch im Hinblick auf das Spiel vom Mittwoch. Zwar attestiert er dem FCZ bis anhin «eine tolle Saison». Die Zürcher Serie von acht Siegen und einem Remis hat dem FCB zugesetzt. Aber der Basler Coach hat natürlich auch erkannt, «dass Zürich in St. Gallen den Druck gespürt hat». Der Platzverweis gegen Aegerter sei nur ein Indiz dafür. «Aber wir sollten uns vor allem auf uns konzentrieren.»

In Basel ist zwar ein Klub mit national nahezu unvergleichbar grosser Wirtschaftskraft am Werk, aber die Bodenhaftung hat auf Führungsebene keiner der Beteiligten verloren - schon gar nicht Fink: «Wir sind nicht der FC Barcelona. Ich bin nicht so vermessen, ständig zu glauben, wir könnten einfach jeden in der Meisterschaft schlagen, nur weil wir vor einem Jahr das Double holten.» Auf Muskelspiele lässt sich Fink vor dem Klassiker nicht ein.

Keine Erklärung für Baisse

Für den Fakt, dass der FCB in den letzten Wochen einen komfortablen Vorsprung von sieben Punkte verspielt hat, hat Fink keine detaillierte Erklärung bereit. Die Geschichten um den Doppel-Rücktritt von Frei/Streller aus dem Nationalteam und die Spekulationen um die (mittlerweile geregelte) Zukunft von Keeper Franco Costanzo seien nicht förderlich gewesen. «Aber mit solchen Schlagzeilen muss ein Team wie Basel eigentlich umgehen können.»

Nervosität war beidseits trotz der enormen Bedeutung nicht auszumachen. Trotz der beträchtlichen wirtschaftlichen Interessen - der Meister ist erstmals überhaupt direkt für das Millionen-Business Champions League qualifiziert - hielten sich die Protagonisten zurück. An einer Verschärfung der Tonlage ist im Interesse der allgemeinen Sicherheit niemand interessiert.

Fischer verlangt Emotionen

Die Basler berufen sich gerne auf die Serie, seit 19 Spielen im Cup und in der Axpo Super League gegen den FCZ nicht mehr verloren zu haben. Auf dem Trainingsgelände der Zürcher hielt sich die Aufregung über die unerbittlichen Fakten der Statistiker in engen Grenzen. Oliver Buff, der im Zentrum den gesperrten Captain Silvan Aegerter ersetzen wird, zeigte sich wenig beeindruckt: «Wenn wir das 20. Spiel gewinnen, interessieren die 19 vorherigen niemanden mehr, oder?»

Das missratene Spiel gegen St. Gallen mochte Coach Urs Fischer 48 Stunden vor dem Topspiel der Saison nicht mehr allzu sehr thematisieren: «Das kann mal passieren. Wir haben es abgeschlossen. Gegen Basel wird man einen anderen FCZ sehen.» Fischer verlangt von seiner Equipe im restlos gefüllten Letzigrund Emotionen: «Das Team muss sich die Unterstützung erarbeiten. Die Zuschauer müssen unsere Leidenschaft sofort spüren. »

Fischer redete beim letzten Termin mit den Reportern auffallend oft von der Passion, vom «tollen Rahmen». Seine Augen funkelten. Fischer will das bislang wichtigste Spiel seiner Trainerkarriere unter allen Umständen gewinnen. Der Chef an der Linie hält nichts von vornehmer Zurückhaltung. Er will den selbstbewussten Gast in einen offenen Schlagabtausch verwickeln und ein positives Feuer entfachen.

«Ich bin nicht für grosse Sprüche bekannt. Ich will Taten und einen guten Auftritt sehen.» Fischers verspürt eine grosse Lust, die von ein paar Kommentatoren voreilig verfasste Laudatio für den FCB zu widerlegen. Von einer Vorentscheidung geht er hingegen nicht aus. In drei Runden könne viel passieren. «Vor vier Wochen haben einige Herrschaften dem FCB auch bereits zur Meisterschaft gratuliert.»

si/jg/amu

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