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«Ich hätte am liebsten in die Tischplatte gebissen»

Der FC Zürich ist nach dem 0:4-Debakel gegen den FC Lugano am Tiefpunkt angelangt. Die Verantwortlichen und Spieler sind konsterniert.

Enttäuschung beim FCZ: Nach dem 0:4 gegen Lugano stehen die Zürcher am Tabellenende.
Enttäuschung beim FCZ: Nach dem 0:4 gegen Lugano stehen die Zürcher am Tabellenende.
Walter Bieri, Keystone
Ezgjan Alioski bezwingt Goalie Favre zum 0:1 für Lugano.
Ezgjan Alioski bezwingt Goalie Favre zum 0:1 für Lugano.
Walter Bieri, Keystone
Zürich am Boden: Drei Runden vor Schluss befindet sich der FCZ auf dem letzten Platz.
Zürich am Boden: Drei Runden vor Schluss befindet sich der FCZ auf dem letzten Platz.
Walter Bieri, Keystone
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Die 0:4-Niederlage gegen den FC Lugano ist für den FC Zürich eine schallende Ohrfeige. Der direkte Konkurrent im Abstiegskampf führte die Zürcher im Letzigrund teilweise regelrecht vor. Die überlegenen Tessiner verwiesen den Zürcher Stadtclub drei Runden vor Saisonende auf den letzten Tabellenplatz.

Die Spieler konnten die Schmach nach dem Schlusspfiff nicht verbergen. «Ich bin am Boden zerstört», sagt FCZ-Verteidiger Philippe Koch im SRF. «Ich finde im Moment keine Worte.» Angesprochen auf die desolate Leistung, spricht Koch jedoch Klartext. «Heute war jeder wieder Einzelkämpfer, und man sieht ja, was dabei rauskommt.» Gegen Spielschluss hätten die Spieler gemerkt, dass man kämpft und macht und probiert – es aber einfach nicht klappt. «Das ist demoralisierend.» Die Flinte ins Korn werfen will Koch aber nicht, doch der Ernst der Lage ist ihm mehr als bewusst: «Wenn wir so weiterspielen, endet das ganz böse.»

«Ich bin bodenlos enttäuscht»

Auch Ancillo Canepa ist ratlos. «Ich bin bodenlos enttäuscht über die Leistung», gibt der FCZ-Präsident zu. «Die Art und Weise, wie wir in den Match rein sind, vor allem in der ersten Halbzeit, das geht gar nicht», sagt er dem SRF.

Canepa kann sich die desaströse Leistung seiner Spieler nicht erklären, die Verunsicherung sei gross gewesen. Ebenso die Angst, das wichtige Spiel nicht gewinnen zu können. «Mich hat die Spielweise – die vielen Fehlpässe, der fehlende Mut, nach vorne zu spielen – erschreckt und verärgert.» Lugano sei klar die bessere Mannschaft gewesen. «Es ist beschämend, wenn wir zu Hause so spielen, das verstehe ich nicht.»

Wie weiter mit Hyypiä?

Dass Canepa jetzt die Wut der Fans zu spüren bekommt, kann er verstehen. «Das ist im Fussball so in der grossen Enttäuschung, da kommen die Emotionen hoch. Ich kann die Fans verstehen, mir geht es auch so, ich hätte am liebsten in die Tischplatte gebissen.» Jetzt will der Präsident nach vorne schauen. «Wir müssen nun in den nächsten drei Spielen neun Punkte holen.»

Trainer Sami Hyypiä scheint am Ende seiner Kräfte zu sein. «Wir sind enttäuscht, diese Leistung war inakzeptabel, vor dem Spiel hatten wir noch ein gutes Gefühl.» Der Finne will die Leistung seines Teams nicht einfach so akzeptieren, hat aber kein Gegenmittel: «Wir werden sehen, ich weiss es nicht», sagt der frustrierte Hyypiä in die Kamera, «die Hoffnung ist immer da.» Präsident Canepa will am Trainer festhalten, doch dieser kann über seine persönliche Zukunft nicht viel sagen: «Ich muss eine Nacht darüber schlafen, dann sehen wir, was passiert.»

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