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Im Blickfeld grosser Vereine

Thuns talentierter Mittelfeldspieler Stjepan Kukuruzovic wird begehrt und vom FC Zürich beobachtet.

Im Vormarsch: Thuns Talent Stjepan Kukuruzovic (rechts).
Im Vormarsch: Thuns Talent Stjepan Kukuruzovic (rechts).
Keystone

Der Teamgedanke in Ehren: Ein Fussballplatz ist immer auch eine Plattform für den Einzelnen. Nun steht die Challenge League ja nicht oft im nationalen Interesse; Cupspiele gegen einen Grossen kommen da jeweils gerade gelegen. Stjepan Kukuruzovic etwa wurde beim 2:1-Sieg der Thuner über den FC Sion beobachtet von Bernard Challandes, dem Trainer des FC Zürich.

Kukuruzovic hatte im Frühjahr mit guten Leistungen das Interesse von Vereinen wie den Young Boys oder eben dem FCZ auf sich gezogen. YB brach den Kontakt im Sommer, während der Transferperiode, ab, und Kukuruzovic stellte ihn nicht wieder her – «zumal sich der FCZ schon zuvor stärker um mich bemüht hatte». Die Zürcher trafen sich mit dem aufstrebenden Regisseur zu einem Abendessen. Der 20-Jährige unterhielt sich dabei mit Sportchef Fredy Bickel und Trainer Challandes. Der Kontakt besteht weiter, wenngleich sich Kukuruzovic damals nicht verpflichtete, später für Zürich zu spielen.

Murat Yakin sieht Parallelen zu Bruder Hakan

Thun-Trainer Murat Yakin rät seinem Schützling, trotz der Gespräche mit dem FCZ kühlen Kopf zu wahren. Kukuruzovic indes ist überaus selbstkritisch und bezeichnet selbst seine starke Leistung gegen Sion als mässig. «Die Videoanalyse hat gezeigt, dass ich in der Defensive viele Fehler begangen habe.» Überhaupt will sich der begnadete Passeur im Abwehrbereich steigern – er ist sich darüber mit seinem Coach einig. Yakin hat Parallelen zu seinem Bruder Hakan ausgemacht: «Stjepan hat sich wohl einiges bei ihm abgeguckt», sagt er und lächelt.

Kukuruzovic ist erst seit Sommer dieses Jahres Fussballprofi. Zuvor war er KV-Lernender bei der Swisscom. Er sah sich damit der Dreifachbelastung Fussball, Arbeit und Schule ausgesetzt. Von einer Steigerung der Lebensqualität mit Abschluss der Ausbildung will er nicht sprechen: «Ich hatte eine tolle Zeit. Aber klar ist es von Vorteil, sich auf den Fussball konzentrieren zu können.» Seither stehe ihm erheblich mehr Zeit zur Verfügung, um an Ausdauer und Kraft zu arbeiten.

Kukuruzovic machte sich viel Druck

Erst hatte sich die Fokussierung auf den Fussball nachteilig ausgewirkt: Kukuruzovic machte sich viel Druck. «Die Erwartungshaltung stieg – das setzte mir zu.» Folglich konnte er seine Leistungen zu Saisonbeginn nicht abrufen und fand sich nach dem für ihn durchzogenen Startspiel gegen Yverdon auf der Bank wieder. Seiner Entwicklung sei das aber förderlich gewesen, meint er.

Kukuruzovic ist in Thun aufgewachsen und lebt im Elternhaus nahe dem Lachenstadion. Die Eltern sind aus Kroatien eingewandert, Stjepan Kukuruzovic fühlt sich aber als Schweizer – auch ohne hiesige Staatsbürgerschaft. Den Schweizer Pass hat er noch nicht beantragt. «Ich wurde hier noch nie diskriminiert.»

Zum Schlüsselspieler mutiert

Im innovativen System Yakins hat es mit Kukuruzovic und Oscar Scarione Platz für zwei Spielmacher. «Ich kann eine Menge von Scarione lernen», sagt Kukuruzovic. Mitte letzter Saison hatte er vom Gastspiel des Argentiniers in Luzern profitiert. Nach Scariones Abgang mutierte Kukuruzovic zu einem Schlüsselspieler; zuvor war er Ergänzungsspieler gewesen. «Ich ging die Aufgabe damals unbeschwert an. Als die Tabellenlage aber zunehmend ungemütlich wurde, stieg die Nervosität.»

Nervös zu werden – dazu haben die Thuner aktuell keinen Grund. Sie stehen im Cupachtelfinal und in der Meisterschaft auf Rang zwei. Dem Vergleich mit Aufsteiger Le Mont sieht Kukuruzovic optimistisch entgegen. «Wir werden Le Mont nicht unterschätzen. Dafür wird der Trainer sorgen.»

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